---
title: "Vom Büblein, das überall mitgenommen hat sein wollen | EPOCHE NAPOLEON"
url: "https://www.epoche-napoleon.net/werk/r/rueckert/5maerlein/vom-bueblein-das-ueberall-mitgenommen-hat-sein-wollen.html"
description: »Vom Büblein, das überall mitgenommen hat sein wollen« ist ein Gedicht aus dem Zyklus »Fünf Märlein zum Einschlafen für mein Schwesterlein« aus der Feder des fränkischenDichters Friedrich Rückert (1788-1866). Er schrieb auch unter den Namen Freimund Raimar, Reimar oder Reimer.
author: Michael Gnessner
date: 2014-01-02
modified: 2026-08-28
---

# Vom Büblein, das überall mitgenommen hat sein wollen | EPOCHE NAPOLEON

###  Fünf Märlein zum Einschlafen für mein Schwesterlein

 Vom Büblein, das überall mitgenommen hat sein wollen
======================================================

Denk' an! das Büblein ist einmal
Spazieren gangen im Wiesental;
Da wurd's müd' gar sehr
Und sagt': »Ich kann nicht mehr;
Wenn nur was käme
Und mich mitnähme!«

 Da ist das Bächlein geflossen kommen
 Und hat's Büblein mitgenommen;
 Das Büblein hat sich aufs Bächlein gesetzt
 Und hat gesagt: »So gefällt rnir's jetzt.«

Aber was meinst du? das Bächlein war kalt,
Das hat das Büblein gespürt gar bald;
Es hat's gefroren gar sehr,
Es sagt': »Ich kann nicht mehr;
Wenn nur was käme
Und mich mitnähme!«

 Da ist das Schifflein geschwommen kommen
 Und hat's Büblein mitgenommen;
 Das Büblein hat sich aufs Schifflein gesetzt
 Und hat gesagt: »Da gefällt mir's jetzt.«

Aber siehst du? das Schifflein war schmal,
Das Büblein denkt: »Da fall' ich einmal«;
Da furcht' es sich gar sehr
Und sagt': »Ich mag nicht mehr;
Wenn nur was käme Und mich mitnähme!«

 Da ist die Schnecke gekrochen gekommen
 Und hat's Büblein mitgenommen;
 Das Büblein hat sich ins Schneckenhäuslein gesetzt
 Und hat gesagt: »Da gefällt mir's jetzt.«

Aber denk! die Schnecke war kein Gaul,
Sie war im Kriechen gar zu faul;
Dem Büblein ging's langsam zu sehr;
Es sagt': »Ich mag nicht mehr;
Wenn nur was käme
Und mich mitnähme!«

 Da ist der Reiter geritten gekommen,
 Der hat's Büblein mitgenommen;
 Das Büblein hat sich hinten aufs Pferd gesetzt
 Und hat gesagt: »So gefällt mir's jetzt.«

Aber gib acht! das ging wie der Wind,
Es ging dem Büblein gar zu geschwind;
Es hopft drauf hin und her
Und schreit: »Ich kann nicht mehr;
Wenn nur was käme
Und mich mitnähme!«

 Da ist ein Baum ihm ins Haar gekommen
 Und hat das Büblein mitgenommen;
 Er hat's gehängt an einen Ast gar hoch,
 Dort hängt das Büblein und zappelt noch.

 Das Kind fragt:
Ist Denn das Büblein gestorben?
 Antwort:
Nein! es zappelt ja noch!
Morgen gehn wir 'naus und tun's 'runter.