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title: "| EPOCHE NAPOLEON"
url: "https://www.epoche-napoleon.net/in-work/vermischte-gedichte/louise-hensel/gedichte/16.html"
description: »« verfasste die religiöse Schriftstellerin Luise Hensel (1798-1876) im Jahre 1820 in Düsseldorf.
author: Michael Gnessner
date: 2019-02-17
modified: 2026-07-10
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# | EPOCHE NAPOLEON

Der bewährten Freundin
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In bangen Leidensstunden,
 Vom Vater dir gesandt,
 Da hab' ich dich gefunden,
 Da hast du mich erkannt.

 Es schlossen herbe Schmerzen
 Wohl enger unsern Bund:
 Es waren ja die Herzen
 Vom selben Dorne wund.

 Und treu nun zu dir halten
 Das werd' ich je und je
 Und nimmer dir erkalten
 In Freude wie in Weh.

 Ach! dieser Erde Freuden,
 Sie sind mir längst verblüht,
 Als ich in bittern Leiden
 Von meiner Heimat schied.

 Die Mutter mußt' ich lassen,
 Und Bruder-, Schwesterhand
 Sollt 'nimmer ich erfassen
 Im fremden, fernen Land.

 Doch sprach die ew'ge Milde
 In heil'ger Liebe Glühn,
 Als sie im Erdgefilde,
 Ein Menschensohn, erschien:

 »Was je ein Herz gemieden,
 Das sich zu mir gekehrt,
 Das werd'ihm schon hienieden
 In reichern Maß beschert.«

 Drum hat des Herren
 Segen Dein Herz für mich gerührt
 Und hat dich mir entgegen
 Den Kreuzesweg geführt.

 Du hast trotz aller Fehle
 Es treu mit mir gemeint,
 Hast deine fromme Seele
 In Liebe mir geeint.

 So lag uns treu nun wallen
 Den Lebenspfad hinab,
 Bis unsrer Hand entfallen
 Der schwere Wanderstab,

 Bis wir vereint dort oben,
 Wo nie ein Auge weint,
 Ihn mit den Engeln loben,
 Der uns durch Schmerz vereint.

Aachen, 1831