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title: "Der Prinzessin Auguste von Homburg | EPOCHE NAPOLEON"
url: "https://www.epoche-napoleon.net/werk/h/hoelderlin/gedichte05/21.html"
description: Das Gedicht »Der Prinzessin Auguste von Homburg« wurde vom Schriftsteller Friedrich Hölderlin (1770-1843) während seiner Zeit in Homburg in den Jahren 1798 und 1800 verfasst.
author: Michael Gnessner
date: 2025-01-05
modified: 2026-08-28
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# Der Prinzessin Auguste von Homburg | EPOCHE NAPOLEON

####  Gedichte

###  Homburg

 Der Prinzessin Auguste von Homburg
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Noch freundlichzögernd scheidet vom Auge dir
 Das Jahr, und in hesperischer Milde glänzt
 Der Winterhimmel über deinen
 Gärten, den dichtrischen, immergrünen.

Und da ich deines Festes gedacht' und sann,
 Was ich dir dankend reichte, da weilten noch
 Am Pfade Blumen, daß sie dir zur
 Blühenden Krone, du Edle, würden.

Doch andres beut dir, Größeres, hoher Geist!
 Die festlichere Zeit, denn es hallt hinab
 Am Berge das Gewitter, sieh! und
 Klar, wie die ruhigen Sterne, gehen

Aus langem Zweifel reine Gestalten auf;
 So dünkt es mir; und einsam, o Fürstin! ist
 Das Herz der Freigebornen wohl nicht
 Länger im eigenen Glück; denn würdig

Gesellt im Lorbeer ihm der Heroë sich,
 Der schöngereifte, echte; die Weisen auch,
 Die Unsern, sind es wert; sie blicken
 Still aus der Höhe des Lebens, die ernsten Alten.

Geringe dünkt der träumende Sänger sich,
 Und Kindern gleich am müßigen Saitenspiel,
 Wenn ihn der Edlen Glück, wenn ihn die
 Tat und der Ernst der Gewalt'gen aufweckt.

Doch herrlicht mir dein Name das Lied; dein Fest
 Augusta! durft' ich feiern; Beruf ist mirs,
 Zu rühmen Höhers, darum gab die
 Sprache der Gott und den Dank ins Herz mir.

O daß von diesem freudigen Tage mir
 Auch meine Zeit beginne, daß endlich auch
 Mir ein Gesang in deinen Hainen,
 Edle! gedeihe, der deiner wert sei.