(In diesem Sinne danke ich, dass ich Ihnen meine Vorstellungen für die Zukunft entwickeln durfte. In diesem Sinne kehre ich aber jetzt zurück ins Hier und Heute und freue mich nun, gemeinsam mit Ihnen den Augenblick ergreifen zu dürfen. Er ist unser! Dabei denke ich vorrangig an das gute Essen, das lange genug auf uns gewartet hat. Guten Appetit!)Friedrich von Schiller (1759-1805)
Von der Bastille bis Waterloo
»Von der Bastille bis Waterloo« so lautet der Untertitel von EPOCHE NAPOLEON. Mit diesem Untertitel spannen wir einen Bogen um eine der ereignisreichsten und heute noch prägensten Epochen der Neuzeit.
Der Sturm der Pariser Bürger auf die Bastille gilt heute noch als der Beginn der französischen Revolution. In deren Folge wurde in Frankreich die Monarchie abgeschafft, eine Herrschaft des Terrors sorgte für Willkür und Angst. Von Frankreich aus wurde Europa mit einem mehr als 20jährigen Krieg überzogen. In Krieg auf deutschen und italienischen Boden erwarb sich Napoleon Bonaparte einen Namen, der ihm seit 1804 auf den neu geschaffenen Kaiserthron Frankreichs beförderte. Als Kaiser von Frankreich errang Napoleon I. zahlreiche Siege, wurde doch 1815 bei Waterloo endgültig vernichtend geschlagen.
Für die deutsche Geschichte ist Napoleon auch heute noch eine prägende Gestalt. Angefangen bei den Verträgen von Rastatt 1798 und Lumméville 1801, die Frankreich bis zum Rhein wachsen ließen. Er wurde auch Totengräber des beinahe 1000jährigen Heiligen Römischen Reiches deutscher Nationen und Geburtshelfer der österreichischen Kaisermonarchie. Durch seine Einflussnahme auf den Reichdeputationshauptschuss 1803 fegte er zahlreiche deutsche Kleinsterritorien von der geschichtlichen Landkarte.
Das Phänomen des kleinen korsischen Artillerieoffiziers der später französischer Kaiser und Herrscher über fast ganz Europa werden sollte, ist sicherlich nicht ohne die Französische Revolution von 1789 denkbar gewesen. So hatte er sich bei der Belagerung von Toulon oder im Italienfeldzug einen großen Namen gemacht, nutzte seine Popularität um 1799 das Direktorium unter Barras abzulösen. Als Konsul und später als Kaiser herrschte er bis zur Niederlage 1812 fast uneingeschränkt über Europa. Seit 1812 sank sein Stern jedoch und 1814 endete seine erste Herrschaft. Sein Versuch 1815 nochmals den Thron Frankreichs zu besteigen scheiterte bei Waterloo.


