EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Brief Heinrich Dietrich von Grolmans an seinen Sohn Karl Wilhelm

vom 18.04.1815.

Lieber Sohn! Schenck hat für Deinen Reitknecht das Pferd gekauft. Es kostet 17 Fr.d´ors und 1 Taler; viel Geld; aber die Pferde sind teuer. Ich habe dem Menschen monatlich 10x versprochen, ihm zur Reise einen Mantel gegeben und 10x für etwaige Ausgaben gezahlt. Es steht in Deiner Gewalt, mit ihm dort näher zu unterhandeln, ich hoffe aber, dass er gut einschlagen wird, da er schon 2 Jahre bei dem Major Reich gedient hat, und bis Paris im vorigen Kriege mit gewesen ist. Dein Bruder wird am künftigen Freitag abmarschieren, er ist aber nicht recht zufrieden, da sein Bataillon nicht in gehöriger Ordnung gesetzt ist. Wenn Du diesen Brief erhalten wirst, werdet Ihr wohl in Frankreich eingerückt sein. Lasst Ihr dem Napoleon viel Zeit, so setzt er sich immer fester, und vermehrt seine Streitkräfte. Ich glaube, das der Krieg einen guten Ausgang nehmen wird, aber die Franzosen werden sich verzweifelt wehren, denn ihre Generäle und Offiziere haben alles aufs Spiel gesetzt. Der Himmel behüte Dich und führe Dich gesund zu uns zurück.

Berlin, 18 April 1815.

Quelle:
Schweinitz, Anna-Fanziska von: "Briefe aus den Befrieungskriegen - Heinrich Dietrich von Grolman an seinen Sohn Karl vom 10.07.1807 bis 06.06.1816", o.J., o.O. (Privatdruck)

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