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title: "Römische Elegien - XVI | EPOCHE NAPOLEON"
url: "https://www.epoche-napoleon.net/werk/g/goethe/gedichte1827/05/16.html"
description: Die XVI. Elegie von XX Elegien, die zwischen 1788 und 1790 von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) nach seiner Rückkehr aus Italien verfasst und erschienen unter 1795 unter dem Titel »Elegien Rom 1788,«
author: Michael Gnessner
date: 2025-02-21
modified: 2025-05-17
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# Römische Elegien - XVI | EPOCHE NAPOLEON

XVI.
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###  Römische Elegien.

»Warum bist du, Geliebter, nicht heute zur Vigne gekommen?
 Einsam, wie ich versprach, wartet ich oben auf dich.« -
Beste, schon war ich hinein; da sah ich zum Glücke den Oheim
 Neben den Stöcken, bemüht, hin sich und her sich zu drehn.
Schleichend eilt ich hinaus! - »Oh, welch ein Irrtum ergriff dich!
 Eine Scheuche nur war's, was dich vertrieb! Die Gestalt
Flickten wir emsig zusammen aus alten Kleidern und Rohren;
 Emsig half ich daran, selbst mir zu schaden bemüht.«
Nun, des Alten Wunsch ist erfüllt; den losesten Vogel
 Scheucht' er heute, der ihm Gärtchen und Nichte bestiehlt.