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title: "| EPOCHE NAPOLEON"
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description: »« verfasste die religiöse Schriftstellerin Luise Hensel (1798-1876) im Jahre 1820 in Düsseldorf.
author: Michael Gnessner
date: 2019-02-17
modified: 2026-07-10
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# | EPOCHE NAPOLEON

Kein Rückblick
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Dir hab' ich mich ergeben
 Mit allem, was ich bin!
 So nimm mein ganzes Leben,
 Mein Heiland! nimm es hin.
 Dich einzig will ich lieben,
 Dein einzig will ich sein.
 Nichts ist für mich geblieben,
 Ist alles dein, nur dein.

 So muß ich immer sprechen,
 Wenn sein mein Herz gedenkt;
 Ich will das Wort nicht brechen,
 Das ich ihm einst geschenkt.
 Doch fliegen meine Tränen
 Oft, wenn ich einsam bin,
 Und zieht mich schmerzlich Sehnen,
 Ich weiß es nicht, wohin.

 O Freund, o Herr! wie lange,
 Wie lange harre ich!
 O komm, mir wird so bange,
 Komm und erlöse mich!
 Das Herz aus meinem Herzen,
 Ich gab es treu dir hin,
 Daß du in Lieb'und Schmerzen
 Mich möchtest zu dir ziehn.

 Ich habe nichts behalten,
 Was ich im Busen trug,
 Und ließ das Herz erkalten,
 Das zärtlich für mich schlug.
 Doch nun im fremden Lande,
 Der trauten Heimat fern,
 Wie sind so los' die Bande
 Des liebevollsten Herrn!

 Gestützt auf seineTreue
 Hab' ich das Werk getan,
 Und wie, nun fiele Reue
 Die schwache Seele an?
 Jetzt kehrte ich mein Sehnen
 Zur eiteln Welt zurück?
 Nun flössen meine Tränen
 Der Erde kurzem Glück?

 O nein, ein rein' res Leben,
 Ein höh' res Vaterland
 Und Liebe wird er geben,
 Dem sich mein Herz verband.
 Komm, süßer Freund! und mehre
 Die Glut der Lieb' in mir,
 Daß sich mein Herz verzehre
 In flammender Begier!

 Und alles, was mich kettet,
 Sei dieser Flammen Raub,
 Bis sich die Seele rettet
 Aus Nacht und Erdenstaub,
 Bis sich zum ew' gen Glücke
 Gereint die Seele schwingt,
 Und still der Leib zurücke
 In Todesschatten sinkt.

Münster, Sommer 1819