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title: "Johann Wolfgang von Goethe | EPOCHE NAPOLEON"
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description: Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) gilt als der letzte Universalgelehrte und einer der bedeutendsten Schriftsteller der deutschsprachigen Literatur. Er machte sich auch als Nautrwissenschaftler und Sammler einen Namen.
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author: Michael Gnessner
date: 2012-05-03
modified: 2026-08-28
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# Johann Wolfgang von Goethe | EPOCHE NAPOLEON

Johann Wolfgang von Goethe
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*\* 28.08.1749 in Frankfurt am Main*
*† 22.03.1832 in Weimar*

         ![Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) war ein deutscher Schriftsteller der während des Sturm und Drang mit seinem Roman »Die Leiden des jungen Werther« Weltruhm errang.](https://www.epoche-napoleon.net/fileadmin/_processed_/6/2/csm_Goethe_Johann_Wolfgang_von_04_-_Stieler_1828_fcdd70bd25.jpg "Goethe, Johann Wolfgang von") Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Johann Wolfgang von Goethe gehört zu den prägenden Gestalten der europäischen Literatur- und Geistesgeschichte. Sein mehr als sechs Jahrzehnte umfassendes Werk reicht von Lyrik, Drama und Roman über Autobiographie, Kunsttheorie und Übersetzung bis zu naturwissenschaftlichen Untersuchungen. Zugleich wirkte Goethe fast sein gesamtes Erwachsenenleben im Dienst des Herzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach als Verwaltungsbeamter, Kulturpolitiker und Leiter wissenschaftlicher und künstlerischer Einrichtungen. Werke wie »Die Leiden des jungen Werthers«, »Wilhelm Meisters Lehrjahre«, »Faust«, »Die Wahlverwandtschaften« und der »West-östliche Divan« gehören zum Kanon der Weltliteratur.

####  Herkunft und Familie

Johann Wolfgang Goethe wurde am 28. August 1749 im Frankfurter Haus am Großen Hirschgraben geboren. Sein Vater Johann Caspar Goethe (1710–1782) war Jurist, hatte in Leipzig und Gießen studiert, am Reichskammergericht in Wetzlar praktische Erfahrungen gesammelt und 1738 in Gießen promoviert.[2](#fn-2) Nachdem ihm eine von seinen Vorstellungen entsprechende Laufbahn in der Frankfurter Stadtverwaltung verschlossen geblieben war, erwarb er den Titel eines Kaiserlichen Wirklichen Rates. Sein beträchtliches Vermögen erlaubte ihm ein Leben als Privatmann. Die Bildung seiner Kinder machte er zu einer seiner wichtigsten Aufgaben.

Goethes Mutter Catharina Elisabeth Goethe, geborene Textor (1731–1808), entstammte einer einflussreichen Frankfurter Juristenfamilie. Ihr Vater Johann Wolfgang Textor (1693–1771) war Jurist, Ratsherr und seit 1747 Stadtschultheiß und damit einer der höchsten Amtsträger der Reichsstadt. Über die Familie Textor war Goethe mit einem weitgespannten Milieu aus Juristen, Verwaltungsbeamten und Gelehrten verbunden. Die kommunikative Catharina Elisabeth, später im Freundeskreis ihres Sohnes als „Frau Aja“ bezeichnet, bildete einen deutlichen Gegenpol zum strengeren und planvoll erziehenden Vater.[3](#fn-3)

Aus der Ehe der Eltern gingen sieben Kinder hervor; vier starben im frühen Kindesalter, eines wurde tot geboren. Nur Johann Wolfgang und seine Schwester Cornelia Friederica Christiana Goethe (1750–1777) erreichten das Erwachsenenalter. Die enge Beziehung zwischen den Geschwistern war für Goethes Jugend von erheblicher Bedeutung. Cornelia erhielt ungewöhnlicherweise in vielen Bereichen eine ähnlich anspruchsvolle Bildung wie ihr Bruder. Sie heiratete 1773 Goethes Freund Johann Georg Schlosser und starb bereits am 8. Juni 1777 in Emmendingen. Ihre Töchter Luise und Julie Schlosser begründeten Seitenlinien der Familie, während Goethes eigene männliche Nachkommenschaft 1885 erlosch.[4](#fn-4)

####  Kindheit und häusliche Bildung

Goethe besuchte keine öffentliche Schule. Sein Vater organisierte eine breit angelegte häusliche Ausbildung durch sich selbst und verschiedene Privatlehrer. Zum Unterricht gehörten unter anderem Latein, Griechisch, Französisch, Italienisch und Englisch, Religion, Geschichte, Geographie, Mathematik, Zeichnen, Musik, Fechten, Reiten und Tanz. Die umfangreiche Bibliothek des Vaters sowie dessen Kunstsammlungen und Erinnerungen an die Italienreise von 1740 verstärkten früh Goethes Interesse an Literatur, Kunst und Italien.[5](#fn-5)

Während des Siebenjährigen Krieges war Frankfurt zeitweise von französischen Truppen besetzt. Der französische Stadtkommandant François de Théas de Thoranc wurde im Goethehaus einquartiert. Dadurch begegnete der junge Goethe französischer Sprache, Kultur und Theaterpraxis unmittelbar. Solche Erfahrungen ergänzten die überwiegend gelehrte häusliche Bildung durch Anschauung und gesellschaftliche Kontakte.

####  Studium in Leipzig und erste literarische Versuche

Auf Wunsch des Vaters nahm Goethe im Oktober 1765 an der Universität Leipzig das Studium der Rechtswissenschaft auf. Die Jurisprudenz interessierte ihn zunächst weniger als Literatur, bildende Kunst und das gesellschaftliche Leben der Messestadt. Bedeutung gewann insbesondere der Zeichenunterricht bei Adam Friedrich Oeser, dem Direktor der Leipziger Zeichnungsakademie. Oeser vermittelte Goethe eine am antiken Schönheitsideal und an Johann Joachim Winckelmann orientierte Kunstauffassung.[6](#fn-6)

In Leipzig lernte Goethe Anna Katharina „Käthchen“ Schönkopf kennen, die Tochter eines Gastwirtes, in dessen Haus er regelmäßig verkehrte. Seine von Eifersucht und jugendlicher Unsicherheit begleitete Zuneigung fand literarischen Niederschlag in frühen Gedichten und in dem Schäferspiel »Die Laune des Verliebten«. Ernst Wolfgang Behrisch, einer seiner Leipziger Freunde, förderte seine lyrischen Versuche und sammelte einen Teil der frühen Gedichte.[7](#fn-7)

Eine schwere Erkrankung zwang Goethe 1768 zur Rückkehr nach Frankfurt. Während der längeren Rekonvaleszenz kam er durch Susanna Katharina von Klettenberg, eine Verwandte seiner Mutter, mit pietistischen und mystischen Vorstellungen in Berührung. Spuren dieser Beschäftigung gingen später unter anderem in den religiös-alchemistischen Horizont des »Faust« ein.[8](#fn-8)

####  Straßburg, Herder und Friederike Brion

Im April 1770 setzte Goethe sein Jurastudium an der Universität Straßburg fort. Dort begegnete er Johann Gottfried Herder. Die Begegnung wurde für seine geistige Entwicklung entscheidend. Herder lenkte Goethes Aufmerksamkeit auf Homer, Shakespeare, Ossian, Volkslied und eine Dichtung, die nicht an französisch-klassizistische Regelpoetik, sondern an Sprache, Geschichte und individuelle schöpferische Kraft gebunden sein sollte. Damit gehörte Goethe bald zu den wichtigsten Autoren jener literarischen Bewegung, die später als „Sturm und Drang“ bezeichnet wurde.[9](#fn-9)

Bei einem Ausflug nach Sesenheim lernte Goethe im Herbst 1770 Friederike Brion, die Tochter des dortigen Pfarrers, kennen. Zwischen beiden entwickelte sich eine Liebesbeziehung. Die sogenannten Sesenheimer Lieder, darunter »Willkommen und Abschied« und »Mailied«, gehören zu den bedeutendsten Zeugnissen der frühen Erlebnislyrik Goethes. Goethe löste die Beziehung bei seinem Abschied aus dem Elsass 1771. In seinen späteren autobiographischen Erinnerungen reflektierte er das eigene Verhalten mit deutlichem Schuldgefühl.[10](#fn-10)

Am 6. August 1771 schloss Goethe sein Studium nach einer öffentlichen Disputation mit dem Grad eines Lizentiaten der Rechte ab. Eine ursprünglich geplante Dissertation wurde von der Straßburger Fakultät wegen ihres kirchenpolitisch heiklen Themas nicht als Promotionsschrift angenommen. Stattdessen verteidigte Goethe 56 juristische Thesen.[11](#fn-11)

####  Frankfurt und Wetzlar – Aufstieg des Autors

Nach seiner Rückkehr ließ sich Goethe in Frankfurt als Rechtsanwalt nieder. Seine juristische Praxis blieb jedoch überschaubar. Literarisch arbeitete er umso intensiver. Das Drama »Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand«, 1773 in überarbeiteter Fassung veröffentlicht, brach demonstrativ mit den traditionellen Einheiten des klassizistischen Dramas. Shakespeare war dabei ein entscheidendes ästhetisches Vorbild. Das Werk machte Goethe im deutschsprachigen Literaturbetrieb weithin bekannt.[12](#fn-12)

Im Mai 1772 ging Goethe als Praktikant an das Reichskammergericht nach Wetzlar. Dort lernte er Charlotte Buff kennen, die mit dem hannoverschen Legationssekretär Johann Christian Kestner verlobt war. Goethe wurde beiden freundschaftlich verbunden, entwickelte jedoch starke Gefühle für Charlotte. Am 11. September verließ er Wetzlar ohne persönlichen Abschied. Hinzu kam kurz darauf der Suizid des Juristen Karl Wilhelm Jerusalem. Goethe verband Erfahrungen seiner eigenen unerwiderten Liebe mit Elementen von Jerusalems Schicksal zum Briefroman »Die Leiden des jungen Werthers«.[13](#fn-13)

Der im September 1774 erschienene »Werther« wurde zu einem europäischen Literaturereignis. Übersetzungen verbreiteten den Roman rasch außerhalb des deutschen Sprachraums. Kleidung, Sprache und Gefühlswelt des Protagonisten wurden nachgeahmt. Die häufig als „Werther-Fieber“ bezeichnete Wirkung machte den fünfundzwanzigjährigen Goethe zu einer europäischen Berühmtheit.[14](#fn-14)

###  Lili Schönemann

1775 verliebte sich Goethe in die Frankfurter Bankierstochter Anna Elisabeth „Lili“ Schönemann. Eine Verlobung kam zustande, doch Unterschiede des gesellschaftlichen Milieus, Widerstände der Familien und Goethes zunehmende Furcht vor dauerhafter Bindung belasteten die Beziehung. Noch im Alter bezeichnete Goethe Lili in »Dichtung und Wahrheit« als eine Frau, die er wirklich geliebt habe. Die Trennung im Herbst 1775 war ein unmittelbarer biographischer Hintergrund seines Entschlusses, Frankfurt zu verlassen.[15](#fn-15)

####  Übersiedlung nach Weimar

Goethe hatte den jungen Erbprinzen Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach bereits 1774 kennengelernt. Nach dessen Regierungsantritt folgte Goethe einer Einladung nach Weimar und traf dort am 7. November 1775 ein. Aus dem zunächst als Besuch gedachten Aufenthalt wurde eine dauerhafte Bindung: Von Reisen abgesehen blieb Weimar bis zu Goethes Tod sein Lebensmittelpunkt.[16](#fn-16)

Die Freundschaft zwischen dem achtzehnjährigen Herzog Carl August und dem sechs Jahre älteren Goethe war ungewöhnlich eng. Bald zog Carl August Goethe in die Staatsgeschäfte hinein. Am 11. Juni 1776 wurde Goethe zum Geheimen Legationsrat mit Sitz und Stimme im Geheimen Consilium, der zentralen Regierungsbehörde des Herzogtums, ernannt. 1779 folgte die Ernennung zum Geheimen Rat. Am 10. April 1782 erhob Kaiser Joseph II. ihn auf Antrag Carl Augusts in den Reichsadelsstand; seitdem führte er offiziell das „von“ im Namen.[17](#fn-17)

####  Goethe als Staatsbeamter

Goethes Tätigkeit in Weimar war keineswegs nur ein Ehrenamt für einen berühmten Dichter. Er übernahm umfangreiche praktische Verwaltungsaufgaben. Dazu gehörten der Straßen- und Wegebau, militärische Rekrutierungs- und Finanzfragen sowie insbesondere die Wiederbelebung des Bergbaus in Ilmenau. Seit 1777 arbeitete er in der Bergwerkskommission; 1779 übernahm er Aufgaben in der Kriegs- und Wegebaukommission. 1782 wurde er Präsident der herzoglichen Kammer und war damit in zentraler Stellung mit den Finanzen des kleinen Staates befasst.[18](#fn-18)

Das Ilmenauer Bergbauprojekt verband Verwaltungspolitik mit sozial- und wirtschaftspolitischen Erwartungen. Durch die Wiederaufnahme des Kupfer- und Silberbergbaus sollten Beschäftigung und Steuereinnahmen geschaffen werden. Goethe beschäftigte sich deshalb intensiv mit Geologie, Mineralogie und Bergbautechnik. Der wirtschaftliche Erfolg blieb hinter den Erwartungen zurück; ein Stollenbruch von 1796 trug zum endgültigen Scheitern des Projekts bei. Für Goethes naturwissenschaftliche Entwicklung war diese amtliche Aufgabe jedoch von erheblicher Bedeutung.[19](#fn-19)

Nach seiner Italienreise zog er sich schrittweise aus der unmittelbaren täglichen Regierungsarbeit zurück, blieb jedoch nominell bis zur Neuordnung der Staatsverwaltung 1815 Mitglied des Geheimen Consiliums. Sein Schwerpunkt verlagerte sich zunehmend auf Theater, Bibliotheken, Universität, Museen, Sammlungen und andere wissenschaftlich-künstlerische Institutionen. Goethe wurde damit von einem klassischen Verwaltungsbeamten zunehmend zum Kulturpolitiker.[20](#fn-20)

####  Herzogin Anna Amalia und Goethe

Eine besondere Stellung in Goethes Weimarer Umfeld nahm Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar-Eisenach ein. Die 1739 geborene Herzogin hatte nach dem frühen Tod ihres Mannes Ernst August II. Constantin von 1758 bis 1775 die Regentschaft für ihre minderjährigen Söhne geführt. Bereits vor Goethes Ankunft hatte sie mit der Berufung Christoph Martin Wielands nach Weimar wichtige Voraussetzungen für die spätere kulturelle Entwicklung der Residenz geschaffen.[21](#fn-21)

Nach Übergabe der Regierung an Carl August widmete Anna Amalia sich verstärkt ihren musikalischen, literarischen und künstlerischen Interessen. Goethe wurde in diesen Kreis aufgenommen. Im Wittumspalais, in Tiefurt und auf anderen herzoglichen Landsitzen entstand ein dichter Kommunikationsraum, in dem Anna Amalia, Goethe, Wieland, Herder, Karl Ludwig von Knebel, Luise von Göchhausen und weitere Angehörige des Hofes miteinander verkehrten. Der später häufig gebrauchte Begriff „Musenhof“ ist zwar eine nachträgliche Idealisierung, bezeichnet aber einen real vorhandenen Zusammenhang höfischer Geselligkeit, literarischer Produktion, Musik und Theater.[22](#fn-22)

Besonders wichtig war das Liebhabertheater. Goethe schrieb Stücke, übernahm Rollen und führte Regie; Anna Amalia, Luise von Göchhausen und Angehörige des Hofes wirkten an Aufführungen mit. Die erste Prosafassung von »Iphigenie auf Tauris« wurde am 6. April 1779 in Ettersburg aufgeführt: Corona Schröter spielte Iphigenie, Goethe selbst Orest. Das Theater bot Goethe ein praktisches Laboratorium für Dramaturgie und Bühnenwirkung, lange bevor er 1791 die Leitung des professionellen Weimarer Hoftheaters übernahm.[23](#fn-23)

Zwischen Anna Amalia und Goethe bestand eine persönlich vertraute, zugleich durch Rang und höfische Ordnung bestimmte Beziehung. Er respektierte sie als fürstliche Autorität und Kulturförderin; sie wiederum erkannte früh den Wert des jungen Autors für Weimar. Für die bisweilen behauptete geheime Liebes- oder Sexualbeziehung zwischen beiden existiert nach dem gegenwärtig tragfähigsten Forschungsstand kein hinreichender Beleg. Die Beziehung sollte daher nicht als „Affäre“, sondern als enge höfisch-kulturelle und zeitweise freundschaftliche Verbindung beschrieben werden.[24](#fn-24)

####  Charlotte von Stein – Liebe, Freundschaft und geistige Partnerschaft

Bereits kurz nach seiner Ankunft in Weimar lernte Goethe Charlotte von Stein (1742–1827), die Ehefrau des herzoglichen Oberstallmeisters Josias von Stein, kennen. Sie wurde in Goethes erstem Weimarer Jahrzehnt zu seiner wichtigsten persönlichen Bezugsperson. Mehr als 1.770 Briefe und kurze Mitteilungen Goethes an Charlotte sind erhalten, davon rund 1.600 allein aus der Zeit vor seiner Italienreise.[25](#fn-25)

Die Beziehung verband Liebe, Freundschaft, Vertrauen, geistigen Austausch und alltägliche Kommunikation. Die nicht erhaltenen Gegenbriefe Charlottes erschweren jedoch eine genaue Rekonstruktion. Ob die Beziehung auch sexuell vollzogen wurde, lässt sich aus den Quellen nicht zuverlässig beantworten. Sicher ist dagegen ihre außergewöhnliche emotionale und intellektuelle Intensität.[26](#fn-26)

Goethes heimlich vorbereitete Abreise nach Italien im September 1786 bedeutete einen tiefen Vertrauensbruch. Nach seiner Rückkehr 1788 war die frühere Nähe nicht wiederherzustellen. Die Verbindung brach jedoch nicht vollständig ab; nach Jahren der Distanz kam es zu einem begrenzten freundschaftlichen Ausgleich.

####  Italienische Reise 1786–1788

Am 3. September 1786 verließ Goethe Karlsbad unter angenommenem Namen und reiste über den Brenner nach Italien. Die fast zweijährige Reise führte unter anderem nach Verona, Venedig, Rom, Neapel und Sizilien. In Rom fand Goethe Anschluss an den Kreis deutscher Künstler und lebte zeitweise mit Johann Heinrich Wilhelm Tischbein zusammen. Angelika Kauffmann, Philipp Hackert, Karl Philipp Moritz und andere gehörten zu seinen wichtigen Gesprächspartnern.[27](#fn-27)

Goethe empfand Italien rückblickend als grundlegende Erneuerung. Das unmittelbare Studium antiker Kunst, Architektur und südeuropäischer Natur verstärkte sein Streben nach klarer Form und Gesetzmäßigkeit. Er überarbeitete »Iphigenie auf Tauris«, vollendete »Egmont«, arbeitete an »Torquato Tasso« und »Faust« und betrieb botanische und kunsttheoretische Studien.[27](#fn-27)

####  Christiane Vulpius – Lebensgefährtin und Ehefrau

Wenige Wochen nach seiner Rückkehr lernte Goethe im Juli 1788 Christiane Vulpius (1765–1816) kennen. Sie stammte aus einer Weimarer Beamtenfamilie und arbeitete zeitweise in Caroline Bertuchs Manufaktur für künstliche Blumen. Die ältere Vorstellung von Christiane als völlig ungebildetem „Proletariermädchen“ entspricht dem heutigen Forschungsstand nicht; ihre Familie verfügte über eine ausgeprägte akademische Tradition.[28](#fn-28)

Zwischen Goethe und Christiane entwickelte sich rasch eine intime Lebensgemeinschaft. Sie führte seinen Haushalt, organisierte gesellschaftliche Abläufe und schuf ihm einen privaten Lebensraum, der sich deutlich von seiner früheren Beziehung zu Charlotte von Stein unterschied. Am 25. Dezember 1789 wurde der gemeinsame Sohn August Walter Julius Goethe geboren. Insgesamt hatte das Paar fünf Kinder, doch vier starben im Säuglings- oder frühen Kindesalter. August blieb der einzige Sohn, der das Erwachsenenalter erreichte.[29](#fn-29)

Erst am 19. Oktober 1806 heirateten Goethe und Christiane in Weimar. Die Eheschließung erfolgte wenige Tage nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt und der Besetzung Weimars durch französische Truppen. Christiane hatte während der Einquartierungen energisch zum Schutz des Hauses und ihres Mannes beigetragen. Ihre bereits seit achtzehn Jahren bestehende Lebensgemeinschaft erhielt damit den rechtlichen Status einer Ehe.[30](#fn-30)

Christiane starb am 6. Juni 1816 nach schwerer Krankheit. Sie wurde auf dem Weimarer Jakobsfriedhof bestattet.

####  Sohn, Schwiegertochter und Enkel

August von Goethe wuchs im Haus am Frauenplan auf und erhielt eine sorgfältige Ausbildung. Er studierte Rechtswissenschaft und trat in den sachsen-weimarischen Staatsdienst. Als Kammerassessor, später Kammerherr und Kammerrat unterstützte er seinen Vater bei Verwaltungsaufgaben, Sammlungen und der Vorbereitung der »Ausgabe letzter Hand«. Eine unabhängige öffentliche Rolle neben dem übermächtigen Vater zu entwickeln, gelang ihm nur begrenzt.[31](#fn-31)

1817 heiratete August Ottilie von Pogwisch. Aus der Ehe gingen die Söhne Walther Wolfgang (1818–1885) und Wolfgang Maximilian (1820–1883) sowie die Tochter Alma (1827–1844) hervor. Ottilie spielte im Altersleben Goethes eine wichtige Rolle: Sie führte Teile des gesellschaftlichen Haushalts, nahm internationale Gäste auf und gab von 1829 bis 1832 die Zeitschrift »Chaos« heraus.[32](#fn-32)

August starb 1830 während einer Italienreise in Rom. Goethe überlebte damit auch sein einziges erwachsen gewordenes Kind. Seine drei Enkel setzte er später zu Erben ein. Keiner von ihnen hinterließ legitime Nachkommen. Mit Walther von Goethes Tod im April 1885 erlosch die direkte Nachkommenschaft des Dichters.

####  Goethe und die Französische Revolution

Goethe beobachtete die Französische Revolution mit großer Skepsis. Massenbewegungen, gewaltsamer politischer Umsturz und revolutionäre Radikalisierung widersprachen seiner Vorstellung einer schrittweisen organischen Entwicklung. Gleichwohl ist es verkürzend, ihn lediglich als politischen Reaktionär zu charakterisieren. Seine Haltung veränderte sich über Jahrzehnte, und seine späteren autobiographischen Darstellungen versuchen, unterschiedliche Perspektiven auf die Revolutionserfahrung einzubeziehen.[33](#fn-33)

1792 begleitete Goethe Herzog Carl August beim Feldzug der preußisch-österreichischen Koalitionsarmee gegen Frankreich. Er erlebte die Kanonade von Valmy und den anschließenden Rückzug der Invasionstruppen. Die oft zitierte Äußerung, von diesem Ort und Tag beginne „eine neue Epoche der Weltgeschichte“, wurde erst Jahrzehnte später in »»Campagne in Frankreich«« schriftlich fixiert und darf daher nicht als stenographisch gesicherte Äußerung des Jahres 1792 behandelt werden.[34](#fn-34)

1793 begleitete Goethe Carl August erneut zum Kriegsschauplatz und wurde Zeuge der Belagerung des revolutionären Mainz. Die Ereignisse fanden später in »»Belagerung von Mainz«« sowie mittelbar in Werken wie »»Der Bürgergeneral««, »»Die Aufgeregten««, »»Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten«« und »»Hermann und Dorothea«« ihren Niederschlag.

####  Die Freundschaft mit Friedrich Schiller

Die zunächst distanzierte Beziehung zu Friedrich Schiller wandelte sich 1794 grundlegend. Nach einem Gespräch über Naturbeobachtung und Pflanzenmetamorphose entwickelte sich eine intensive Zusammenarbeit. Bis zu Schillers Tod im Mai 1805 wechselten beide mehr als tausend Briefe. Ihre Korrespondenz gehört zu den wichtigsten Quellen für die Entstehungsgeschichte der Weimarer Klassik.[35](#fn-35)

Die Freundschaft war keine konfliktfreie Gleichgesinntheit. Gerade unterschiedliche Temperamente und Denkweisen wurden produktiv. Schiller kommentierte ausführlich »Wilhelm Meisters Lehrjahre« und ermutigte Goethe zur erneuten Arbeit am »Faust«. Goethe unterstützte Schillers Zeitschriftenprojekte und dessen Übersiedlung nach Weimar. Gemeinsam verfassten beide 1796 die polemischen »Xenien«. Im sogenannten Balladenjahr 1797 entstanden in dichterischem Wettbewerb Werke wie Goethes »Der Zauberlehrling«, »Der Schatzgräber«, »Die Braut von Korinth« und »Der Gott und die Bajadere« sowie Schillers große Balladen.

####  Theaterdirektor und Kulturpolitiker

1791 übernahm Goethe die Leitung des neu gegründeten Weimarer Hoftheaters. Unter seiner Direktion entwickelte sich die Bühne zu einem bedeutenden deutschsprachigen Theater. Goethe bemühte sich um Ensemblebildung, Sprach- und Bewegungsschulung, ein anspruchsvolles Repertoire und eine einheitliche Aufführungspraxis.[36](#fn-36)

Darüber hinaus beaufsichtigte er Bibliotheken, Kunstsammlungen, naturwissenschaftliche Kabinette und Einrichtungen der Universität Jena. Gemeinsam mit Christian Gottlob von Voigt und anderen Beamten unterstützte er Berufungen bedeutender Wissenschaftler und Philosophen. Jena wurde um 1800 mit Persönlichkeiten wie Schiller, Johann Gottlieb Fichte, Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, den Brüdern Schlegel und zahlreichen Naturforschern zu einem der dynamischsten geistigen Zentren Europas.[37](#fn-37)

####  Goethe und Napoleon

Nach der Niederlage Preußens bei Jena und Auerstedt im Oktober 1806 geriet Sachsen-Weimar-Eisenach in den französischen Machtbereich. Goethe begegnete Napoleon Bonaparte während des Erfurter Fürstenkongresses. Am 2. Oktober 1808 empfing der französische Kaiser den Dichter. Napoleon kannte »Die Leiden des jungen Werthers« und diskutierte mit Goethe über Literatur und Drama. Eine zweite Begegnung folgte am 6. Oktober 1808 in Weimar.

Goethe war von Napoleons Persönlichkeit, politischer Energie und Verbindung von Macht und Geist zeitweise stark beeindruckt. Napoleon ehrte ihn am 14. Oktober 1808 mit dem Kreuz der Ehrenlegion. Diese Haltung brachte Goethe in den folgenden Befreiungskriegen Kritik ein. Er verweigerte sich einem nationalistischen Hassdiskurs und betrachtete kulturelle Leistungen nicht ausschließlich unter nationalpolitischen Gesichtspunkten.[38](#fn-38)

####  Goethe als Naturforscher

Naturwissenschaft war für Goethe keine nebensächliche Liebhaberei. Über Jahrzehnte beschäftigte er sich systematisch mit Anatomie, Botanik, Zoologie, Mineralogie, Geologie, Meteorologie und Optik. Sein naturwissenschaftliches Denken ging von der Vorstellung aus, dass Naturformen in kontinuierlichen Entwicklungs- und Umwandlungsprozessen stehen.[39](#fn-39)

####  Anatomie

Am 27. März 1784 wies Goethe gemeinsam mit dem Jenaer Anatomen Justus Christian Loder den Zwischenkieferknochen (Os intermaxillare) auch beim Menschen nach. Er wollte zeigen, dass der Mensch nicht durch das angebliche Fehlen dieses Knochens – der beim Menschen bereits vor der Geburt mit dem Oberkiefer verwächst – grundsätzlich von anderen Säugetieren getrennt werden könne. Die historische Bedeutung seiner Arbeit liegt weniger in einer isolierten „Entdeckung“ als in ihrem Beitrag zu einer vergleichend-morphologischen Betrachtungsweise; der französische Anatom Félix Vicq d’Azyr hatte den Knochen bereits 1780 beschrieben.

####  Botanik und Metamorphose

1790 erschien der »Versuch die Metamorphose der Pflanzen zu erklären«. Goethe entwickelte darin die Vorstellung, dass unterschiedliche Pflanzenorgane als Umwandlungen eines gemeinsamen Grundorgans verstanden werden könnten. Die Theorie war keine moderne Evolutionstheorie, formulierte jedoch ein dynamisches Konzept organischer Formbildung.[40](#fn-40)

####  Farbenlehre

Am längsten beschäftigte Goethe die Optik. Nach den »Beiträgen zur Optik« von 1791 und 1792 veröffentlichte er 1810 die umfangreiche »Zur Farbenlehre«. Goethe widersprach Newtons physikalischer Theorie des Lichts und untersuchte besonders die Entstehung von Farberscheinungen im Zusammenspiel von Licht, Dunkelheit, Trübung und menschlicher Wahrnehmung. Seine physikalische Polemik gegen Newton setzte sich wissenschaftlich nicht durch. Von größerer Wirkung blieben seine phänomenologischen Beobachtungen zur Farbwahrnehmung.[41](#fn-41)

####  Morphologie und wissenschaftliche Netzwerke

Goethe prägte und verbreitete den Begriff „Morphologie“ für die vergleichende Lehre von Gestalt und Gestaltwandlung. Seine naturwissenschaftlichen Arbeiten brachten ihn mit zahlreichen Forschern in Verbindung. 1818 wurde er Mitglied der Leopoldina; Präsident Christian Gottfried Daniel Nees von Esenbeck gehörte zu seinen wichtigen wissenschaftlichen Korrespondenten.[42](#fn-42)

####  Freimaurerei und gelehrte Gesellschaften

Seit 1780 gehörte Goethe der Weimarer Freimaurerloge „Anna Amalia zu den drei Rosen“ an. Die Loge war nicht nur ein Ritualverband, sondern Teil eines überregionalen Kommunikationsnetzes aufgeklärter Eliten. 1783 trat Goethe außerdem in den Illuminatenorden ein. Seine tatsächliche Aktivität innerhalb des Ordens war offenbar begrenzt; eine bestimmende „geheime“ politische Tätigkeit lässt sich daraus nicht ableiten.[43](#fn-43)

####  Goethe und die Frauen

Frauenbeziehungen durchziehen Goethes gesamtes Leben und Werk. Ihre Bedeutung erschöpft sich jedoch nicht in der traditionellen Vorstellung einer Abfolge von „Musen“. Zahlreiche Frauen waren eigenständige Gesprächspartnerinnen, Autorinnen, Künstlerinnen, Freundinnen, Angehörige seines Haushalts oder Vermittlerinnen sozialer Netzwerke. Eine quellenkritische Darstellung muss zudem zwischen nachgewiesenen Liebesbeziehungen, einseitiger Verliebtheit, Freundschaft, literarischer Stilisierung und späterer Legendenbildung unterscheiden.

####  Catharina Elisabeth Goethe

Seine Mutter war nicht nur eine familiäre Bezugsperson, sondern selbst Mittelpunkt eines großen Kommunikationskreises. Sie pflegte Kontakte zu Schauspielern, Schriftstellern und Freunden des Sohnes und akzeptierte später Christiane Vulpius ohne die ausgeprägten Standesvorbehalte mancher Weimarer Kreise.

####  Cornelia Goethe

Mit seiner Schwester Cornelia verband Goethe eine besonders enge Jugendbeziehung. Ihre Briefe und Lebenszeugnisse zeigen zugleich, wie unterschiedlich die gesellschaftlichen Möglichkeiten hochgebildeter Männer und Frauen des 18. Jahrhunderts waren.

####  Anna Katharina Schönkopf

Goethes Leipziger Liebe zu „Käthchen“ Schönkopf gehört zu seinen ersten gut dokumentierten Liebeserfahrungen. Eifersucht, Annäherung und Trennung wirkten unmittelbar auf seine frühen Gedichte und »Die Laune des Verliebten«.

####  Friederike Brion

Die Beziehung zur Sesenheimer Pfarrerstochter Friederike Brion war für Goethes lyrische Entwicklung von herausragender Bedeutung. Die Sesenheimer Gedichte verbinden individuelles Erleben, Naturwahrnehmung und eine neue sprachliche Unmittelbarkeit.

####  Charlotte Buff

Charlotte Buff war weniger „Geliebte“ im Sinne einer realisierten Beziehung als Gegenstand einer intensiven, nicht erfüllbaren Zuneigung. Entscheidend war ihre Transformation in Literatur: Aus eigenen Erfahrungen, Jerusalems Schicksal und dichterischer Fiktion entstand die Lotte des »Werther«.

####  Lili Schönemann

Lili Schönemann war 1775 Goethes Verlobte und möglicherweise diejenige seiner frühen Partnerinnen, mit der eine dauerhafte Ehe am realistischsten erschien. Gerade die Möglichkeit einer solchen Bindung verstärkte jedoch Goethes Gefühl persönlicher Einengung.

####  Charlotte von Stein

Charlotte war über ein Jahrzehnt die emotional und intellektuell wichtigste Frau in Goethes Leben. Die mehr als 1.770 erhaltenen Schreiben dokumentieren eine einzigartige Kommunikationsgemeinschaft.

####  Corona Schröter

Die Sängerin, Schauspielerin und Zeichnerin Corona Schröter kam auf Goethes Initiative nach Weimar und wurde eine zentrale Darstellerin des Liebhabertheaters. Ältere biographische Literatur konstruierte teilweise eine Liebesaffäre zwischen Goethe und Schröter; dafür ist die Quellenlage nicht ausreichend.[44](#fn-44)

####  Herzogin Anna Amalia

Anna Amalia war für Goethe Förderin, Gastgeberin, künstlerische Partnerin und fürstliche Autorität. Die Behauptung einer geheimen sexuellen Beziehung ist nicht hinreichend belegt und sollte als Forschungskontroverse, nicht als biographischer Fakt behandelt werden.

####  Christiane Vulpius

Christiane war Goethes dauerhafteste intime Partnerin: vom Sommer 1788 bis zu ihrem Tod 1816, also fast 28 Jahre. Sie war Mutter seiner Kinder, Leiterin seines Haushalts und seit 1806 seine Ehefrau.

####  Minna Herzlieb

Goethe kannte Wilhelmine „Minna“ Herzlieb aus dem Haus des Jenaer Verlegers Friedrich Frommann. Für den Winter 1807/08 ist eine starke emotionale Zuwendung Goethes wahrscheinlich. Da unmittelbare Zeugnisse beider Beteiligter nahezu vollständig fehlen, ist jedoch weder eine Beziehung noch die biographische Zuordnung sämtlicher betreffender Sonette sicher.[45](#fn-45)

####  Bettina Brentano/von Arnim

Bettina Brentano verehrte Goethe seit ihrer Jugend und nahm zunächst über seine Mutter Kontakt zu ihm auf. 1807 begegnete sie Goethe persönlich. Nach einem öffentlichen Streit Bettinas mit Christiane Goethe im September 1811 brach Goethe den Kontakt weitgehend ab. Bettinas 1835 erschienener »Goethes Briefwechsel mit einem Kinde« darf nicht als wortgetreue Dokumentation des ursprünglichen Briefwechsels gelesen werden.[46](#fn-46)

####  Marianne von Willemer

Marianne von Willemer nahm unter Goethes späten Frauenbeziehungen eine besondere Stellung ein. Goethe begegnete ihr 1814 und 1815 im Umfeld seines Frankfurter Freundes Johann Jakob Willemer. Zwischen Goethe und Marianne entwickelte sich eine tiefe persönliche Zuneigung und ein poetischer Liebesdialog. Im »West-östlichen Divan« erscheint sie unter dem Namen „Suleika“, Goethe als „Hatem“. Marianne war nicht nur Inspiration, sondern Mitautorin mehrerer in den »Divan« aufgenommener Gedichte.[47](#fn-47)

####  Ulrike von Levetzow

Während der Kuraufenthalte in Marienbad lernte der über siebzigjährige Goethe 1821 die damals siebzehnjährige Ulrike von Levetzow kennen. Für 1823 wird ein durch Großherzog Carl August vermittelter Heiratswunsch Goethes überliefert. Die wichtigste ausführliche Quelle hierzu ist allerdings Ulrikes wesentlich später niedergeschriebener Bericht; Einzelheiten des Werbungsverlaufs sind deshalb quellenkritisch vorsichtig zu behandeln. Aus der emotionalen Krise entstand die »Marienbader Elegie«.[48](#fn-48)

####  Goethes Freundeskreis und Netzwerke

Goethes gesellschaftliche Reichweite lässt sich kaum auf einen klassischen „Freundeskreis“ reduzieren. Von etwa 3.500 Absenderinnen und Absendern sind mehr als 20.000 an Goethe gerichtete Briefe überliefert; amtliche Korrespondenz ist darin noch nicht enthalten. Mehr als neunzig Prozent dieses Bestandes befinden sich heute im Goethe- und Schiller-Archiv.[49](#fn-49)

Im engen persönlichen und beruflichen Kern standen insbesondere Carl August, Anna Amalia, Charlotte von Stein, Karl Ludwig von Knebel, Herder, Wieland, Schiller, Christian Gottlob von Voigt, Johann Heinrich Meyer, Carl Friedrich Zelter und später Johann Peter Eckermann. Hinzu kamen wissenschaftliche Kontakte nach Jena, Verleger wie Johann Friedrich Cotta, Künstlerkreise in Italien, Salons und weibliche Kommunikationsnetzwerke sowie internationale Verbindungen. Dieses Beziehungsgeflecht war kein statischer Freundeskreis, sondern ein über Jahrzehnte wechselndes System aus Freundschaft, Arbeit, Patronage, wissenschaftlichem Austausch und europäischer Literaturvermittlung.

####  Literarisches Werk

Eine wirklich vollständige Aufzählung sämtlicher Gedichte, Gelegenheitsdichtungen, Rezensionen, Übersetzungen, amtlichen Texte, Briefe und naturwissenschaftlichen Einzelbeiträge würde den Rahmen einer Biographie sprengen. Bereits die historische Weimarer beziehungsweise Sophien-Ausgabe umfasst 133 Bände in 143 Teilen. Das folgende Verzeichnis erfasst daher die selbständigen beziehungsweise werkgeschichtlich bedeutenden Schriften und Werkkomplexe.[50](#fn-50)

####  Dramen und dramatische Arbeiten

- Die Laune des Verliebten – entstanden 1767/68.
- Die Mitschuldigen – 1768/69 entstanden.
- Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand – 1773.
- Götter, Helden und Wieland – 1774.
- Clavigo – 1774.
- Erwin und Elmire – 1775.
- Stella. Ein Schauspiel für Liebende – 1776; später überarbeitet.
- Claudine von Villa Bella – frühe Fassung 1776, spätere Neubearbeitung.
- Die Geschwister – 1776.
- Der Triumph der Empfindsamkeit.
- Jery und Bätely – 1780.
- Die Fischerin – 1782.
- Iphigenie auf Tauris – Prosafassung 1779, endgültige Versfassung 1787.
- Egmont – 1788 veröffentlicht.
- Torquato Tasso – 1790.
- Der Groß-Cophta – 1792.
- Der Bürgergeneral – 1793.
- Die Aufgeregten – 1793 begonnen, Fragment.
- Mahomet – Bearbeitung nach Voltaire, 1802.
- Die natürliche Tochter – 1803.
- Pandora – 1807/08 entstanden.
- Faust – sogenannter Urfaust; Faust. Ein Fragment (1790); Faust. Eine Tragödie beziehungsweise Faust I (1808); Faust. Der Tragödie zweiter Teil (1831 vollendet, 1832 postum veröffentlicht).

 Romane, Erzählungen und epische Dichtung
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- Die Leiden des jungen Werthers – 1774; überarbeitete Fassung 1787.
- Wilhelm Meisters theatralische Sendung – etwa 1777–1785.
- Reineke Fuchs – 1794.
- Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten – 1795.
- Wilhelm Meisters Lehrjahre – 1795/96.
- Hermann und Dorothea – 1797.
- Achilleis – 1799 begonnenes Fragment.
- Die Wahlverwandtschaften – 1809.
- Wilhelm Meisters Wanderjahre oder Die Entsagenden – 1821; erweitert 1829.
- Novelle – 1828.

 Lyrik
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- die Leipziger Annettenlieder;
- die Sesenheimer Lieder, darunter Willkommen und Abschied und Mailied;
- Prometheus;
- Ganymed;
- Wandrers Sturmlied;
- Wanderers Nachtlied;
- Ein Gleiches;
- An den Mond;
- Erlkönig;
- Grenzen der Menschheit;
- Das Göttliche;
- Römische Elegien;
- Venezianische Epigramme;
- die gemeinsam mit Schiller veröffentlichten Xenien;
- die Balladen des Jahres 1797;
- Sonette von 1807/08;
- West-östlicher Divan, 1819, erweitert 1827;
- Trilogie der Leidenschaft einschließlich Marienbader Elegie;
- die Zahmen Xenien;
- die späten Gedichtzyklen unter dem Titel Gott und Welt.

 West-östlicher Divan
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Eine besondere Stellung nimmt der »West-östliche Divan« ein. Die Lektüre der von Joseph von Hammer-Purgstall übersetzten Gedichte des persischen Dichters Hafis regte Goethe seit 1814 zu einer intensiven Beschäftigung mit persischer und arabischer Literatur, Geschichte und Religion an. Das Werk entwickelt einen poetischen Dialog zwischen kulturellen Traditionen. Marianne von Willemers Mitautorschaft an mehreren Suleika-Gedichten macht das Werk zudem zu einem Sonderfall kollaborativen Schreibens innerhalb des Goethe-Kanons.[51](#fn-51)

 Faust
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»Faust« begleitete Goethe über nahezu sein gesamtes schöpferisches Leben. Vom frühen Sturm-und-Drang-Fragment über »Faust I« bis zum hochkomplexen zweiten Teil verändert sich das Werk grundlegend. Gelehrtenkritik, Erkenntnisdrang, Liebe, Schuld und Erlösung des ersten Teils werden im zweiten Teil um Politik, Ökonomie, Technik, Antike, Kunst, Kolonisation und gesellschaftliche Modernisierung erweitert.

 Autobiographische und historische Schriften
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- Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit – Teile 1–3 erschienen 1811–1814; Teil 4 postum 1833.
- Italienische Reise – 1816/17 und spätere Ergänzungen.
- Campagne in Frankreich – 1822.
- Belagerung von Mainz – 1822.
- Tag- und Jahres-Hefte als Ergänzung meiner sonstigen Bekenntnisse.

Diese Texte sind Quellen ersten Ranges, zugleich aber bewusste literarische Selbstinszenierungen. Gerade Dichtung und Wahrheit darf deshalb nicht wie ein unmittelbar geführtes Tagebuch behandelt werden.[52](#fn-52)

 Naturwissenschaftliche Schriften
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- Über den Zwischenkiefer des Menschen und der Tiere – Untersuchungen seit 1784;
- Über den Granit;
- Versuch die Metamorphose der Pflanzen zu erklären – 1790;
- Beiträge zur Optik – 1791/92;
- Zur Farbenlehre – 1810;
- Zur Naturwissenschaft überhaupt, besonders zur Morphologie – ab 1817;
- botanische Arbeiten zur Pflanzenmorphologie;
- zoologische und vergleichend-anatomische Beiträge;
- mineralogische und geologische Studien;
- meteorologische Arbeiten, darunter die Beschäftigung mit Luke Howards Wolkenklassifikation.

 Kunsttheorie, Kunstkritik und Übersetzungen
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Goethe war selbst ein produktiver Zeichner. Die Klassik Stiftung Weimar verzeichnet etwa 2.500 ihm zugeschriebene beziehungsweise gesicherte Zeichnungen. Landschaft, Architektur, Anatomie, Geologie und Kunststudien bilden wichtige Motivgruppen.[53](#fn-53)

- Von deutscher Baukunst – 1772/73;
- Römischer Carneval – 1789;
- Mitarbeit an den Propyläen – 1798–1800;
- Winckelmann und sein Jahrhundert – 1805;
- Über Kunst und Altertum – 1816–1832;
- zahlreiche Rezensionen, Künstlerbiographien und kunsttheoretische Essays.

Als Übersetzer und Bearbeiter vermittelte Goethe unter anderem Benvenuto Cellinis Autobiographie, Denis Diderots »Rameaus Neffe« und Dramen Voltaires. Übersetzung war für ihn ein wesentlicher Bestandteil internationaler Literaturvermittlung.

 Briefe, Tagebücher und amtliche Schriften
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Goethes Briefwerk gehört zu den größten Korrespondenzbeständen eines europäischen Autors seiner Epoche. Neben den besonders bekannten Briefwechseln mit Charlotte von Stein, Schiller, Zelter, Carl August, den Humboldts und zahlreichen Wissenschaftlern existieren Tausende weitere Schreiben. Hinzu kommen umfangreiche Tagebücher und amtliche Akten.[54](#fn-54)

Die amtlichen Schriften sind für das Verständnis Goethes als Staatsmann von besonderer Bedeutung. Sie dokumentieren Bergbau, Finanzverwaltung, Straßenwesen, militärische Fragen, Universitätspolitik, Theater, Bibliotheken und Sammlungen und korrigieren damit das ältere Bild eines Dichters, der sein Weimarer Amt nur nebenbei ausgeübt habe.

 „Weltliteratur“ und Alterswerk
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In den 1820er Jahren entwickelte Goethe den Begriff „Weltliteratur“ zu einer programmatischen Vorstellung zunehmenden internationalen literarischen Austauschs. Er beobachtete französische, englische, italienische, serbische, chinesische und andere Literaturen, interessierte sich für Übersetzungen und Rezensionen und verstand nationale Literatur zunehmend als Teil eines grenzüberschreitenden Kommunikationsprozesses.[55](#fn-55)

 Letzte Jahre
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Die letzten Lebensjahre waren von Verlusten geprägt. Schiller war 1805 gestorben, Anna Amalia 1807, Goethes Mutter 1808, Christiane 1816, Carl August 1828 und sein Sohn August 1830. Zugleich blieb Goethe außerordentlich produktiv. Er arbeitete am »West-östlichen Divan«, an den »Wanderjahren«, seinen naturwissenschaftlichen Schriften, autobiographischen Projekten und vor allem am zweiten Teil des »Faust«.

Johann Peter Eckermann wurde seit 1823 zu einem wichtigen Mitarbeiter. Er half bei der Ordnung von Manuskripten, bei Publikationsfragen und der Vorbereitung des Spätwerks. Seine nach Goethes Tod veröffentlichten »Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens« wurden außerordentlich wirkungsmächtig, müssen jedoch quellenkritisch benutzt werden.[56](#fn-56)

 Tod und Begräbnis
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Am 16. März 1832 erkrankte Goethe schwer. Nach vorübergehender Besserung verschlechterte sich sein Zustand erneut. Er starb am 22. März gegen halb zwölf Uhr vormittags in seinem Haus am Frauenplan. Die genaue medizinische Todesursache lässt sich mit moderner Terminologie nicht zweifelsfrei feststellen; zeitgenössische Berichte deuten auf eine schwere fieberhafte Erkrankung mit akuter Herz-Kreislauf-Komplikation hin.[57](#fn-57)

Die berühmten angeblich letzten Worte „Mehr Licht!“ sind nicht zuverlässig verbürgt. Der Hausarzt Carl Vogel, auf den die Überlieferung wesentlich zurückgeht, war beim unmittelbaren Tod nicht anwesend. Andere Erinnerungen überliefern abweichende letzte Äußerungen. Für einen wissenschaftlichen Artikel sollte „Mehr Licht!“ daher lediglich als später berühmt gewordene Überlieferung und nicht als gesichertes letztes Wort bezeichnet werden.

Am 26. März 1832 wurde Goethe in der Weimarer Fürstengruft auf dem Historischen Friedhof beigesetzt. Sein Sarg steht dort neben dem Schiller zugeschriebenen Sarg und den Särgen der herzoglichen Familie.[58](#fn-58)

 Bedeutung und Nachwirkung
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Goethes Bedeutung liegt nicht allein in der Größe einzelner Werke. Sein Œuvre verbindet Literatur, Naturforschung, Kunst, Politik, Verwaltung und autobiographische Selbstreflexion über einen Zeitraum, in dem Europa tiefgreifende Umbrüche von der späten Aufklärung über Französische Revolution und Napoleonische Kriege bis zum Beginn der industriellen Moderne erlebte.

Seine Literatur hat nahezu sämtliche späteren Epochen deutschsprachigen Schreibens beeinflusst. Zugleich wurde Goethe immer wieder politisch und kulturell vereinnahmt. Die heutige Forschung betrachtet ihn deshalb weniger als unantastbaren „Dichterfürsten“ denn als historische Persönlichkeit mit Widersprüchen: als privilegierten Hofbeamten und radikalen jungen Autor, europäischen Kosmopoliten und skeptischen Beobachter politischer Revolution, empirischen Naturforscher und entschiedenen Gegner der newtonschen Optik, klassischen Formkünstler und experimentellen Autor des »Faust II«.

 Erinnerungsorte, Institutionen und Ehrungen
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- **Goethe-Nationalmuseum und Goethehaus in Weimar** – das Haus am Frauenplan bewahrt wesentliche Teile seiner Wohn-, Arbeits- und Sammlungsräume.
- **Goethe- und Schiller-Archiv** – aus Goethes Nachlass entwickelte sich eine der bedeutendsten literarischen Handschriftensammlungen Deutschlands.
- **Goethe-Gesellschaft in Weimar** – gegründet 1885.
- **UNESCO-Welterbe „Klassisches Weimar“** – seit 1998 gehören zentrale Goethe-Orte zum Welterbe.
- **Goethe-Universität Frankfurt am Main** – erhielt 1932 Goethes Namen.
- **Goethe-Institut** – das internationale Kultur- und Sprachinstitut trägt seit seiner Gründung 1951 Goethes Namen.
- **Goethit** – Mineralname zu Ehren Goethes.
- **Goethea** – historische botanische Benennung zu Ehren Goethes.
- **Straßen, Schulen, Plätze und Kulturinstitutionen** – weltweit tragen zahlreiche Einrichtungen und Verkehrsflächen seinen Namen.

 Quellen und Literatur
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 Primärquellen und maßgebliche Werkausgaben
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- Johann Wolfgang von Goethe: Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. Stuttgart/Tübingen: J. G. Cotta, 1827–1830; ergänzt durch Nachgelassene Werke, 1832–1842.
- Johann Wolfgang von Goethe: Goethes Werke. Herausgegeben im Auftrage der Großherzogin Sophie von Sachsen. Weimarer Ausgabe/Sophienausgabe. Weimar: Hermann Böhlau, 1887–1919.
- Johann Wolfgang von Goethe: Sämtliche Werke. Briefe, Tagebücher und Gespräche. Frankfurter Ausgabe. Frankfurt am Main: Deutscher Klassiker Verlag.
- Johann Wolfgang von Goethe: Briefe. Historisch-kritische Ausgabe.
- Johann Wolfgang von Goethe: Die Schriften zur Naturwissenschaft. Leopoldina-Ausgabe.
- Johann Wolfgang von Goethe/Friedrich Schiller: Briefwechsel.
- Johann Wolfgang von Goethe: Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit.
- Johann Wolfgang von Goethe: Italienische Reise.
- Johann Wolfgang von Goethe: Campagne in Frankreich.
- Johann Wolfgang von Goethe: Belagerung von Mainz.
- Johann Peter Eckermann: Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens.

 Sekundärliteratur
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- Nicholas Boyle: Goethe. The Poet and the Age. Bd. 1: The Poetry of Desire (1749–1790). Oxford 1991; Bd. 2: Revolution and Renunciation (1790–1803). Oxford 2000.
- Karl Otto Conrady: Goethe. Leben und Werk.
- Rüdiger Safranski: Goethe. Kunstwerk des Lebens. München: Carl Hanser Verlag, 2013.
- Thomas Steinfeld: Goethe. Porträt eines Lebens, Bild einer Zeit.
- Bernd Witte u. a. (Hrsg.): Goethe-Handbuch. Stuttgart/Weimar: J. B. Metzler.
- Elke Richter/Alexander Rosenbaum (Hrsg.): Charlotte von Stein. Schriftstellerin, Freundin und Mentorin. Berlin/Boston: De Gruyter, 2018.
- Sigrid Damm: Christiane und Goethe. Eine Recherche.

 Online-Quellen und Forschungsressourcen
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- [Deutsche Biographie: Johann Wolfgang von Goethe](https://www.deutsche-biographie.de/sfz53095.html)
- [Klassik Stiftung Weimar: PROPYLÄEN – Forschungsplattform zu Goethes Biographica](https://www.klassik-stiftung.de/goethe-und-schiller-archiv/projekte/propylaeen/)
- [Regestausgabe der Briefe an Goethe](https://ores.klassik-stiftung.de/ords/f?p=403:1)
- [Goethe-Bibliographie online](https://www.klassik-stiftung.de/forschung/forschungsaktivitaeten/goethe-bibliographie-online/)
- [Leopoldina: Johann Wolfgang von Goethe](https://www.leopoldina.org/mitglieder/mitgliederverzeichnis/detail/johann-wolfgang-von-goethe)
- [Leopoldina-Ausgabe: Goethe – Die Schriften zur Naturwissenschaft](https://goethe.leopoldina.org/index.html)
- [Klassik Stiftung Weimar: Goethes Wohnhaus](https://www.klassik-stiftung.de/goethe-nationalmuseum/goethes-wohnhaus/)
- [Klassik Stiftung Weimar: Fürstengruft](https://www.klassik-stiftung.de/fuerstengruft/)
- [UNESCO: Classical Weimar](https://whc.unesco.org/en/list/846/)
- [Goethe-Gesellschaft in Weimar](https://www.goethe-gesellschaft.de/gesellschaft/)

 Offene Forschungs- und Redaktionspunkte
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1. **Anna Amalia und Goethe:** Eine sexuelle oder geheime Liebesbeziehung darf nicht als Tatsache dargestellt werden; die These gehört in die quellenkritische Fußnote.
2. **Charlotte von Stein:** Die emotionale Intensität ist hervorragend dokumentiert; die Frage nach einem sexuellen Vollzug bleibt offen.
3. **Corona Schröter:** Die künstlerische und gesellschaftliche Beziehung ist gesichert, eine Liebesaffäre nicht.
4. **Minna Herzlieb:** Die Quellenlage ist ausgesprochen dünn; einzelne Zuordnungen bleiben unsicher.
5. **Ulrike von Levetzow:** Einzelheiten des Heiratswunsches beruhen zum Teil auf später Erinnerung.
6. **Amtliche Tätigkeit:** Eine vertiefte Auswertung der Bestände des Thüringischen Hauptstaatsarchivs Weimar wäre sinnvoll.
7. **Werkverzeichnis:** Für bibliographische Vollständigkeit sollten Weimarer Ausgabe, Frankfurter Ausgabe und Goethe-Bibliographie online systematisch zusammengeführt werden.

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1. Flitner, Wilhelm, „Goethe, Johann Wolfgang von“, in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 546–575; Indexeintrag: Deutsche Biographie, [www.deutsche-biographie.de/gnd118540238.html](https://www.deutsche-biographie.de/gnd118540238.html). [↩](#fnref-1)
2. Flitner, Wilhelm, „Goethe, Caspar“, in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 545; Deutsche Biographie, [www.deutsche-biographie.de/gnd118695940.html](https://www.deutsche-biographie.de/gnd118695940.html). [↩](#fnref-2)
3. „Goethe, Catharina Elisabeth, geborene Textor“, in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964); Deutsche Biographie, [www.deutsche-biographie.de/gnd118540246.html](https://www.deutsche-biographie.de/gnd118540246.html). [↩](#fnref-3)
4. Deutsche Biographie: Cornelia Goethe und genealogische Angaben zur Familie Goethe. [↩](#fnref-4)
5. Goethe, Dichtung und Wahrheit, mit Gegenprüfung durch biographische Forschung. [↩](#fnref-5)
6. Nicholas Boyle sowie Deutsche Biographie zur Leipziger Studienzeit und Adam Friedrich Oeser. [↩](#fnref-6)
7. Goethes autobiographische Zeugnisse und frühe Briefeditionen zur Beziehung mit Anna Katharina Schönkopf. [↩](#fnref-7)
8. Goethe, Dichtung und Wahrheit, sowie Goethe-Handbuch zu Susanna von Klettenberg. [↩](#fnref-8)
9. Deutsche Biographie und Nicholas Boyle zur Straßburger Begegnung mit Herder. [↩](#fnref-9)
10. Klassik Stiftung Weimar und Goethe-Forschung zu Friederike Brion und den Sesenheimer Liedern. [↩](#fnref-10)
11. Deutsche Biographie zum Straßburger Studienabschluss. [↩](#fnref-11)
12. Goethe-Handbuch und Deutsche Biographie zu Götz von Berlichingen. [↩](#fnref-12)
13. Klassik Stiftung Weimar: Goethe, Charlotte Buff, Kestner und der Fall Jerusalem. [↩](#fnref-13)
14. Nicholas Boyle und Goethe-Handbuch zur europäischen Wirkung des Werther. [↩](#fnref-14)
15. Klassik Stiftung Weimar und Dichtung und Wahrheit zu Lili Schönemann. [↩](#fnref-15)
16. Deutsche Biographie und Goethezeitportal zur Übersiedlung nach Weimar. [↩](#fnref-16)
17. Deutsche Biographie (NDB 6, Flitner) zur Ernennung 1776, zum Geheimen Rat 1779 und zur Nobilitierung (10.4.1782; abweichend andere Darstellungen 3.6.1782). [↩](#fnref-17)
18. Leopoldina und Deutsche Biographie zur Weimarer Amtslaufbahn. [↩](#fnref-18)
19. Klassik Stiftung Weimar zum Ilmenauer Bergbau. [↩](#fnref-19)
20. Goethezeitportal und Deutsche Biographie zur Verlagerung auf Kultur- und Wissenschaftsverwaltung. [↩](#fnref-20)
21. UNESCO und Anna-Amalia-Forschung zur kulturellen Entwicklung Weimars. [↩](#fnref-21)
22. Klassik Stiftung Weimar zur höfischen Geselligkeit und zum späteren Begriff „Musenhof“. [↩](#fnref-22)
23. Klassik Stiftung Weimar zum Liebhabertheater und zur Aufführung der Iphigenie 1779. [↩](#fnref-23)
24. Neuere Goethe- und Anna-Amalia-Forschung; die These einer geheimen Liebesbeziehung ist nicht gesichert. [↩](#fnref-24)
25. Klassik Stiftung Weimar: Goethes Briefe an Charlotte von Stein. [↩](#fnref-25)
26. Neuere Charlotte-von-Stein-Forschung; die Frage nach einem sexuellen Vollzug bleibt offen. [↩](#fnref-26)
27. Goethe, Italienische Reise, Goethe-Handbuch und einschlägige Forschung. [↩](#fnref-27)
28. Kleßmann, Eckart, „Goethe, Christiane von“, in: Neue Deutsche Biographie 27 (2020), S. 148–149; Deutsche Biographie, [www.deutsche-biographie.de/gnd118628011.html](https://www.deutsche-biographie.de/gnd118628011.html). [↩](#fnref-28)
29. Deutsche Biographie zur Familie Goethe und den Kindern. [↩](#fnref-29)
30. Deutsche Biographie zur Eheschließung am 19. Oktober 1806. [↩](#fnref-30)
31. Deutsche Biographie: August von Goethe, [www.deutsche-biographie.de/gnd11854022X.html](https://www.deutsche-biographie.de/gnd11854022X.html). [↩](#fnref-31)
32. Gajek, Bernhard, „Goethe, Ottilie von, geborene von Pogwisch“, in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 575–576; Deutsche Biographie, [www.deutsche-biographie.de/gnd118540254.html](https://www.deutsche-biographie.de/gnd118540254.html). [↩](#fnref-32)
33. Goethezeitportal und Forschung zu Goethes Haltung gegenüber der Französischen Revolution. [↩](#fnref-33)
34. Goethe, Campagne in Frankreich; die Valmy-Formulierung wurde erst Jahrzehnte später fixiert. [↩](#fnref-34)
35. Klassik Stiftung Weimar zum Goethe-Schiller-Briefwechsel. [↩](#fnref-35)
36. Leopoldina und Goethe-Forschung zur Hoftheaterdirektion. [↩](#fnref-36)
37. Kreutzmann, Marko, „Voigt, Christian Gottlob von“, in: Neue Deutsche Biographie 27 (2020), S. 59–61; Deutsche Biographie, [www.deutsche-biographie.de/pnd118852728.html](https://www.deutsche-biographie.de/pnd118852728.html). [↩](#fnref-37)
38. Klassik Stiftung Weimar und Forschung zur Begegnung Goethe–Napoleon 1808 (2. und 6. Oktober; Ehrenlegion 14. Oktober 1808). [↩](#fnref-38)
39. Leopoldina: Johann Wolfgang von Goethe – naturwissenschaftliche Arbeitsfelder. [↩](#fnref-39)
40. Leopoldina-Ausgabe zu Versuch die Metamorphose der Pflanzen zu erklären. [↩](#fnref-40)
41. Leopoldina-Ausgabe und wissenschaftshistorische Forschung zur Farbenlehre. [↩](#fnref-41)
42. Leopoldina zur Mitgliedschaft 1818 und zum Briefwechsel mit Nees von Esenbeck. [↩](#fnref-42)
43. Klassik Stiftung Weimar zur Freimaurerloge „Anna Amalia zu den drei Rosen“; zur Illuminatenmitgliedschaft vgl. einschlägige Forschung. [↩](#fnref-43)
44. Klassik Stiftung Weimar zu Corona Schröter; eine Liebesaffäre ist nicht hinreichend belegt. [↩](#fnref-44)
45. Elschenbroich, Adalbert, „Herzlieb, Wilhelmine (Minchen)“, in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 737–738; Deutsche Biographie, [www.deutsche-biographie.de/gnd119277387.html](https://www.deutsche-biographie.de/gnd119277387.html). Die Quellenlage ist ausdrücklich unsicher. [↩](#fnref-45)
46. Klassik Stiftung Weimar zu Bettina von Arnim und Goethe. [↩](#fnref-46)
47. Klassik Stiftung Weimar zur Autorschaft Marianne von Willemers im West-östlichen Divan. [↩](#fnref-47)
48. Zur Ulrike-von-Levetzow-Überlieferung und Marienbader Elegie vgl. die einschlägige Goethe-Forschung. [↩](#fnref-48)
49. Klassik Stiftung Weimar: Forschungsprojekt „Briefe an Goethe“. [↩](#fnref-49)
50. Weimarer Ausgabe/Sophienausgabe und Goethe-Bibliographie online. [↩](#fnref-50)
51. Goethe-Handbuch und Forschung zu Hafis, dem West-östlichen Divan und Marianne von Willemer. [↩](#fnref-51)
52. Goethes autobiographische Texte sind literarisch bearbeitete Selbstdeutungen und mit anderen Quellen abzugleichen. [↩](#fnref-52)
53. Klassik Stiftung Weimar: Corpus der Goethezeichnungen. [↩](#fnref-53)
54. Klassik Stiftung Weimar: Briefe an Goethe und Goethe- und Schiller-Archiv. [↩](#fnref-54)
55. Goethe, Eckermann und Über Kunst und Altertum zur Konzeption von „Weltliteratur“. [↩](#fnref-55)
56. Eckermanns Gespräche mit Goethe sind unverzichtbar, aber redaktionell gestaltete Erinnerungsliteratur. [↩](#fnref-56)
57. Goethezeitportal und zeitgenössische Berichte zu Krankheit und Tod 1832. [↩](#fnref-57)
58. Klassik Stiftung Weimar: Fürstengruft. [↩](#fnref-58)