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title: "Des Antonius von Padua Fischpredigt | EPOCHE NAPOLEON"
url: "https://www.epoche-napoleon.net/werk/a/arnim02/wunderhorn01/184.html"
description: Der Text »Des Antonius von Padua Fischpredigt« ist Teil der Märchen- und Sagensammlung »Des Knaben Wunderhorn«, dass durchd die Schriftsteller Ludwig Joachim von Arnmin und Clemens von Brentano in drei Bänden verfasst wurde.
author: Michael Gnessner
date: 2012-07-08
modified: 2026-08-28
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# Des Antonius von Padua Fischpredigt | EPOCHE NAPOLEON

Des Antonius von Padua Fischpredigt
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 Des Knaben Wunderhorn
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 Antonius zur Predig
 Die Kirche findt ledig,
 Er geht zu den Flüssen,
 Und predigt den Fischen;
 Sie schlagn mit den Schwänzen,
 Im Sonnenschein glänzen.

 Die Karpfen mit Rogen
 Sind all hieher zogen,
 Haben d' Mäuler aufrissen,
 Sich Zuhörens beflissen:
 Kein Predig niemalen
 Den Karpfen so gfallen.

 Spitzgoschete Hechte,
 Die immerzu fechten,
 Sind eilend herschwommen
 Zu hören den Frommen:
 Kein Predig niemalen
 Den Hechten so gfallen.

 Auch jene Phantasten
 So immer beym Fasten,
 Die Stockfisch ich meine
 Zur Predig erscheinen.
 Kein Predig niemalen
 Den Stockfisch so gfallen.

 Gut Aalen und Hausen
 Die Vornehme schmausen,
 Die selber sich bequemen,
 Die Predig vernehmen:
 Kein Predig niemalen
 Den Aalen so gfallen.

 Auch Krebsen, Schildkroten,
 Sonst langsame Boten,
 Steigen eilend vom Grund,
 Zu hören diesen Mund:
 Kein Predig niemalen
 Den Krebsen so gfallen.

 Fisch große, Fisch kleine,
 Vornehm' und gemeine
 Erheben die Köpfe
 Wie verständge Geschöpfe:
 Auf Gottes Begehren
 Antonium anhören.

 Die Predigt geendet,
 Ein jedes sich wendet,
 Die Hechte bleiben Diebe,
 Die Aale viel lieben.
 Die Predig hat gfallen,
 Sie bleiben wie alle.

 Die Krebs gehn zurücke,
 Die Stockfisch bleiben dicke,
 Die Karpfen viel fressen,
 Die Predig vergessen.
 Die Predig hat gfallen,
 Sie bleiben wie alle.