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title: "34b. Epigramm | EPOCHE NAPOLEON"
url: "https://www.epoche-napoleon.net/werk/g/goethe/gedichte1827/08/035.html"
description: Das »34b. Epigramm« gehört zu den 1790 vom Schriftstelle rund Dichter Johann Wolfgang (1749-1832) von Goethe verfassten »Epigrammen. Venedig 1790«. Diese erschienen erstmals in einer Auswahl von 24 Epigrammen im Jahre 1791. Der gesaamte Zyklus wurde 1800 erstmals gedruckt.
author: Michael Gnessner
date: 2025-05-18
modified: 2025-05-19
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# 34b. Epigramm | EPOCHE NAPOLEON

34b
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Klein ist unter den Fürsten Germaniens freilich der meine;
 Kurz und schmal ist sein Land, mäßig nur, was er vermag.
Aber so wende nach innen, so wende nach außen die Kräfte
 Jeder; da wär's ein Fest, Deutscher mit Deutschen zu sein.
Doch was priesest du *ihn*, den Taten und Werke verkünden?
 Und bestochen erschien' deine Verehrung vielleicht;
Denn mir hat er gegeben, was Große selten gewähren,
 Neigung, Muße, Vertraun, Felder und Garten und Haus.
Niemand braucht ich zu danken als ihm, und manchesbedurft ich,
 Der ich mich auf den Erwerb schlecht, als ein Dichter, verstand.
Hat mich Europa gelobt, was hat mir Europa gegeben?
 Nichts! Ich habe, wie schwer' meine Gedichte bezahlt.
Deutschland ahmte mich nach, und Frankreich mochte mich lesen.
 England, freundlich empfingst du den zerrütteten Gast.
Doch was fördert es mich, daß auch sogar der Chinese
 Malet mit ängstlicher Hand Werthern und Lotten auf Glas?
Niemals frug ein Kaiser nach mir, es hat sich kein König
 Um mich bekümmert, und er war mir August und Mäcen.