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title: "Götter wandelten einst | EPOCHE NAPOLEON"
url: "https://www.epoche-napoleon.net/werk/h/hoelderlin/gedichte05/03.html"
description: Das Gedicht »Götter wandelten einst« wurde vom Schriftsteller Friedrich Hölderlin (1770-1843) während seiner Zeit in Homburg in den Jahren 1798 und 1800 verfasst.
author: Michael Gnessner
date: 2024-12-04
modified: 2026-08-28
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# Götter wandelten einst | EPOCHE NAPOLEON

####  Gedichte

###  Homburg

 Götter wandelten einst
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Götter wandelten einst bei Menschen, die herrlichen Musen
 Und der Jüngling, Apoll, heilend, begeisternd wie du.
Und du bist mir, wie sie, als hätte der Seligen Einer
 Mich ins Leben gesandt, geh ich, es wandelt das Bild
Meiner Heldin mit mir, wo ich duld und bilde, mit Liebe
 Bis in den Tod, denn dies lernt ich und hab ich von ihr.

Laß uns leben, o du, mit der ich leide, mit der ich
 Innig und glaubig und treu ringe nach schönerer Zeit.
Sind doch wirs! und wüßten sie noch in kommenden Jahren
 Von uns beiden, wenn einst wieder der Genius gilt,
Sprachen sie: es schufen sich einst die Einsamen liebend
 Nur von Göttern gekannt ihre geheimere Welt.
Denn die Sterbliches nur besorgt, es empfangt sie die Erde,
 Aber näher zum Licht wandern, zum Aether hinauf
Sie, die inniger Liebe treu, und göttlichem Geiste
 Hoffend und duldend und still über das Schicksal gesiegt.