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title: "Römische Elegien - I | EPOCHE NAPOLEON"
url: "https://www.epoche-napoleon.net/werk/g/goethe/gedichte1827/05/01.html"
description: Die I. Elegie von XX Elegien, die zwischen 1788 und 1790 von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) nach seiner Rückkehr aus Italien verfasst und erschienen unter 1795 unter dem Titel »Elegien Rom 1788,«
author: Michael Gnessner
date: 2025-02-21
modified: 2025-05-17
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# Römische Elegien - I | EPOCHE NAPOLEON

I.
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###  Römische Elegien

Saget, Steine, mir an, o sprecht, ihr hohen Paläste!
 Straßen, redet ein Wort! Genius, regst du dich nicht?
Ja, es ist alles beseelt in deinen heiligen Mauern,
 Ewige Roma; nur mir schweiget noch alles so still.
O wer flüstert mir zu, an welchem Fenster erblick ich
 Einst das holde Geschöpf, das mich versengend erquickt?
Ahn ich die Wege noch nicht, durch die ich immerund immer,
 Zu ihr und von ihr zu gehn, opfre die köstliche Zeit?
Noch betracht ich Kirch und Palast, Ruinen und Säulen,
 Wie ein bedächtiger Mann schicklich die Reise benutzt.
Doch bald ist es vorbei; dann wird ein einziger Tempel,
 Amors Tempel, nur sein, der den Geweihten empfängt.
Eine Welt zwar bist du, o Rom; doch ohne die Liebe
 Wäre die Welt nicht die Welt, wäre denn Rom auch nicht Rom.