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title: "Das heiße Afrika | EPOCHE NAPOLEON"
url: "https://www.epoche-napoleon.net/werk/a/arnim02/wunderhorn01/170.html"
description: Der Text »Das heiße Afrika« ist Teil der Märchen- und Sagensammlung »Des Knaben Wunderhorn«, dass durchd die Schriftsteller Ludwig Joachim von Arnmin und Clemens von Brentano in drei Bänden verfasst wurde.
author: Michael Gnessner
date: 2012-07-08
modified: 2026-08-28
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# Das heiße Afrika | EPOCHE NAPOLEON

Das heiße Afrika
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 Des Knaben Wunderhorn
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 Auf, auf! ihr Brüder und seyd stark!
 Der Abschiedstag ist da,
 Schwer liegt er auf der Seele, schwer!
 Wir sollen über Land und Meer,
 Ins heiße Afrika. :|:

 Ein dichter Kreis von Lieben steht,
 O, Brüder! um uns her.
 Uns knüpft so manches theure Band,
 An unser teutsches Vaterland,
 Drum fällt der Abschied schwer. :|:

 Dem bieten graue Eltern noch,
 Zum leztenmal die Hand,
 Den kosen Bruder, Schwester, Freund,
 Und alles schweigt, und alles weint,
 Todtblaß von uns gewandt. :|:

 Und wie ein Geist schlingt um den Hals,
 Das Liebchen sich herum,
 Willst mich verlassen liebes Herz,
 Auf ewig, und der bittre Schmerz,
 Machts arme Liebchen stumm. :|:

 Ist hart! Drum wirble du Tambur,
 Den Generalmarsch drein;
 Der Abschied macht uns sonst zu weich!
 Wir weinen kleinen Kindern gleich,
 Es muß geschieden seyn. :|:

 Lebt wohl! Ihr Freunde, sehn wir uns
 Vielleicht zum leztenmal,
 So denkt: Nicht für die kurze Zeit;
 Freundschaft ist für die Ewigkeit,
 Und Gott ist überall. :|:

 An Teutschlands Grenzen füllen wir
 Mit Erden unsere Hand,
 Und küssen sie, das sey der Dank
 Für deine Pflege, Speiß und Trank,
 Du liebes Vaterland. :|:

 Wann denn des Meeres Woge sich,
 An unserm Schiff zerbricht,
 So segeln wir gelassen fort,
 Dann Gott ist hier, und Gott ist dort,
 Und der verläst uns nicht. :|:

 Und ha, wenn sich der Tafelberg,
 Aus blauen Düften hebt,
 So strecken wir empor die Hand,
 Und jauchzen: Land, ihr Brüder, Land!
 Daß unser Schiff erbebt. :|:

 Und wenn Soldat und Offizier,
 Gesund ans Ufer springt,
 Denn jubeln wir: Hurra! Hurra!
 Nun sind wir ja in Afrika,
 Und alles dankt und singt. :|:

 Wir leben drauf in fernem Land,
 Als Teutsche brav und gut:
 Und sagen soll man weit und breit,
 Die Teutschen sind doch brave Leut:
 Sie haben Geist und Muth. :|:

 Und trinken auf dem Hoffnungs-Kap,
 Wir seinen Götter-Wein!
 So denken wir von Sehnsucht weich,
 Ihr fernen Freunde, dann an euch:
 Und Thränen fließen drein. :|: