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title: "Das Weltende | EPOCHE NAPOLEON"
url: "https://www.epoche-napoleon.net/werk/a/arnim02/wunderhorn01/159.html"
description: Der Text »Das Weltende« ist Teil der Märchen- und Sagensammlung »Des Knaben Wunderhorn«, dass durchd die Schriftsteller Ludwig Joachim von Arnmin und Clemens von Brentano in drei Bänden verfasst wurde.
author: Michael Gnessner
date: 2012-07-08
modified: 2026-08-28
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# Das Weltende | EPOCHE NAPOLEON

Das Weltende
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 Des Knaben Wunderhorn
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 Ob ich gleich kein Schatz nicht hab,
 Will ich schon ein finden,
 Geh ichs Gäßlein auf und ab,
 Bis zur großen Linden.

 Als ich zu der Linden kam,
 Saß mein Schatz daneben:
 »Grüß dich Gott, herzlieber Schatz!
 Wo bist du gewesen?«

 »Schatz, wo ich gewesen bin,
 Darf ich dir wohl sagen,
 War in fremde Lande hin,
 Hab gar viel erfahren.

 Sah am Ende von der Welt,
 Wie die Bretter paßten,
 Noch die alten Monden hell
 All in einem Kasten.

 Sahn wie schlechte Fischtuch aus,
 Sonne kam gegangen,
 Tipte nur ein wenig drauf,
 Brannt mich wie mit Zangen.

 Hätt ich einen Schritt gethan,
 Hätt ich nichts mehr funden,
 Sage nun mein Liebchen an
 Wie du dich befunden.«

 »Ich befand mich in dem Thal,
 Saßen da zwey Hasen,
 Fraßen ab das grüne Gras
 Bis zum dürren Rasen.

 In der kalten Wintersnacht,
 Ließest du mich sitzen,
 Ey mein schwarzbraun Aeugelein,
 Must du Wasser schwitzen.

 Darum reis' in Sommernacht,
 Nur zu aller Welt Ende,
 Wer sich gar zu lustig macht,
 Nimmt ein schlechtes Ende.«