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title: "Viersilbige Charade | EPOCHE NAPOLEON"
url: "https://www.epoche-napoleon.net/werk/m/moellmann/gedichte/94.html"
description: Das Gedicht »Viersilbige Charadestammt aus der im Jahre 1838 unter dem Titel »Gedichte des blinden Constantin Möllmann in Dinslaken (bei Wesel)« veröffentlichten Werk des Schriftstrellers Constantin Möllmann (1792-1858)
author: Michael Gnessner
date: 2025-02-21
modified: 2025-05-25
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# Viersilbige Charade | EPOCHE NAPOLEON

Viersilbige Charade
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Gewiss schon hörtest Du erschallen
Das laute erste Silbenpaar;
Auch ich vernahm’s mit Wohlgefallen
Von jener grün geschmückten Schaar.
Doch ließ ich gern sie alle schweigen,
Die sich damit bewaffnet zeigen.

Ganz feierlich und langsam schreitet
Das zweite Silbenpaar einher,
Von großer Anzahl oft begleitet;
Doch dieser Gang wird Manchem schwer;
Er möchte lieber seinen Jammer
Beweinen heim in stiller Kammer.

Das Ganze zeigt in unsern Tagen
Sich überall und wohl auch hier,
Und herzlich würd’ ich Dich beklagen,
Mein Freund, sah’ man es auch in Dir.
Doch solltest Du die Schmach erdulden,
Gewiss es ist nicht mein Verschulden.

Zwar fand ich stets die Huld der Frauen,
Auch ließ in meiner dunklen Nacht
Sich wohl einmal ein Irrlicht schauen,
Das bald vom Wege mich gebracht;
Doch blieb ich Mann bei meinem Treiben,
Und ließ auch Andre — Männer — bleiben.