EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Johann Wolfgang von Goethe an Friedrich Schiller

vom 24.06.1794.

Ew. Wohlgeboren

eröffnen mir eine doppelt angenehme Aussicht, sowohl auf die Zeitschrift, welche Sie herausgeben gedenken, als auf die Theilnahme zu der Sie mich einladen. Ich werde mit Freuden und mit ganzem Herzen von der Gesellschaft seyn.

Sollte unter meinen ungedruckten Sachen sich etwas finden, das zu einer solchen Sammlung zweckmäßig wäre, so theile ich es gerne mit; gewiß aber wird eine nähere Verbi dung mit so wackern Männern als die Unternehmer sind, manches, das bei mir in´s Stocken gerathen ist, wieder in einen lebhaften Gang bringen.

Schon eine sehr interessante Unterhaltung wird es werden, sich über die Grundsätze zu vereinigen, nach welchen man die eingeendeten Schriften zu prüfen hat, wie über Gehalt und Form zu wachen, um diese Zeitschrift vor andern auszuzeichnen und sie bei ihren Vorzügen wenigstens eine Reihe von Jahren zu erhalten.

Ich hoffe bald mündlich hierüber zu sprechen und empfehle mich Ihnen und Ihren geschätzten Mitarbeitern auf´s beste.

Weimar, 24. Juni 1794.

Goethe

 

Quelle:
Schiller, Friedrich & Goethe Johann Wolfgang von: Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe in den Jahren 1794 bis 1805, Stuttgart und Augsburg 1856

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