EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Gebhard Leberecht von Blücher an Frau von Eisenhardt

vom 04.04.1811.

Stargard, d. 4ten April1 1811

Gnedigste Frau

Sie haben .mich eine unbeschreiblig Frohe stunde gemagt, Fahren sie doch ia fohrt den Paltz Grden Angst und bange zu machen, wenn ich nuhr der Stoff bin wo mit sie ihm die Hertzens unruhe verursachen, so bemitleide ich ihm nicht wen er auch umkommt aber wie können sie so grausahm sein mich nur erst eher so groisen entfernung ein solches bekentnih abzulegen, erkennen sie meine ufrigtigkeit, ich habe ihnen immer lauht gesagt wie wehrt sie mich sind, und wie innig ich sie verehre wihr wollen Fohrt Fahren uns recht innig guht za sein, und der Paltz Graff soll zu seinem Zorn es wissen

meine gnedige Frau ihr Iiber Brief entheld so vihll angenehmeh vor mich, Herr Massena - hette - denn ufgehört Schrecklich zu sein. wen Schöning die grefin erobert so soll es mich

lib sein, ich bin ihm guht, und wen er hir zu hause ist komt er vihll zu mich.

Hatzfeld seine Sendung ist eiiizig, aber es geschehen heutte zu Tage lauhter Dinge die die vernunft nicht einmahl ahndet bei der Visite so sie von der Frau v. Kleist

gebohrne Rüche1 gehabt hatte ich wohl gegenwertig sein mögen, den negst ihnen bin ich dieser kleinen Frau auch recht guht, und sie thun mich eine Wohltad wenn sie mich sellbiger Empfehlen, leben sie nun wohl meine verehrte komt ihr drolliger Paltz Graff so lassen sie ihm zur vermehrung seiner unruhe meinen briff lessen, und geben mich ein mahl nachricht waß vor ein gesicht er dazu gemagt hat, mit unbegrentzter' Ehrfurcht und verehrung

bin und bleibe ich Euer gnaden treu und gantz gehorsamster Diener

Blücher.

Quelle:
Privatarchiv EPOCHE NAPOLEON, Duisburg
Dorow, Wilhelm: Denkschriften und Briefe zur Charakteristik der Welt und Litteratur, Berlin 1838

Letzte Änderung der Seite: 27. 03. 2017 - 22:03