EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Beweggründe zur Dichtkunst

Heil dir! gepries'ne Dichtkunst - Heil!
Nur du besiegst; das Vorurteil :
Was ich in Prosa unrecht finde
Dünkt mich in Versen keine Sünd-;
Den strengen Fordrungen des Wohlstands wehrest du,
Und singst: den Cerberus Gebrauch in sanfte Ruh.--
Ein Mädchen, leider darf's nicht wagen
Zuerst: Ich liebe ! - zu gestehn:
Denn hässlich ist die Lieb' in unsern Tagen,
Doch die Coquetterie , der Flattersinn ist schön
Drum weih' ich mich dem süßen Dienst der Musen:
"Wer ihnen dient, ergießet ohne Scheu
Sein Herz, in ihren holden Busen,
Und niemand stößt sich dran; man hält's für Reimerei.
Und seh' ich einst den Mann vorübergehen,
Bey dessen Blick mein Herz mir doppelt schlägt;
Er ist's, Er ist's ! mir sagt, und sich nach ihm bewegt.
So will ich singend ihm: Ich liebe dich - gestehen.

Letzte Änderung der Seite: 27. 03. 2017 - 22:03