Historische Quellen für das Jahr 1790

Art. 1
Der erbliche Adel ist für immer abgeschafft, folglich dürfen die Titel Prinz, Herzog, Graf, Marquis, Viconte, Vizedom, Baron, Ritter, Messire, Junker (écuyer), Edler und alle anderen ähnlichen Titel von niemand, wer es auch sei, angenommen noch an jemand verliehen werden.

Art. 2
Kein französischer Bürger darf einen anderen als seinen wirklichen Familiennamen führen; keiner soll weiterhin Livree tragen oder tragen lassen, noch auch ein Wappen besitzen. Weihrauch soll in den Kirchen nur noch u Ehre des göttlichen Wesens verbrannt werden, sonst soll er niemanden, wer es auch sei, geopfert werden.

Art. 3
Die Titel Monseigneur und Messeigneurs dürfen ebenso wenig wie die Titel Exzellenz, Hoheit, Eminenz, Euer Gnaden für irgendeine Körperschaft oder Einzelperson gebraucht werden, ohne das sich jedoch für irgendeinen Bürger hieraus das Recht ableitet, sich unter Berufung auf dieses Dekret an den Grabmälern in den Kirchen oder an Urkunden, Rechtstiteln und anderen familiengeschichtlich oder eigentumsrechtlich wichtigen Schriftstücken oder an zur Zierde öffentlicher oder privater Plätze aufgestellten Kunstwerke zu vergreifen, und ohne dass die Bestimmungen hinsichtlich der Livreen und der an den Equipagen angebrachten Wappenemblemen von irgend jemand vor dem 14. Juli, soweit es die Bürger von Paris, bzw. vor Ablauf von drei Monaten, soweit es die Bewohner der Provinz angeht, durchgeführt oder ihre Durchführung gefordert werden dürfen.

Art. 4
Nicht betroffen von den Bestimmungen des vorliegenden Dekrets sind alle Ausländer; sie können in Frankreich weiterhin ihre Livree tragen und ihr Wappen führen.

Mein lieber Obrister und Intendant von Seeger,

Da die Schreibart und der ganze Ton, dessen sich die Verfasser der hiesigen politischen Zeitungsblätter beinahe ohne Ausnahme, besonders aber der Verfasser der Vaterländischen Chronik in Ansehung der Begebenheiten der französischen Revolution und zum Teil in Ansehung der Niederländischen und Lüttichischen Unruhen, seit geraumer Zeit bedienen, einer aufmerksamen Beobachtung nicht entgehen und mit der Zeit auch von sehr nachhaltigen Folgen sein können, so erteile ich demselben gnädigst die Ordré,

  1. dem bei der Herzogl. Hohen Karlsschule als Doctor legens angestellten Doctor Cotta, als Redakteur der Teutschen Staatsliteratur, die allgemeine Weisung zu geben, alle nötige Vorsicht bei denen angeführten politischen Gegenständen sowohl, als auh was die reichsständische Hoheitsrechts betrifft , in Zukunft zu beobachten und sich keine rasche, eingestreute Urteile und Entscheidungen bei seinen Rezensionen hinfüro mehr zu erlauben; denen sämtlichen Verfasser der hiesigen politischen Zeitungsblätter aber
  2. gemessenst aufzugeben, nur allein die faktischen Umstände der französischen Revolution und der damit verbundenen Begebenheiten in ihre Blätter aufzuenehmen, sich aber dabei alles eigenen als aus fremden Zungen entlehnten Urteils gänzlich zu enthalten.

Ich bin, mein lieber Obrister u Intendant, dessen wohlaffektionierter Carl Herzog von Württemberg 

 


Letzte Änderung der Seite: 10. 03. 2019 - 22:03