Dagmar von Gersdorff
| Preis | 24,99 € |
| Autor | Dagmar von Gersdorff |
| Titel | Goethes Mutter |
| Verlag | Insel |
| Jahr | 2001 |
| Einband | Hardcover |
| Seitenzahl | 464 Seiten |
| Abbildungen | 53 zeitgenöss. Abbildungen |
| Maße (cm) | |
| Gewicht (g) | 685 |
| ISBN10 | 3-458-17065-0 |
| ISBN13 | 978-3-458-17065-5 |
»Eine treffliche Frau. Ich freue mich erstaunlich, sie zu kennen.« sagte Carl-August von Sachsen-Weimar-Eisenach über die Mutter seines besten Freundes Johann Wolfgang von Goethe. In ihrem Buch »Goethes Mutter« versucht die Literaturwissenschaftlerin Dagmar von Gersdorff dem Geheimnis dieser Frau auf den Grund zu gehen.
Auf mehr als 450 Seiten versucht sich Gersdorff der Mutter Goethes zu nähern. Welche Ängste und Sorgen plagten die junge Frau, als im Jahre 1748 der 21 Jahre ältere Johann Caspar Goethe um ihre Hand anhielt. Dies ist nur eine Frage, die sie in ihrer Studie zum Leben und zur Biographie von Frau Aja, wie Freunde Goethes lebenslustige und weltoffene Mutter versucht zu beantworten. So wird auch die Sehnsucht der Mutter immer wieder nach dem Besuch des Sohnes lebendig. Auffallend ist, das sie stets die Sehnsucht und die Hoffnung der Mutter ihren Sohn wiederzusehen, Ausdruck verleiht, insbesondere als sie alt war und ihr Tod bevorstand.
Die Quellenlage zu Catharina Elisabeth Goethe ist jedoch spärlich, so verbrannte ihr Sohn bei einer seiner Briefverbrennungen auch die mütterlichen Briefe. So stützte sich die Verfasserin insbesondere auf die Haushaltsaufzeichnungen seines Vaters und seiner Mutter. Aber auch auf »Dichtung und Wahrheit« und anderen Werken über den Sohn. Insgesamt gelingt ihr ein lebendiges Bild in dem sie auch mit dem lange Zeit anhaltenden Vorurteil einer ungebildeten und heiteren Frau aufzuräumen. So konnte sie nachweisen, dass Frau Aja ein enormes Lesetempoan den Tag legte und Schiller, Klopstock und Lessing zu ihren Lieblingautoren gehörten.
Neben der biographischen Betrachtung gelingt es der Verfasserin nicht nur einen Blick auf das Leben von Goethes Mutter zu werfen, sondern auch einen Einblick in das bürgerliche Leben der Freien Reichsstadt Frankfurt zu eröffnen.
Insgesamt ist - was nicht verwundern darf - die Biographie von Catharina Elisabeth Goethe, geborene Textor zugleich auch eine Biographie ihres Sohnes Johann Wolfgang, so blendet die Autorin immer wieder die Lebensstationen des Sohnes im Studium oder auch später in seiner Weimarer Zeit mit ein. Verwunderlich auch nicht deswegen, dass sich ihr Leben um den ältesten Sohn drehte.
Insgesamt hat Gersdorff mit ihrem Werk eine spannende und sehr flüssig lesbare Biographie einer faszinierenden Frau vorgelegt, die empfehlenswert ist.

