EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Friedrich Ludwig Jahn an Oberkonsitorialrat Natorp

vom 19.02.1813.

Breslau im Goldenen Zepter, den 19. Februar 1813

Meine Abreise von Berlin war so schnell und musste so eilig sein, dass ich nicht einmal schriftlich von Ihnen Abschied nehmen konnte. Es geht mir wohl, so wohl, wie es mir lange nicht gegangen ist, und bald, hoffe ich, soll beginnen, was ich jahrelang wünschte. Unser König hat die Errichtung einer leicht bewaffneten und leicht beweglichen Freischar aus Freiwilligen, vornehmlich Ausländern, genehmigt. Alte versuchte Schillsche und andere Hauptleute werden sie führen. Unter ihnen und mit ihnen werde ich meinen ersten Feldzug machen. Bis jetzt bin ich Werber, Betreiber, kurzweg ein Ausrichter namenloser und zahlloser Geschäfte. Was unsere Schar für die Zeit und das Vaterland sein will, sollen sie nächstens im Druck lesen. Sobald meine Sammlung "Wehrlieder" heraus ist, erhalten Sie dieselbe. Wir haben gleich ein Sängerchor eingerichtet. Ein Schüler von Zelter ist Vorsteher davon.

Nun eine Bitte. Sie haben weiterreichende Bekanntschaften und können unserer Schar gewiss manchen patriotischen Beitrag zuwenden. Wir nehmen dankbarlichst an, was uns gegeben wird: Geld, Pferde Tuch und Büchsen.

Friedrich Ludwig Jahn

Quelle:
Jahn, Friedrich Ludwig: Die Briefe  F. J.  Jahns,  Dresden 1930

Letzte Änderung der Seite: 27. 03. 2017 - 22:03