EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Blüchers Proklamation »An die Truppen unter meinem Kommando!«

vom 23.03.1813.

Preussen!

Wir überschreiten die Grenze unseres Gebietes und betreten ein fremdes, nicht als Feinde, sondern als Befreier. Ausziehend zum Kampf um unsere Unabhängigkeit, wollen wir nicht ein Nachbarvolk unterdrücken, das mit uns dieselbe Sprache redet, denselben Glauben bekennt, öfters ehedem seine Truppen mit den unsrigen siegreich fechten ließ, denselben Hass gegen fremde Unterdrückung fühlt und das nur durch die von Frankreichs Arglist irre geleitete Politik seines Landesherrn bis jetzt verhindert ward, die Waffen gegen die Schergen fremder Tyrannei zu kehren. Seid mild und menschlich gegen dieses Volk und betrachtet die Sachsen als Freunde der heiligen Sache deutscher Unabhängigkeit, für welche wir die Waffen erhoben haben; betrachtet sie als künftige Bundesgenossen. Sachsens Einwohner werden dagegen auf ordnungsmäßigem Wege eure billigen Wünsche befriedigen. Ahmt das Beispiel Eurer Waffengefährten im York´schen Armeekorps nach, die obgleich, lange auf fremden Gebiet sehend, durch die strengste Manneszucht die Ehre des preussischen Namens bewahrt haben.

Den Unwürdigen, der den Ruhm preussischer Mannszucht entheiligt, werde ich nicht als einen der Unsrigen anerkennen, sondern durch entstehende Strafen sein Verbrechen zu ahnden wissen, Soldaten meiner Armee, Ihr kennt mich. Ihr wisst, dass ich väterlich für euch sorge, Ihr wisst aber nicht, weniger, dass ich Ausschweifungen nicht dulde, sondern solche einem unerbitterlichen Richter an mir finden.

Richtet Euch hiernach!

Breslau, den 23.03.1813 

Blücher

Quelle:
Privatarchiv EPOCHE NAPOLEON

Letzte Änderung der Seite: 27. 03. 2017 - 22:03