Heft 18 - Kolberg
In Heft 18 der »Kleinen Reihe der Geschichte der Befreiungskriege 1813 - 1815« informiert Dr. Frank Bauer den Leser über die französische Belagerung der Frestung Kolberg vom 13.03. - 02.07.1807.
Kolberg, eine ehemals preussisch-deutsche Hafenstadt war zwar weit genug von den napoleonischen Vormarschstraßen entfernt um eine Gefahr für die französischen Bewegungen des Feldzugs von 1807 zu werden. Dennoch bot Kolberg gerade durch seine Anbindung an die Ostsee-Küste noch die Gefahr einer - nicht stattgefundenen - englischen Landungstruppe im Rücken Napoleons.
Noch heute sind mit der Verteidigung der Festung Kolberg die Namen Ferdinand von Schill, Neidhardt von Gneisenau und Joachim Nettelbeck eng verbunden.
Bauer schildert zunächst die Ereignisse um Kolberg bis zur Einschließung der Festungsstadt unter dem Kommando des Obersten von Lucadou, der bereits am 23.10.1806 auf eigenen Befehl entschloss, die Verteidigung der Festung Kolberg auszurufen. Der Offizier bemühte sich, die Verteidigungsanlagen der preussischen Festung auszubauen, dabei erhielt er zum Beispiel die Unterstützung des Premierleutnants von Schill, der noch von seinen Vewundungen vom Jenaer Schlachtfeld gezeichnet war. Schill stellte rasch ein Freikorps aus Frewilligen auf, das das Ziel hatte, die französischen Nachschublinien anzugreifen und zusätzlich die Verteidigung der Festung übernahm.
Nachdem Lucadou keinen wirklichen Rückhalt in der Bevölkerung gewinnen konnte, wurde er am 10.04.1807 durch den preussischen Major Neidhardt von Gneisenau ersetzt. Dieser traf am 29.04.1807 aus der Festung Danzig kommend in Kolberg ein. Gneisenau organisierte die aktive Verteidigung der Festung Kolberg, baute erneut Stellungen aus und sorgte immer wieder mit erfolgreichen Gegenangriffen für die starke Bindung französischer Kräfte vor Kolberg. Am 02.07.1807 wurde zwischen Frankreich und Preussen ein Waffenstillstand geschlossen, der schließlich wenige Tage später in den Friedensvertrag von Tilsit mündete.
Insgesamt ist es wieder ein sehr lesenswertes Heftchen aus der Feder von Frank Bauer.

