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title: "Der Friede von Tilsit 1807 – Diktatfrieden und Folgen für Preußen | EPOCHE NAPOLEON"
url: "https://www.epoche-napoleon.net/historisches/vierter-koalitionskrieg-1806-07/11.html"
description: "Der Friede von Tilsit vom 07. und 09.07.1807: Preußen verliert fast die Hälfte seines Staatsgebietes. Bedingungen des Diktatfriedens, Königin Luises Bittgang und die verheerenden Folgen für Bevölkerung und Staat."
author: Michael Gnessner
date: 2026-03-20
modified: 2026-03-21
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# Der Friede von Tilsit 1807 – Diktatfrieden und Folgen für Preußen | EPOCHE NAPOLEON

Der Vierte Koalitionskrieg 1806/07
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###  Kapitel 11: Der Friede von Tilsit – Ein Diktatfrieden und seine Folgen

###  Die Verhandlungen auf der Memel

         ![Roehn, Adolphe: Treffen Napoleons und Alexanders I. auf der Memel bei Tilsit, 25. Juni 1807 (1808). Schloss Versailles. – Public Domain.](https://www.epoche-napoleon.net/fileadmin/_processed_/f/1/csm_18070706_-_Alexander_I_und_Napol%C3%A9on_Treffen_auf_der_Memel_ad5909ab0b.jpg) Roehn, Adolphe: Treffen Napoleons und Alexanders I. auf der Memel bei Tilsit, 25. Juni 1807

Die Friedensverhandlungen fanden an einem symbolisch aufgeladenen Ort statt: auf zwei im Fluss Memel verankerten Pontonbooten, auf der Grenze zwischen den französischen und russischen Einflussgebieten. Am 25. Juni begannen in Tilsit die Friedensverhandlungen zwischen [Napoleon](https://www.epoche-napoleon.net/bio/b/bonaparte.html "Bonaparte, Napoléon") und Zar Alexander I. – während [König Friedrich Wilhelm III.](https://www.epoche-napoleon.net/bio/p/preussenfw3.html "Preußen, Friedrich Wilhelm III. von") von Preußen am Ufer zurückbleiben musste.

Das franko-russische Abkommen vom 07.07.1807 war ein Abkommen unter Gleichen, eine Teilung Europas in zwei Einflusssphären. Der französisch-preußische Friedensvertrag vom 09.07.1807 hingegen hatte den Charakter eines Diktatfriedens. Lediglich das Eingreifen des Zaren verhinderte die von [Napoleon](https://www.epoche-napoleon.net/bio/b/bonaparte.html "Bonaparte, Napoléon") angestrebte endgültige Liquidation Preußens.

###  Bedingungen des Friedens

Der Gebietsbestand Preußens und die Zahl seiner Untertanen wurden um mehr als die Hälfte reduziert: von vormals rund 323.408 km² Fläche auf nur noch 158.867 km², in dem nach Friedensschluss nur noch rund 4,5 Mio. Einwohner – von zuvor 9,75 Mio. – lebten. Im Einzelnen musste Preußen hinnehmen:

- Westelbische Gebiete: Alle Ländereien westlich der Elbe wurden dem neu geschaffenen Königreich Westphalen einverleibt, das Napoleons Bruder Jérôme Bonaparte regieren sollte.
- Herzogtum Warschau: Aus den in den polnischen Teilungen erworbenen Gebieten entstand das Herzogtum Warschau unter dem König von Sachsen in Personalunion.
- Danzig: Wurde zur Freien Stadt erklärt.
- Cottbus: Fiel an Sachsen.
- Heeresreduzierung: Das Heer wurde von vormals 200.000 auf 42.000 Mann reduziert.
- Kriegskontribution: Preußen musste eine Kontribution von 120 Millionen Franc leisten (über 32 Millionen Preußische Reichstaler).
- Besatzung und Kontinentalsperre: Preußen musste der Kontinentalsperre beitreten; die wichtigsten Festungen erhielten französische Garnisonen.

Berühmt ist das Treffen der Königin [Luise](https://www.epoche-napoleon.net/bio/p/preussenl.html "Preußen, Luise von") mit [Napoleon](https://www.epoche-napoleon.net/bio/b/bonaparte.html "Bonaparte, Napoléon") am 06.07.1807 in Tilsit, bei dem sie persönlich um Milderung der Friedensbedingungen für Preußen bat – vergeblich. [Napoleon](https://www.epoche-napoleon.net/bio/b/bonaparte.html "Bonaparte, Napoléon") zollte der Königin persönlichen Respekt, gewährte aber keine Konzessionen.

Die unmittelbaren Auswirkungen auf die Bevölkerung waren verherrend: Der Landmann war ruiniert; in Ostpreußen war die Pferdezucht auf den zwölften Teil ihres Bestandes gesunken. Überall Verarmung der einst Wohlhabenden, Brotlosigkeit des Mittelstandes, grenzenlose Not der kleinen Leute.

###  Lesen Sie auch:

→ [Das politische Glaubensbekenntnis der Königin Luise](https://www.epoche-napoleon.net/historisches/glaubensbekenntnis.html "Das politische Glaubensbekenntnis der Königin Luise") – ihr vermeintlicher Brief an den Vater der nach dem Tilsiter Frieden im Jahre 1808 verfasst worden sei.

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