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title: "An die Nymphe des Negenborns | EPOCHE NAPOLEON"
url: "https://www.epoche-napoleon.net/werk/b/buerger/gedichte-1789/01/30.html"
description: Das Gedicht »An die Nymphe des Negenborns« stammt von Gottfried August Bürger (1747-1794) und gehört zu seiner Sammlung »Gedichte 1789«, die in insgesamt 3 Bänden erschien.
author: Michael Gnessner
date: 2012-12-24
modified: 2024-12-23
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# An die Nymphe des Negenborns | EPOCHE NAPOLEON

Erstes Buch - Lyrische Gedichte.
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###  An die Nymphe des Neugeborns

 Neig' aus deines Vaters Halle,
 Felsentochter, mir dein Ohr!
 Hell im Schimmer der Krystalle,
 Hell im Silberschleier, walle,
 Reine Nymphe, wall' hervor!

 Libern jauchzet die Mänade
 Huldigung bei Zymbelklang.
 Dir nur, glänzende Najade,
 Deiner Urne, deinem Bade
 Weihte keiner Hochgesang? ?

 Wohl, ich weih' ihn! Wo der Zecher,
 Der des Preises spotten soll?
 Ha! Wo ist er? Ich bin Rächer!
 Fleuch! Mein Bogen tönt! Mein Köcher
 Rasselt goldner Pfeile voll!

 Hier, wie aus der Traube, quillet
 Geist und Leben, frisch und rein,
 Leben, das den Hirten füllet,
 Das den Durst der Herde stillet,
 Welches Wiese tränkt und Hain.

 Horch! Es rauscht im Felsenhaine,
 Woget auf der Wies' entlang,
 Leckt im Widder auf dem Raine,
 Schauert durch das Mark der Beine,
 Kühlt des Wandrers heißen Gang.

 Saugt aus Wein der Klee sein Leben,
 Wohlgeruch und Honigsaft? ?
 Kraut und Blumen, selbst die Reben
 Danken dir, o Nais, Leben,
 Würze, Süßigkeit und Kraft.

 Lebensfülle, Kraft und Streben
 Trank auch ich schon oft bei dir.
 Drob sei auch von nun an Leben
 Und Unsterblichkeit gegeben
 Deinem Namen für und für.