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Buchdaten
Autor Jonentz, Thomas (Hg.)
Titel Der Soldat Hartung
Verlag BOD
Jahr 2010
Einband Softcover
Seitenzahl 60
Maße (cm) 21 x 15 x 0,6 cm
Gewicht (g) 18,8 x 12,4 x 0,8
ISBN10 3839127408
ISBN13 978-3839127407
Preis (€) 8,50
Der Soldat Hartung von Thomas Jonentz

»Der deutsche Napoleon-Mythos - Literatur und Erinnerung 1800-1945« stammt aus der Feder der Literaturwissenschaftlerin Barbara Besslich, die sich Napoleon aus der Sicht der deutschen Literatur nähert. Sie spannt dabei einen Bogen vom Konsulat Napoleons im Jahre 1800 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges in Deutschland. Keine Persönlichkeit vorher und nachher erregte die Gemüter der Menschen mehr als der französische General, Konsul und Kaiser Frankreichs Napoleon.

Es begann mit Friedrich Hölderlins Gedicht »Bounaparte«, dass er bereits 1797/98 schrieb, als Napoleon im Sturm Italien erobert und zum ersten Mal über die Grenzen Frankreichs hinaus bekannt wurde. Besslich zeigt Brüche im Bild und auch Verhältnis zwischen Napoleon und den Deutschen auf, die bereits sehr früh auftraten. Anhänger der Ideale der Französischen Revolution sahen in Napoleon den Totengräber der Revolution und es tauchten erste anti-napoleonische Schriften auf. Während der napoleonischen Kriege wurde auch wieder die traditionelle Mythologie zur Charakterisierung herangezogen, jedoch sah man in ihm keinen Gott mehr, sondern einen Teufel oder auch Dämonen. Alle großen Dichter und Literaten seiner Zeit bezogen sich auf Napoleon, selbst E.T.A. Hoffmann, der den meisten mit Gruselgeschichten und eher als unpolitischer Zeitgenosse bekannt ist, verfasste nach der Schlacht von Dresden eine anti-napoleonische Geschichte.

Unmittelbar nach dem endgültigen Sieg über Napoleon und spätestens mit seinem Tode begann eine Mystifizierung und Glorifizierung seines Lebens und Wirkens, das zum Teil bis in die heutige Zeit andauert. Besslich gelingt es auf interessante und auch kurzweilige Weise den stetigen Wandel des Napoleon-Bildes in der deutschen Literatur auch unter den jeweiligen politischen Verhältnissen zu beleuchten.

Die Auswahl ihrer Beispiele stehen stets exemplarisch für das Napoleon-Bild einer Epoche in der deutschen Gesellschaft. Der Wandel wird aufschlussreich und sehr umfassend geschildert.

Fazit

Thomas Jonentz (Jahrgang 1971) gibt in diesem kleinen Büchlein die Geschichte des Rheinbund-Soldaten Hartung, der seine Lehre als Handlungshelfer in Köln abbrach um im November 1803 in die französische Armee einzutreten. In der französischen Uniform machte der junge Mann alle französischen Feldzüge bis zum Jahre 1812 mit. Während des Rußlandfeldzuges geriet der Soldat Hartung in russischer Gefangenschaft.

Ein Angebot des Freiherrn von Stein in der russisch-deutsche Legion zu dienen legte der Offizier mit dem Hinweis ab, dass er auf der linken Rheinseite geboren sei, die ja seit dem Jahre 1797 französisches Staatsgebiet sei. So kam er erst im Oktober 1814 aus der russischen Kriegsgefangenschaft in die rheinische Heimat zurück. Er ging nach Paris zurück, wo er zum Jahresende 1814 eine Stelle als Rittmeister annahm. Im folgenden Jahre nahm er an der Schlacht von Waterloo teil. Am 01.12.1815 verließ er offiziell die französischen Dienste. Er wurde von preußischen Stellen abgelehnt und ging über den großen Ozean und trat in brasilianische Dienste. Erst Jahre später gelang ihm der Eintritt in die preußische Armee.

Besonders erfreulich fällt auf, dass Herausgeber Thomas Jonentz neben dieser Ausgabe noch eine gesonderte Großdruckausgabe erstellt hat, die zum Preis von 8,90 € im gleichen Verlag zu beziehen ist.