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title: "Der Pfalzgraf | EPOCHE NAPOLEON"
url: "https://www.epoche-napoleon.net/werk/a/arnim02/wunderhorn02/127.html"
description: Der Text »Der Pfalzgraf« ist Teil der Märchen- und Sagensammlung »Des Knaben Wunderhorn«, dass durchd die Schriftsteller Ludwig Joachim von Arnmin und Clemens von Brentano in drei Bänden verfasst wurde.
author: Michael Gnessner
date: 2024-11-24
modified: 2026-08-28
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# Der Pfalzgraf | EPOCHE NAPOLEON

Der Pfalzgraf.
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 Des Knaben Wunderhorn
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Es reitet die Gräfin weit über das Feld,
Mit ihrem gelbhaarigen Töchterlein fein,
Sie reiten wohl in des Pfalzgrafen sein Zelt,
Und wollen fein frölich und lustig sein.
Frau Gräfin, was jagt ihr so früh schon hinaus?
O reitet mit eurem fein Liebchen nach Haus,
Der Pfalzgraf kommt selber gleich zu euch hinab,
Sie tragen ihn morgen hinunter ins Grab:

Es hat ihn eine Kugel so tödtlich verwundt,
Da starb er sogleich in der nämlichen Stund,
Da schickt er dem Fräulein ein Ringelein fein,
Soll seiner beim Scheiden noch eingedenk sein.

Hat dich o Pfalzgraf, die Kugel getroffen,
Wär ich viel lieber im Neckar ersoffen;
Trägt man den Liebsten zum Kirchhof herein,
Steig ich wohl mit ihm ins Brautbett hinein.

Will reichen ihm meinen jungfräulichen Kranz,
Will sterben und scheiden von Güter und Glanz;
Lieb Mutter, sez du mir den Kranz in das Haar,
Auf daß ich schön ruhen kann auf der Bahr.

Steck mir an den Finger das Ringlein fein,
Es mit mir soll liegen ins Grab hinein,
Ein schneeweisses Hemdelein zieh du mir an,
Auf daß ich kann schlafen bei meinem Mann.

Auf Töchterleins Grab sollst legen ein Stein,
Drauf sollen die Worte geschrieben seyn:
Hier ruhet der Pfalzgraf und seine Braut;
Da hat man den beiden das Brautbett gebaut.