---
title: "Wilhelmine Herzlieb | EPOCHE NAPOLEON"
url: "https://www.epoche-napoleon.net/bio/h/herzlieb.html"
description: Wilhelmine Herzlieb (1789-1765) war die Pflegetochter des Jenaer Verlegers Frommann und kam so früh mit Goethe in Kontakt. Anscheinend war sie Vorlage für die Ottilie in Goethes »Wahlverwandschaften«.
author: Michael Gnessner
date: 2013-03-24
modified: 2026-06-07
---

# Wilhelmine Herzlieb | EPOCHE NAPOLEON

Wilhelmine Herzlieb
=====================

*\* 22.05.1789 in Züllichau
† 10.07.1865 in Görlitz*

         ![Wilhelmine Herzlieb (1789-1765) war die Pflegetochter des Jenaer Verlegers Frommann und kam so früh mit Goethe in Kontakt. Anscheinend war sie Vorlage für die Ottilie in Goethes »Wahlverwandschaften«.](https://www.epoche-napoleon.net/fileadmin/_processed_/b/6/csm_Herzlieb_Wilhelmine_ab77bc21c7.jpg "Wilhelmine Herzlieb (1789-1765) war die Pflegetochter des Jenaer Verlegers Frommann und kam so früh mit Goethe in Kontakt. Anscheinend war sie Vorlage für die Ottilie in Goethes »Wahlverwandschaften«.") Wilhelmine Herzlieb (1789-1765)

Wilhelmine Herzlieb wurde als Tochter des Züllichauer Superintendenten geboren. Doch schon im frühen Kindesalter verlor das Mädchen beide Eltern und wurde von der Familie des Verlegers Carl Friedrich Ernst Frommann als Pflegetochter aufgenommen. Sie zog mit der Pflegefamile nach Jena um. Im Hause der Pflegeeltern lernte sie schon in jungen Jahren den Dichter [Johann Wolfgang von Goethe](https://www.epoche-napoleon.net/bio/g/goethe.html "Goethe, Johann Wolfgang von") kennen.

Vermutlich im Winter 1807/08 wandelte sich die Liebe eines väterlichen Freundes, die [Goethe](https://www.epoche-napoleon.net/bio/g/goethe.html "Goethe, Johann Wolfgang von") bisher für das junge Mädchen empfunden haben möchte, zu der eines alternden Mannes zu einer jungen Frau, die Wilhelmine Herzlieb inzwischen war. In diesem Winter hielt [Goethe](https://www.epoche-napoleon.net/bio/g/goethe.html "Goethe, Johann Wolfgang von") sich für längere Zeit in Jena auf. So verfasste dieser mehrere Sonette an die junge Frau, die diese jedoch nicht wahrnahm.

Auch andere aus dem [Goethe](https://www.epoche-napoleon.net/bio/g/goethe.html "Goethe, Johann Wolfgang von")-Umfeld stammende Dichter, wie zum Beispiel Friedrich Wilhelm Riemer oder Zacharias Werner umschwärmten Wilhelmine Herzlieb literarisch.

Manch ein Goethe[Goethe](https://www.epoche-napoleon.net/bio/g/goethe.html "Goethe, Johann Wolfgang von")-Forscher sieht in Wilhelmine Herzlieb die Vorlage für die Figur der Ottilie in Goethes »Wahlverwandschaften«. Jedoch gibt es diesbezüglich noch keine eindeutigen Belege.

Sie verliebte sich unglücklich in Heinrich Christian Friedrich von Schweinitz. Diese Beziehung scheiterte an den zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch herrschenden Klassenschranken währen ihre Beziehung mit dem Berliner Pädagogen Pfund an ihrer eigenen inneren Ablehnung scheiterte.

Im Jahre 1821 ging Wilhelmine Herzlieb eine Vernunftsehe mit dem Juristen Karl Wilhelm Walch (1776-1853) aus Jena ein. Doch die Ehe mit dem Juristen verlief für die junge Frau verhängnisvoll und sie verbrachte ihren Lebensabend in geistiger Umnachtung in einer Görlitzer Heilanstalt.