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title: "An die Königl. Hof-Bauadministration wegen ein paar geschenkter eiserner Spahröfen. | EPOCHE NAPOLEON"
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description: »An die Königl. Hof-Bauadministration wegen ein paar geschenkter eiserner Spahröfen« ist ein Gedicht der aus Danzig stammenden Schriftstellerin Anna Louisa Karsch (1722-1791), die unter dem Namen »Die Karschin« bekannt war.
author: Michael Gnessner
date: 2014-01-31
modified: 2024-12-23
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# An die Königl. Hof-Bauadministration wegen ein paar geschenkter eiserner Spahröfen. | EPOCHE NAPOLEON

An die Königl. Hof-Bauadministration wegen ein paar geschenkter eiserner Spahröfen.
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Verzeihung von der Königlichen
 Administration, bitt' ich,
 Weil mancher Tag schon fortgewichen,
 Und auch des Winters Länge sich
 So nach und nach hinweg geschlichen,
 Eh die dankbare Karschin sich
 Mit großem Dank hat abgefunden
 Für ein paar Öfchen, ihr geschenkt.
 Sie zählte gar viel kranke Stunden,
 War halb schon aus der Welt gelenkt
 In andre nicht bekannte Welten,
 Wo man Bestrafung und Vergelten
 Für gut' und böse That empfängt -
 Wär nicht mein Geist von seltner Stärke,
 Er wäre längst hinweggedrängt,
 Denn schwach sind nur die Außenwerke,
 Sie werden wahrlich keinen Schmaus
 Für irgend einen Grabwurm geben,
 Man trägt nur Haut und Bein ins finstre Leichenhaus.
 Ich denk es ohne grauses Beben.
 Warum sollt ich betrübt ein Achgeschrey erheben
 Beim Anblick meines Bleichgesichts?

Kalt ist das Grab, davon empfindet nichts
 Das Wesen, welches in mir denket,
 Sein Feuer widersprichts -
 Und daß sich's dermaleinst an Lethens Ufer tränket;
 Dieß glaube wer da mag und kann,
 Ich nehme diesen Wahn nicht an,
 Weil ich durchaus nicht will vergessen,
 Was mir hienieden Guts geschehn;
 Weil ich auch dort noch will ermessen,
 Welch Auge mich hier gern gesehn,
 Und welche Hand mirs leichter machte
 Zu wallen auf dem Lebenspfad,
 Wo oft mein Fuß auf Dornen trat -
 Selbst da der beste König dachte,
 Daß meine Laufbahn bis ans Ziel,
 Nun Rosen ohne Dornen brachte,
 Denn so befahls Sein Königlich Gefühl -
 Wie der Befehl ward ausgerichtet,
 Ist Jedermann zur Augenschau,
 Der auf der neuen Brücke Bau
 Die Sphinx betrachtet, die erdichtet
 Von großen Fabeldichtern ward.
 Er darf nur rechter Hand sich drehen,
 Da wird er mit Verwundrungsart
 Das Eckchen meines Hauses sehen -
 Das ein recht hochgewachsner Mann,
 Wie weiland Potsdams Gardemänner,
 Mit seinem Arm umspannen kann.
 Indessen lad' ich meine Gönner
 Und Gönnerinnen freundlich ein,
 Nicht auf sechs Schüsseln, nicht auf Wein:
 Nein, meine Wohnung nur zu schauen,
 Lad ich Sie ein,
 Und kann's Euch schwören mit Vertrauen,
 Daß ihre Niedlichkeit Sie reizt,
 So wahr mit wenig Glut das Eisenöfchen heizt.