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title: "Vorrede | EPOCHE NAPOLEON"
url: "https://www.epoche-napoleon.net/werk/a/ascher/politik/napoleon-oder-ueber-den-fortschritt-der-regierung/vorrede.html"
description: "Saul Ascher: Napoleon oder über den Fortschritt der Regierung. Eine politische Schrift aus dem Jahre 1807 des jüdischen Philosophen Saul Ascher. Vorrede"
image: "https://www.epoche-napoleon.net/fileadmin/bilder/faksimile/buchcover/Ascher-Saul-Napoleon-oder-uber-den-Fortschritt-der-Regierung.jpg"
author: Michael Gnessner
date: 2018-12-31
modified: 2026-10-17
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# Vorrede | EPOCHE NAPOLEON

Napoleon oder über den Fortschritt der Regierung
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 Vorrede
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*Es* ist ganz in der Ordnung, wenn die Menschen, in gewissen Verhältnissen geboren, an einer Erscheinung oder Begebenheit, welche ihnen diese zu entreißen oder zu verrücken drohet, immer eine furchtbare Seite erblicken , die sich ihrer so bemeistert, daß sie keine lachende Ansicht derselben abzugewinnen vermögen. Ohnfehlbar bewirkt die kolossalische Umwälzung der Dinge in Europa, welche der Genius *[Napoleons](https://www.epoche-napoleon.net/bio/b/bonaparte.html "Bonaparte, Napoléon")* bewirkt, in dem Gemühte des Großheils der Menschen eine solche Stimmung. Es kann aber nichts eine größere Aermlichkeit grörsere Aerrnlichkeit an Einsicht in die Oekonomie der Welteinichtung verrathen, als wenn man selbst Männern, denen man eine freie Ansicht von Gottes weiter Welt zutrauen sollte, bei dem Außteigen eines düstern Gewölkes am Horizont, von dem Gedanken des Weltuntergangs gepeinigt findet.

Wie furchtsam und schüchtern sieht nicht jetzt in dem Zeitalter *[Napoleons](https://www.epoche-napoleon.net/bio/b/bonaparte.html "Bonaparte, Napoléon")* noch mancher solcher gebildeter Köpfe in der Zukunft hinaus! Warum blickt er aber nicht hinter sich in die Vergangenheit? Von dorther wird ihm eine feste Stütze entgegen leuchten, die ihn zum wenigsten von dem schwindelnden Gefühle retten wird, von d.em er sich fortgerissen empfindet. Wenigstens wird er gewahren: daß, wenn bisher große Resultate in dem Kreise der Gesellschaft sich entwickelten, sie immer durch bedeutende und mächtige Erschütterungen herbeigef ührt worden sind, und endlich sich mit der tröstlichen Aus­sicht retten: daß dem Menschen auch jetzt Hoffnung zur Rückkehr einer heilsamen Ordnung verbleibe.

Es kann daher nichts Unverdienstliches sein, eine Ideenreihe aufzustellen, die kein geringeres Resultat giebt: als daß in den kühnen, unvergleichbaren, und glücklich durchgeführten Unternehmungen *[Napoleons](https://www.epoche-napoleon.net/bio/b/bonaparte.html "Bonaparte, Napoléon")*, dasjenige zum Heil der Menschheit beför­dert werden dürfte, wozu sie bereits, durch frühere und furchtborere Schicksale, die Keime allmählig entwickelt hat.

Nicht zu blinder Verehrung, zu sklavischer Achtung soll das Gemüth für ein Wesen hingerissen werden, das uns in einen *[Napoleons](https://www.epoche-napoleon.net/bio/b/bonaparte.html "Bonaparte, Napoléon")*, aufgestellt wird. Nein! Es muß ihm in dessen Wirksamkeit aufgezeigt werden: daß Er die große Bahn zu verfolgen bestimmt ist, die zum Heil der Menschheit das allwaltende Schicksal von der Urzeit an eröffnet hat, um sie der Vollkommenheit einer völligen Ausbildung entgegen zu führen.

Glücklich wird sich der ·Verfasser fühlen, wenn es durch folgende hingeworfene Ideen, ihm gelingen sollte, in dem, vom Drange der Begebenheiten bestürmten Geiste des Zeitalters, die Empfänglichkeit für eine Ansicht zu erwecken, die einzig und allein eine wohlwollende Stimmung für Europas verlebte, zeitige und künftige Schicksale verbreiten dürfte.

Und schmeichelhaft wird es ihm sein, wenn der Faden, nach welchem er diese aufgefaßt, von den Kennern eben des Beifalls gewürdigt werden dürfte, dessen sich seine *Ideen zur natürlichen Geschichte der politischen Revolutione*n zu erfreuen hatten.