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title: "Ephraim Moses Kuh | EPOCHE NAPOLEON"
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description: Ephraim Moses Kuh (1731-1790) war ein deutsch-jüdischer Dichter, der zum Berliner Freundeskreis um MEndelssohn gehörte. Sein Nachlass umfasste mehr als 5.000 Gedichte, die 1792 veröffentlicht wurden.
author: Michael Gnessner
date: 2024-10-05
modified: 2026-10-17
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# Ephraim Moses Kuh | EPOCHE NAPOLEON

Ephraim Moses Kuh
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*\* 10.04.1731 in Breslau*
*† 03.04.1790 in Breslau*

Ephraim Moses Kuh wurde am 10.04.1731 in Breslau als Sohn des Kaufmanns Moses Daniel Kuh geboren. Zunächst durchlief der als intelligent geltende Junge eine klassische jüdische Erziehung, doch widersetzte er sich dem Wunsch des Vaters Rabbiner zu werden. Vielmehr lag seine Neigung in der Philosophie.

Der Vater kam dem Wunsch Kuhs nach und gestattete ihm eine kaufmännische Ausbildung im väterlichen Betrieb. Er konzentrierte sich auch auf das Erlernen der englischen, französischen, italienischen und lateinischen Sprache. Dies ermöglichte es ihm Zugang zur Weltliteratur zu erlangen. Voltaire,[ Rousseau](https://www.epoche-napoleon.net/bio/r/rousseau.html "Rousseau, Jean-Jaçques"), Boileau, Racine, Corneille, Tasso, Petrarka, Milton, Pope, Shakespeare, Hume und Locke las er schließlich im Original.

Im Jahre 1763, nach dem Tod des Vaters, verließ er Breslau mit einem großen Vermögen im Gepäck in Richtung Berlin.

Dort fand er beim Münzlieferanten Ephraim Feitel, dem Bruder der Mutter, eine Anstellung als Kassierer.

So konnte er Kontakt zu den aufgeklärten Kreisen um [Lessing](https://www.epoche-napoleon.net/bio/l/lippe01.html "Lessing, Gotthold Ephraim"), Mendelssohn und Ramler, aber auch zu weiteren Gelehrten und Dichtern knüpfen. Der neue Freundeskreis bestärkte Kuh mit seiner Dichtkunst fortzufahren. So konzentrierte er sich immer stärker auf das Schreiben, was seine unternehmerischen Tätigkeiten deutlich in den Hintergrund treten ließ.

Ephraim Moses Kuh setzte sein Vermögen für wohltätige Dinge ein. So baute er eine große Bibliothek auf, die sehr viel Geld verschlang. Er wurde jedoch häufig durch Betrügereien falscher Freunde getäuscht. Dies führte dazu, dass nach vier Jahren das Erbteil des Vaters aufgezehrt war.

So entschloss er sich Berlin zu verlassen und durch Europa zu reisen. Er hielt sich in den kommenden zwei Jahren in Holland, Italien, der Schweiz und Österreich auf. Am Ende der Reise litt er jedoch unter großer Geldnot und flüchtete letztlich nach Breslau, wo er Zuflucht bei seinen Verwandten suchte.

Während sechs Jahren litt er an einer Geisteskrankheit, wodurch er jedoch nur noch eingeschränkt schreiben konnte.

1784 erschien aus seiner Feder das Gedicht »Gebet des Advokaten Patulin« im »Deutschen Museum«. Im Jahre 1875 veröffentlichte Karl May diesen Text im »Allgemeinen Haus-Freund. Illustrierter Volks-, Geschichts- und Wirthschafts-Kalender« und im folgenden Jahr in der von ihm selbst herausgegebenen Zeitschrift »Schacht und Hütte« Nr. 35, S. 280 unter der Rubrik »Allerlei«, jedoch ohne Namensnennung.

Im Jahre 1786 erlitt er einen Schlaganfall, die zu einer Lähmung der rechten Seite und Sprachverlust führte, und starb am 03.04.1790 in Breslau. Für seinen Grabstein verfasste er folgende Zeilen:

> Hier ruht der Dichter Kuh,
> Den bald das schnöde Glück,
> Bald auch der Schurken Tück
> Geneckt — hier hat er Ruh.

Nach seinem Tod wurden Karl Wilhelm Ramler mehr als 5.000 Gedichte übergeben, die er 1792 in einer Auswahl in Zürich veröffentlichte und von Moses Hirschel mit einem Vorwort versehen wurden. Die veröffentlichten Texte enthielten Lobpreisungen auf Friedrich den Großen aber auch über Probleme und Demütigungen von Juden in Preußen.

Berthold Auerbach setzte dem Schriftsteller im Roman »Dichter und Kaufmann« im Jahre 1840 ein Literarisches Denkmal.

 Werke:
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- Hinterlassene Gedichte. Mit einer Vorrede von Moses Hirschel. Zürich 1792
- Epigramme von Ephraim Moses Kuh. Auswahl herausgegeben und biographisch-kritisch eingeleitet von Theodor Seemann. Dresden 1872.