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title: "Der gestrige Abend | EPOCHE NAPOLEON"
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description: Das Gedicht »Der gestrige Abend« stammte von der Schriftstellerin Susanne von Bandemer (1751-1828) und erschienen im Jahre 1802 im GEdichtband »Neue vermischte Gedichte«.
author: Michael Gnessner
date: 2013-10-19
modified: 2024-12-23
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# Der gestrige Abend | EPOCHE NAPOLEON

Der gestrige Abend
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Selig! selig! die, so ganz versunken
 Im Gefühl der Liebe, dir im Arme lag:
 Ach, sie lauschte hoher Wonne trunken
 Auf des Herzens stärkern Schlag.

 Der dir, - Holder, den ein Gott mir wählte -
 Mit der reinsten Liebe sanft die Brust durchbebt,
 Und mich mehr, als Amors Neuvermählte,
 Zu Elysium erhebt.

 Frey von jedem sinnlichen Verlangen,
 In dem süssen Einklang reiner Harmonie,
 Fühlt ich Trauter! ach, von dir umpfangen
 Unsrer Seelen Sympathie.

 Nein, nie fühlt' ich, was ich dort empfunden!
 Unaussprechlicher hat Liebe nie beglückt!
 O, in dieser seligsten der Stunden,
 Ward mein Geist der Welt entrückt.

 Und durchdrungen von dem reinsten Feuer
 Hob die Sterbliche zur Göttin sich empor:
 Du allein beseltest meine Leyer
 Mehr, als der Kamönen Chor.

 Dir erthönen diese Silbersaiten,
 Und mit einer nahmenlosen Lust
 Fühlen wir, der Liebe Eingeweihten,
 Schon den Himmel in der Brust.