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title: "Der beständige Freyer | EPOCHE NAPOLEON"
url: "https://www.epoche-napoleon.net/werk/a/arnim02/wunderhorn01/181.html"
description: Der Text »Der beständige Freyer« ist Teil der Märchen- und Sagensammlung »Des Knaben Wunderhorn«, dass durchd die Schriftsteller Ludwig Joachim von Arnmin und Clemens von Brentano in drei Bänden verfasst wurde.
author: Michael Gnessner
date: 2012-07-08
modified: 2026-08-28
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# Der beständige Freyer | EPOCHE NAPOLEON

Der beständige Freyer
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 Des Knaben Wunderhorn
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 Andreas lieber Schutzpatron,
 Gib mir doch nur einen Mann!
 Räche doch jezt meinen Hohn,
 Sieh mein schönes Alter an!
 Krieg ich einen oder keinen? ? Einen.

 Einen krieg ich? Das ist schön!
 Wird er auch beständig seyn?
 Wird er auch zu andern gehn?
 Oder sucht er mir allein
 Und sonst keiner zu gefallen? ? Allen.

 Allen? Ey das wär nicht gut!
 Ist er schön und wohlgestalt?
 Ists ein Mensch der viel verthut?
 Ists ein Witwer? Ist er alt?
 Ist er hitzig oder kältlich? ? Aeltlich.

 Aeltlich? Aber doch galant?
 Nun so sage mir geschwind:
 Wer ist ihm denn anverwandt,
 Und wer seine Freunde sind?
 Sind sie auch von meines Gleichen? ? Leichen.

 Leichen? Ey, so erbt er viel!
 Hat er auch ein eignes Haus,
 Wenn er mich nun haben will:
 Und wie sieht es drinnen aus?
 Ist es auch von hübscher Länge? ? Enge.

 Enge? Ey wer fragt darnach?
 Wenn er nur ein größres schafft.
 Und wie stehts ums Schlafgemach?
 Ist das Bette auch von Tafft,
 Wo ich drinnen liegen werde? ? Erde.

 Erde? Das klingt wunderlich,
 Ist ein sehr nachdenklich Wort!
 Andreas, ach! ich bitte dich,
 Sage mir doch auch den Ort,
 Wo du ihn hast aufgehoben: ? Oben.

 Oben hat er seinen Platz?
 Nun, so merk' ich meine Noth,
 Der mir jezt beschriebene Schatz
 Ist vielleicht wohl gar schon todt,
 Ist mir sonst nichts übrig blieben? ? Lieben.

 Lieben soll ich nun das Grab?
 Ach! wie manches Herzeleid,
 Weil ich keinen haben mag,
 Hier in dieser Sterblichkeit,
 Keinen Krummen, keinen Lahmen! ? Amen.