EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Napoléon Bonaparte an Carlo Bounaparte

vom 05.04.1781.

Brienne, 5. April 1781

Wenn Sie oder meine Beschützer mir nicht Mittel zu einem anständigen Lebensunterhalt geben, so berufen Sie mich lieber nach Hause zurück, und zwar sofort. Ich bin es satt, meine Armut an den Pranger zu stellen und das Gelächter frecher Schüler zu erregen, die nur ihr Vergnügen vor mir voraus haben, denn es ist nicht einer darunter, der geistig nicht tief unter mir stände. Nun mein Her, soll Ihr Sohn ständig die Zielscheibe einiger Taugenichtse sein, die stolz auf ihr leichtes Leben, über meine Entbehrungen lachen und mich kränken? Nein mein Vater, nein! Wenn die Lage die Verbesserung meines Schicksals ausschließt, so nehmen Sie mich fort aus Brienne und lassen Sie mich, wenn es nötig ist, ein Handwerk lernen. Aus diesem Anverbleiben können Sie auf meine Verzweiflung schließen. Glauben Sie mir, ich schreibe diesen Brief nicht, um mich kostspieligen Vergnügungen hinzugeben; daranliegt mir ganz und gar nichts. Ich will nur zeigen können, da´ich sie mir ebensogut wie meine Kameraden leisten kann, wenn ich will.

Ihr ehrerbietigster und Sie liebender Sohn

Buonparte

Quelle:
Landsberg, Hans: Napoleon-Briefe, Berlin 1908

Letzte Änderung der Seite: 27. 03. 2017 - 22:03