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title: "Römische Elegien - XI | EPOCHE NAPOLEON"
url: "https://www.epoche-napoleon.net/werk/g/goethe/gedichte1827/05/11.html"
description: Die XI. Elegie von XX Elegien, die zwischen 1788 und 1790 von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) nach seiner Rückkehr aus Italien verfasst und erschienen unter 1795 unter dem Titel »Elegien Rom 1788,«
author: Michael Gnessner
date: 2025-02-21
modified: 2025-05-17
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# Römische Elegien - XI | EPOCHE NAPOLEON

XI.
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Euch, o Grazien, legt die wenigen Blätter ein Dichter
 Auf den reinen Altar, Knospen der Rose dazu,
Und er tut es getrost. Der Künstler freuet sich seiner
 Werkstatt, wenn sie um ihn immer ein Pantheon scheint.
Jupiter senket die göttliche Stirn, und Juno erhebt sie;
 Phöbus schreitet hervor, schüttelt das lockige Haupt;
Trocken schauet Minerva herab, und Hermes, der leichte,
 Wendet zur Seite den Blick, schalkisch und zärtlich zugleich
Aber nach Bacchus, dem weichen, dem träumenden, hebet Cythere
 Blicke der süßen Begier, selbst in dem Marmor noch feucht.
Seiner Umarmung gedenket sie gern und scheinet zu fragen:
 Sollte der herrliche Sohn uns an der Seite nicht stehn?