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Autor Barbara Beßlich
Titel Der deutsche Napoleon-Mythos
Verlag Wissenschaftliche Buchgesellschaft
Jahr 2007
Einband gebunden
Seitenzahl 504
Maße (cm) 22 x 15,4 x 4
Gewicht (g) 838
ISBN10 3-534-20025-X
ISBN13 9783534200252
Preis 79,90 €
Barbara Beßlich: Der deutsche Napoleon-Mythos 1800-1945

»Der deutsche Napoleon-Mythos - Literatur und Erinnerung 1800-1945« stammt aus der Feder der Literaturwissenschaftlerin Barbara Besslich, die sich Napoleon aus der Sicht der deutschen Literatur nähert. Sie spannt dabei einen Bogen vom Konsulat Napoleons im Jahre 1800 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges in Deutschland. Keine Persönlichkeit vorher und nachher erregte die Gemüter der Menschen mehr als der französische General, Konsul und Kaiser Frankreichs Napoleon.

Es begann mit Friedrich Hölderlins Gedicht »Bounaparte«, dass er bereits 1797/98 schrieb, als Napoleon im Sturm Italien erobert und zum ersten Mal über die Grenzen Frankreichs hinaus bekannt wurde. Besslich zeigt Brüche im Bild und auch Verhältnis zwischen Napoleon und den Deutschen auf, die bereits sehr früh auftraten. Anhänger der Ideale der Französischen Revolution sahen in Napoleon den Totengräber der Revolution und es tauchten erste anti-napoleonische Schriften auf. Während der napoleonischen Kriege wurde auch wieder die traditionelle Mythologie zur Charakterisierung herangezogen, jedoch sah man in ihm keinen Gott mehr, sondern einen Teufel oder auch Dämonen. Alle großen Dichter und Literaten seiner Zeit bezogen sich auf Napoleon, selbst E.T.A. Hoffmann, der den meisten mit Gruselgeschichten und eher als unpolitischer Zeitgenosse bekannt ist, verfasste nach der Schlacht von Dresden eine anti-napoleonische Geschichte.

Unmittelbar nach dem endgültigen Sieg über Napoleon und spätestens mit seinem Tode begann eine Mystifizierung und Glorifizierung seines Lebens und Wirkens, das zum Teil bis in die heutige Zeit andauert. Besslich gelingt es auf interessante und auch kurzweilige Weise den stetigen Wandel des Napoleon-Bildes in der deutschen Literatur auch unter den jeweiligen politischen Verhältnissen zu beleuchten.

Die Auswahl ihrer Beispiele stehen stets exemplarisch für das Napoleon-Bild einer Epoche in der deutschen Gesellschaft. Der Wandel wird aufschlussreich und sehr umfassend geschildert.

Fazit

Gerade weil dieses Buch über Napoleon und sein Verhältnis nicht von einem Historiker geschrieben wurde, sondern vorn einer Literaturwissenschaftlerin erhält der Leser einen anderen und vor allem auch interessanten Blick auf den »Mythos Napoleon«. Beßlich gelingt es beinahe 140 Jahre deutsche Literatur und Befindlichkeiten in unterschiedlichen politischen Systemen und ideologischen Ausrichtungen kurzweilig darzustellen.

Dieses Buch kann zugleich auch als kleiner Wegweiser zu Napoleons Bezug in der deutschen Literatur angesehen werden.