EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

AKO Friedrich Wilhelm III. an den Grafen von der Goltz

vom 14.05.1809.

Mein lieber Staats-Minister Graf v. Goltz. Das Vergehen des Majors v. Schill hat Mich zu dem anliegenden Parole-Befehl veranlasst, welcher morgen durch die hiesige Zeitung bekannt gemacht wird. Ich befehle Euch hierdurch, solchen schleunig indie dortigen Zeitungen einrücken zu lassen, und eine Bekanntmachung, ungefähr in der Art, wie der beigefügte Entwurfzeigt, welchen Ihr nach jetziger Lage der Dinge zu prüfen und nach Gutfinden zu ändern habt, unter EurerUnterschrift beizufügen. Dieses mag hinreichen, um den Westphälischen Hof zu beruhigen, dessen Publikandum gegen den v. SchillStellen enthält, über die Ich Mich durch Meinen Gesandten zu Cassel zu beschweren veranlasst und berechtigt bin. Ich billige daherEure, dem p.v. Linden zugestellte Note vom 9. d.M., die ich so eben mit Eurem Berichte von gleichem Dato erhalte, sowie überhaupt Euer Verfahren vollkommen. Ich will jenes Westphälische Dekret in die Zeitungen Meines Landes nichtaufnehmen lassen und überlaße Euch hiernach das Nöthige zu verfügen und zu handeln. Ich bin Euer wohlaffectionirter König.

Königsberg, den 14. Mai 1809.

Friedrich Wilhelm

An den Staats-Minister
Graf v. Goltz

Quelle:
Vechelde, Carl Friedrich von: Ferdinand von Schill und seine Schaar, 1837

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