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title: "Hellmut G. Haasis † | EPOCHE NAPOLEON"
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description: Hellmut G. Haasis (1942–2024) war Autor und Publizist. Sein Standardwerk »Gebt der Freiheit Flügel« rekonstruiert auf Basis intensiven Quellenstudiums die Geschichte der deutschen Jakobiner. Er publizierte auch Archivfunde zu den deutschen Jakobinern im Eigenverlag.
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author: Michael Gnessner
date: 2014-04-23
modified: 2026-03-24
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# Hellmut G. Haasis † | EPOCHE NAPOLEON

Hellmut G. Haasis
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####  Curriculum Vitae

         ![Hellmut G. Haasis legte mit »Gebt der Freiheit Flügel« ein umfassendes Werk über die deutschen Jakobiner zwischen 1789 und 1805 vor. Seine Leidenschaft ist das Schicksal des »kleinen Mannes« das in den Geschichtsbüchern eher in Vergessenheit geraten ist.](https://www.epoche-napoleon.net/fileadmin/_processed_/e/3/csm_Haasis_Hellmut_G_289c2545de.jpg "Haasis, Hellmut G") Hellmut G. Haasis

Hellmut G. Haasis wurde am 07.01.1942 in Mühlacker geboren. Er studierte evangelische Theologie, Geschichte, Soziologie und Politik und lebte als freier Autor, Geschichtsausgräber, Publizist und Miniverleger in Reutlingen/Schwaben.

Haasis interessierte sich nicht für Kaiser und Könige. Sein Werk umfasste Arbeiten, in denen er basisdemokratische Bestrebungen aus oft verschütteten Quellen rekonstruierte, oder das Schicksal von Personen, die in grundsätzliche Opposition zu den Herrschenden gerieten. Mit »Spuren der Besiegten« oder »Gebt der Freiheit Flügel« setzte er den Protagonisten der Freiheitskämpfe von unten ein literarisches Denkmal. Seine meistrezipierte Arbeit widmete sich dem Leben und den Motiven des Hitler-Attentäters Georg Elser, der am 09.11.1939 im Münchner Bürgerbraukeller eine Bombe zündete und Hitler samt seiner gesamten Führungsclique nur um 13 Minuten verpasste.

1990 wurde Haasis, der auch Texte in schwäbischer Mundart veröffentlichte, mit dem Thaddäus-Troll-Preis für seinen Mundartroman »Em Chrischdian sei Leich« ausgezeichnet. Für das Hörspiel »Joseph Süß« erhielt er im Jahre 1995 den CIVIS-Medienpreis der ARD. 1999 bekam er für seine Biographie »Joseph Süß Oppenheimer« den Schubart-Preis der Stadt Aalen. Im Jahre 2013 wurde ihm in Ludwigsburg der Ludwig-Uhland-Preis für sein Lebenswerk überreicht. Eine politische Krönung seiner Erforschung des vom Stuttgarter Geheimtribunal gehenkten Joseph Süß Oppenheimer (1738) erlebte er, als der Baden-Württembergische Landtag 2013 Joseph Süß als Justizopfer rehabilitierte – ein erster Akt dieser Art durch ein Parlament.

Haasis spielte und erzählte auch als schwäbischer Märchenclown Druiknui für Kinder zwischen 4 und 10 Jahren. Darüber hinaus gründete er die Freidenker-Gruppe Reutlingen, die eine strenge Trennung von Kirche und Staat anstrebte – eine Vereinigung von Agnostikern und Atheisten.

Haasis unterstützte über viele Jahre durch Rat und die Bereitstellung zahlreicher Texte zu den deutschen Jakobinern die Arbeit von EPOCHE NAPOLEON.

Hellmut G. Haasis starb am 23.02.2024 in Reutlingen.

####  Publikationsverzeichnis

- Bibliographie zur linksrheinischen deutschen Revolutionsbewegung der Jahre 1792/1793. Scriptor, Königstein im Taunus 1976,
- Jetz isch fai gnuag Hai honna. Schwäbische Gedichte. Schwäbische Verlagsgesellschaft, Tübingen 1978.
- Spuren der Besiegten. 3 Bände, Rowohlt, Reinbek 1984.
- Morgenröte der Republik: Die linksrheinischen deutschen Demokraten 1789–1849. Ullstein, Frankfurt am Main/Berlin/Wien 1984,
- Gebt der Freiheit Flügel. Die Zeit der deutschen Jakobiner 1789–1805. 2 Bände, Rowohlt, Reinbek 1988, ISBN 3-499-18363-3.
- Em Chrischdian sei Leich – ein Vorstadtroman in schwäbischer Sprache. Freiheitsbaum-Verlag, 1989
- Joseph Süß Oppenheimers Rache. Erzählung, Biographischer Essay, Dokumente aus der Haft und dem Prozeß. Mit Illustrationen von Jona Mach (Jerusalem) und historischen Stichen. Gollenstein, Blieskastel 1994
- Edelweisspiraten – Erzählungen über eine wilde Jugendbewegung gegen die Nazis. Trotzdem Verlag, Grafenau/Württemberg 1996
- Joseph Süß Oppenheimer genannt Jud Süß. Finanzier, Freidenker, Justizopfer. Rowohlt, Reinbek 1998
- Den Hitler jag' ich in die Luft. Der Attentäter Georg Elser, eine Biografie. Rowohlt, Berlin 1999. 2. „vollständig vom Autor überarbeitete Ausgabe“: Edition Nautilus, Hamburg 2009
- Tod in Prag. Das Attentat auf Reinhard Heydrich. Rowohlt, Reinbek 2002, ISBN 3-498-02965-7.
- Vom aufmüpfigen Geist der Schwaben. literarische performance. Klemm & Oelschläger, Ulm 2002
- Märchenclown Druiknui. Fotos von Flora Haasis, Zeichnungen von Uli Trostowitsch. Freiheitsbaum, Paris/Reutlingen 2005
- Georg Elser schwäbisch bei der Gestapo. Ein Stück mit 20 Szenen. Freiheitsbaum, Paris/Reutlingen 2007
- Heisel Rein, der Gscheite Narr. Freiheitsbaum, Paris/Reutlingen 2008
- Volksbuch der verspotteten Päpste. Ein befreiendes Lachbuch. Freiheitsbaum, Paris/Reutlingen 2011
- Georg Elser: Ein schwäbischer Kriegsgegner. Eine Einführung. Mit Grafiken von Uli Trostowitsch. Klemm & Oelschläger, Münster/Ulm 2012
- Totengedenkbuch für Joseph Süß Oppenheimer. Kultur- und Veranstaltungs GmbH, Worms 2012, ISBN 978-3-936118-85-8 (mit dem hebräischen Gedenkblatt von Salomon Schächter, übersetzt und neuer hebräischer Satz von Yair Mintzker).
- <a href="http://www.ibka.org/en/articles/ag02/haasis.html">From the Mainz Republic to the First Democratic Constitution</a>

####  Im Angebot von EPOCHE NAPOLEON veröffentlicht:

- [Einleitung zu »Gebt der Freiheit Flügel«](https://www.epoche-napoleon.net/autor/spaenle-1.html "Einleitung zu »Gebt der Freiheit Flügel«")
- [Die Beerdigung des Mainzer Jakobiners Felix Anton](https://www.epoche-napoleon.net/historisches/beerdigung-blau.html "Die Beerdigung des Mainzer Jakobiners Felix Anton")
- [Spätfeudale Zwergenreiche](https://www.epoche-napoleon.net/historisch/zwergenreiche.html "Spätfeudale Zwergenreiche")
- [Regungen des Widerstands](https://www.epoche-napoleon.net/autor/schmidt-1.html "Regungen des Widerstands")
- [Die Auswanderung des Stuttgarters Christoph Friedr](https://www.epoche-napoleon.net/historisches/cotta-auswanderung.html "Die Auswanderung des Stuttgarters Christoph Friedr")
- [Bergzabern: »Das Feuer glimmt noch unter der Asche«](https://www.epoche-napoleon.net/historisch/bergzabern.html "Bergzabern: »Das Feuer glimmt noch unter der Asche«")