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title: "Ich denke Dein. | EPOCHE NAPOLEON"
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description: Das Gedicht »Ich denke Dein.« stammt von Friederike Brun (1765-1835) und erschien im Jahre 1795 in dem Büchlein »Gedichte«, das Friedrich Matthisson herausgab.
author: Michael Gnessner
date: 2014-03-09
modified: 2026-10-17
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# Ich denke Dein. | EPOCHE NAPOLEON

Ich denke Dein.
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Ich denke dein, wenn sich im Blütenregen
 Der Frühling mahlt;
Und wenn des Sommers mild gereifter Seegen
 In Aehren stralt.

Ich denke dein, wenn sich das Weltmeer tönend
 Gen Himmel hebt,
Und vor der Wogen Wuth das Ufer stöhnend
 Zurückebebt.

Dein denk’ ich, wenn der junge Tag sich golden
 Der See enthebt,
An neugebornen zarten Blumendolden
 Der Frühthau schwebt.

Ich denke dein, wenn sich der Abend röthend
 Im Hain verliert,
Und Philomelens Klage leise flötend
 Die Seele rührt.

Dein denk’ ich, wenn im bunten Blätterkranze
 Der Herbst uns grüßt;
Dein, wenn, in seines Schneegewandes Glanze,
 Das Jahr sich schließt.

Am Hainquell, ach! im leichten Erlenschatten
 Winkt mir dein Bild!
Schnell ist der Wald, schnell sind die Blumenmatten
 Mit Glanz erfüllt.

Beim trüben Lampenschein, in bittern Leiden,
 Gedacht’ ich dein!
Die bange Seele flehte nah’ am Scheiden:
 »Gedenke mein!«

Ich denke dein, bis wehende Zypressen
 Mein Grab umziehn;
Und selbst in Lethe’s Strom soll unvergessen
 Dein Name blühn!