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title: "Römische Elegien - III | EPOCHE NAPOLEON"
url: "https://www.epoche-napoleon.net/werk/g/goethe/gedichte1827/05/03.html"
description: Die III. Elegie von XX Elegien, die zwischen 1788 und 1790 von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) nach seiner Rückkehr aus Italien verfasst und erschienen unter 1795 unter dem Titel »Elegien Rom 1788,«
author: Michael Gnessner
date: 2025-02-21
modified: 2025-05-17
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# Römische Elegien - III | EPOCHE NAPOLEON

III.
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###  Römische Elegien.

Laß dich, Geliebte, nicht reun, daß du mir so schnell dich ergeben!
 Glaub es, ich denke nicht frech, denke nicht niedrig von dir.
Vielfach wirken die Pfeile des Amor: einige ritzen,
 Und vom schleichenden Gift kranket auf Jahre das Herz.
Aber mächtig befiedert, mit frisch geschliffener Schärfe,
 Dringen die andern ins Mark, zünden behende das Blut.
In der heroischen Zeit, da Götter und Göttinnen liebten,
 Folgte Begierde dem Blick, folgte Genuß der Begier.
Glaubst du, es habe sich lange die Göttin der Liebe besonnen,
 Als im Idäischen Hain einst ihr Anchises gefiel?
Hätte Luna gesäumt, den schönen Schläfer zu küssen,
 O so hätt ihn geschwind, neidend, Aurora geweckt.
Hero erblickte Leandern am lauten Fest, und behende
 Stürzte der Liebende sich heiß in die nächtliche Flut.
Rhea Silvia wandelt, die fürstliche Jungfrau, der Tiber
 Wasser zu schöpfen, hinab, und sie ergreifet der Gott.
So erzeugte die Söhne sich Mars! - Die Zwillinge tränket
 Eine Wölfin, und Rom nennt sich die Fürstin der Welt.