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title: "An Stella | EPOCHE NAPOLEON"
url: "https://www.epoche-napoleon.net/werk/h/hoelderlin/gedichte01-6.html"
description: Das Gedicht »An Stella« wurde vom Schriftsteller Friedrich Hölderlin (1770-1843) zwischen 1784 und 1788 während seiner Zeit in Denkendorf und Maulbron verfasst.
author: Michael Gnessner
date: 2024-12-04
modified: 2026-08-28
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# An Stella | EPOCHE NAPOLEON

####  Gedichte

###  Denkendorf und Maulbronn

 An Stella
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Du gute Stella! wähnest du mich beglückt,
 Wann ich im Tale still und verlassen, und
 Von dir vergessen wandle, wann in
 Flüchtigen Freuden dein Leben hinhüpft?

Schon oft, wenn meine Brüder, die Glückliche,
 So harmlos schliefen, blickt ich hinauf, und fragt
 Im Geiste, ob ich glücklich seie —
 Bin ich ein glücklicher Jüngling, Stella?

Es streut der Schöpfer seliges Lächeln oft
 In meine Tage, gibt mir der heiligen
 Empfindungen, der Freuden, recht zu
 Handeln, so viele, der gute Schöpfer:

Doch gibt es Wünsche, denen der Spötter höhnt —
 O Stella! du nicht! höhne dem Armen nicht! —
 Gibt unerfüllte Wünsche — - Tugend,
 Hehre Gefährtin! du kennst die Wünsche.

Ach laß mich weinen! — nein! ich will heiter sein
 Ist ja ein Ort, wo nimmer gewünscht wird, wo
 Der Sterbliche sein Schicksal preiset, —
 Dort ist es, wo ich dich wiedersehe.

Und stürb' ich erst mit grauem, gebeugtem Haupt
 Nach langem Sehnen, endlich erlöst zu sein,
 Und sähe dich als Pilger nimmer,
 Stella! so seh ich dich jenseits wieder.