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title: "Trost | EPOCHE NAPOLEON"
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description: »Trost« ist ein Gedicht aus der Sammlung »Leyer und Schwert« des in den Befreiungskriegen gefallenen Dichters Karl Theodor Körners (1791-1813), das durch seinen Vater Christian Gottlieb Körner posthum veröffentlicht wurde.
author: Michael Gnessner
date: 2014-01-31
modified: 2026-08-28
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# Trost | EPOCHE NAPOLEON

###  Leyer und Schwert

 Trost
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 Wie wir so treu beisammen stehn
 Mit unverfälschtem Blut!
 Der Feierstunde heilig Wehn
 Schwellt meinen jungen Mut.
 Es treibt mich rasch zum Liede fort,
 Zum Harfensturm hinaus.
 Im Herzen lebt ein kühnes Wort ?
 Was gilt's? ich sprech' es aus.

 Die Zeit ist schlimm, die Welt ist karg,
 Die Besten weggerafft,
 Die Erde wird ein großer Sarg
 Der Freiheit und der Kraft.
 Doch Mut! ? Wenn auch die Tyrannei
 Die deutsche Flur zertrat:
 In vielen Herzen, still und treu,
 Keimt noch des Guten Saat.

 Verschüchtert durch den blut'gen Ruhm
 Und durch der Schlachten Glück,
 Flohn zu der Seele Heiligtum
 Die Künste scheu zurück.
 Sind auch die Thäler jetzt verwaist,
 Wo sonst ihr Tempel war:
 Es bleibt doch jeder reine Geist
 Ihr ewiger Altar.

 Und Freundestreu' und Wahrheit gilt
 Noch eine heil'ge Pflicht.
 Sieh, wie der Giesbach brausend schwillt!
 Du rufst ? mich schreckt er nicht.
 Und läg' es vor mir wolkenweit
 Und sternhoch über mir:
 Beim Gott! ich halte meinen Eid.
 Schlag' ein! ich folge dir!

 Und Frauenunschuld, Frauenlieb'
 Steht noch als höchstes Gut,
 Wo deutscher Ahnen Sitte blieb
 Und deutscher Jünglingsmut.
 Noch trifft den Frevler heil'ger Bann,
 Der diesen Zauber stört;
 Wer für sein Lieb nicht sterben kann,
 Ist keines Kusses wert.

 Auch du hast noch nicht ausgeflammt,
 Du heil'ge Religion!
 Was von der ew'gen Liebe stammt,
 Ist zeitlich nicht entflohn.
 Das Blut wäscht die Altäre rein,
 Die wir entheiligt sehn.
 Die Kreuze schlägt man frevelnd ein,
 Doch bleibt der Glaube stehn.

 Und noch regt sich mit Adlersschwung
 Der vaterländ'sche Geist,
 Und noch lebt die Begeisterung,
 Die alle Ketten reißt.
 Und wie wir hier zusammenstehn,
 In Lust und Lied getaucht,
 So wollen wir uns wiedersehn,
 Wenn's von den Bergen raucht.

 Dann frisch, Gesellen! Kraft und Mut
 Der Tag der Rache kömmt! ?
 Bis wir sie mit dem eignen Blut
 Vom Boden weggeschwemmt!
 Und du im freien Morgenrot,
 Zu dem die Hymne stieg,
 Du führ' uns, Gott ? wär's auch zum Tod ?
 Führ' nur das Volk zum Sieg!