Johann Christoph Pickert: Die Lebens-Geschichte des Johan Chritoph Pickert
| Preis | 19,00 € |
| Autor | Johann Christoph Pickert (Hg. von Gotthard Frühsorge und Christoph Schreckenberg |
| Titel | Die Lebensgeschichte des Johann Christoph Pickert |
| Verlag | Wallstein Verlag |
| Jahr | 2006 |
| Einband | Hardcover |
| Seitenzahl | 172 |
| Maße (cm) | 19,2 x 12,8 x 2 |
| Gewicht (g) | 262 |
| ISBN10 | 3-8353-0037-7 |
| ISBN13 | 978-38353-0037-8 |
Das Buch - herausgegeben von Gotthardt Frühsorge und Christoph Schreckenberg - basiert auf dem Manuskript »Die Lebens-Geschichte des Unterofficier Pickert Invalide bey der 7ten Compagnie«. Die Handschrift aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde zufällig durch die Herausgeber in einem Antiquariat gefunden.
Johann Christoph Pickert (1778-1845) war zuletzt Unteroffizier der preussischen Armee. Er nahm an den napoleonischen Feldzügen teil und geriet in französische Gefangenschaft und verbrachte seinen Lebensabend schließlich im »Landarmen- und Invalidenhaus zu Brandenburg«. Dort schrieb er nach 1825 seine Lebenserinnerungen. Er berichtet nicht, wie es in Werken von Offizieren und Kriegsteilnehmern oft vorkommt, über große Schlachten und Ereignisse, sondern stellt das Leben des einfachen Soldaten in den Vordergrund. Viel wichtiger ist die Frage nach der täglichen Ernährung oder der Versorgung von Verletzungen und Betrügereien.
»Die Lebens-Geschichte des Johann Christoph Pickert« wurde im Großen und Ganzen sehr behutsam an die Moderne angepasst. Die Rechtschreibung wurde im Stile der Handschrift beibehalten - besonders gut kommt auf diese Weise der Bildungsstand des Verfassers durch - und bei heute nicht mehr gebräuchlichen Begriffen und Redewendungen mit entsprechenden Fußnoten kommentiert. Persönlich gefällt mir die Beibehaltung des alten Stils, die Erläuterung von Begriffen und Redewendungen ermöglicht es auch einem historisch nicht so bewanderten Leser, schnell einen Zugang zu finden.
In einer kurzen editorischen Notiz bewerten die Herausgeber kurz das Manuskript auf Stil und Authenzität des Manuskripts. Im ausführlicheren Nachwort bewerten sie das soziale Umfeld des Autors Pickert, der seinen Bericht aus der Warte des kleinen Mannes schrieb, dem die täglichen gesundheitlichen Strapazen näher waren als die weltgeschichtliche Bedeutung der Ereignisse.
Dadurch das die Herausgeber sich bemühten, das Manuskript möglichst im Originalzustand zu belassen, wird der Reiz dieser Textquelle deutlich angehoben. Ich selbst bevorzuge Erinnerungen, die in der Sprache und Ausdrucksweise des kleinen Mannes geschrieben wurden. Neben den zahlreichen Kriegserinnerungen von Offizieren, Adeligen und Bürgerlichen handelt es sich um ein Kleinod der Erinnerungsliteratur.

