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title: "An Adoniden | EPOCHE NAPOLEON"
url: "https://www.epoche-napoleon.net/werk/b/buerger/gedichte-1789/01/59.html"
description: Das Gedicht »An Adoniden« stammt von Gottfried August Bürger (1747-1794) und gehört zu seiner Sammlung »Gedichte 1789«, die in insgesamt 3 Bänden erschien.
author: Michael Gnessner
date: 2012-12-24
modified: 2024-12-23
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# An Adoniden | EPOCHE NAPOLEON

Erstes Buch - Lyrische Gedichte.
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###  An Adoniden

 O Adonide, welche Kraft
 Zwingt alle Kerzen, dir zu schlagen?
 Die Huldgöttinnen könnten's sagen;
 Verrieten sie die Wissenschaft.

 Käm' uns Homer zurück ins Leben,
 Und fühlte diesen Drang und Zug;
 Würd' er die Schuld dem Gürtel geben,
 Den Venus um den Busen trug.

 Weißt du, was er davon gesungen?
 Darein war alle Zauberei
 Der Liebe, Lächeln, Schmeichelei
 Und linder Zephyrsinn verschlungen;

 War Witz verwebet, froh und leicht,
 Und ah! das süße Huldgekose,
 Das, wie ein mildes Öl der Rose,
 Sogar des Weisen Herz beschleicht.

 Nicht Jugendreiz, der bald verblühet,
 Es ist die ewige Magie
 Des Gürtels, den dir Venus lieh,
 Der so die Herzen an sich ziehet!

 Und noch im Herbste werden die
 Für dich, wie jetzt im Lenze, lodern,
 Und sehnend Lieb' um Liebe fodern:
 Denn Huldgöttinnen altern nie.