---
title: "Reiterlied | EPOCHE NAPOLEON"
url: "https://www.epoche-napoleon.net/werk/k/koerner02/leier-und-schwert/reiterlied.html"
description: »Reiterlied« ist ein Gedicht aus der Sammlung »Leyer und Schwert« des in den Befreiungskriegen gefallenen Dichters Karl Theodor Körners (1791-1813), das durch seinen Vater Christian Gottlieb Körner posthum veröffentlicht wurde.
author: Michael Gnessner
date: 2014-01-31
modified: 2026-08-28
---

# Reiterlied | EPOCHE NAPOLEON

###  Leyer und Schwert

 Reiterlied
============

####  Nach der Weise: »Es gibt nichts Lust'gers auf der Welt.«

 Frisch auf, frisch auf mit raschem Flug!
 Frei vor dir liegt die Welt,
 Wie auch des Feindes List und Trug
 Uns rings umgattert hält.
 Steig', edles Roß, und bäume dich,
 Dort winkt der Eichenkranz!
 Streich' aus, streich' aus und trage mich
 Zum lust'gen Schwertertanz!

 Hoch in den Lüften, unbesiegt,
 Geht frischer Reitersmut!
 Was unter ihm im Staube liegt,
 Engt nicht das freie Blut.
 Weit hinter ihm liegt Sorg' und Not
 Und Weib und Kind und Herd,
 Vor ihm nur Freiheit oder Tod,
 Und neben ihm das Schwert.

 So geht's zum lust'gen Hochzeitfest,
 Der Brautkranz ist der Preis;
 Und wer das Liebchen warten läßt,
 Den bannt der freie Kreis.
 Die Ehre ist der Hochzeitgast,
 Das Vaterland die Braut;
 Wer sie recht brünstiglich umfaßt,
 Den hat der Tod getraut.

 Gar süß mag solch ein Schlummer sein
 In solcher Liebesnacht;
 In Liebchens Armen schläfst du ein,
 Getreu von ihr bewacht.
 Und wenn der Eiche grünes Holz
 Die neuen Blätter schwellt,
 So weckt sie dich mit freud'gem Stolz
 Zur ew'gen Freiheitswelt.

 Drum, wie sie fällt und wie sie steigt,
 Des Schicksals rasche Bahn,
 Wohin das Glück der Schlachten neigt:
 Wir schauen's ruhig an.
 Für deutsche Freiheit woll'n wir stehn!
 Sei's nun in Grabes Schoß,
 Sei's oben auf des Sieges Höh'n:
 Wir preisen unser Los.

 Und wenn uns Gott den Sieg gewährt ?
 Was hilft euch euer Spott?
 Ja! Gottes Arm führt unser Schwert,
 Und unser Schild ist Gott!
 Schon stürmt es mächtig ringsumher,
 Drum, edler Hengst, frisch auf!
 Und wenn die Welt voll Teufel wär',
 Dein Weg geht mitten drauf!