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Der Kongress von Aachen im November 1818

Der Kongress von Aachen war die erste Zusammenkunft europäischer Herrscher und Fürsten unter Friedensbedingungen und nicht als unmittelbares Ergebnis eines Krieges, wie z.B. der Wiener Kongress im Jahre 1814/15.

Ziele dieses Kongresses sollten einzig und allein die Beendigung der Besetzung Frankreichs und die Einhalt unter den europäischen Großmächten sein. Metternich reiste zusammen mit Friedrich Grentz, der für ihm die Öffentlichkeitsarbeit machte, nach Aachen. Da die Ziele der Gesandten der Großmächte wie z.B. Castlereaghs klar auf diese Ziele definiert war, konnte der Kongress in einer Rekordzeit von nur 11 Tagen einen Vertragstext präsentieren.

Neben Regelungen zum Abzug der verbündeten Armeen aus Frankreich und Fragen zu den Kriegsschulden, brachte Zar Alexander noch die Idee eines Regierungsbündnisses gegen die Revolution und die Schaffung einer einheitlichen europäischen Armee unter Führung Wellingtons mit Sitz in Brüssel zur Diskussion. Konnten die Fragen über den Abzug aus Frankreich und zu den Kriegsschulden schnell geklärt werden, überzeugte Fürst Metternich den Zaren davon, das diese Pläne noch viel zu früh kommen. Man appellierte eher an ein moralischen Bündnis gegen evtl. Revolutionsbestrebungen. Im Rahmen eines Geheimprotokolls wurde die Heilige Allianz aus dem Jahre 1815 dahingehend erweitert, das sie auch für revolutionäre Unruhen gelten solle.

Ein besonderes Ereignis war die formelle Einladung an Frankreich unter Ludwig den XVIII. zur Teilnahme am europäischen Friedensprozess, womit der Traum Talleyrands aufging, Frankreich wieder als vollwertiges Mitglied in der Staatengemeinschaft Europas begrüßen zu können.

 Metternich machte Ende November den preussischen König  Friedrich Wilhelm III. darauf aufmerksam, das sein Versprechen, Preussen eine Verfassung zu geben, die preussische Monarchie gefährden könnte. In einer weiteren Denkschrift an den preussichen Monarchen wieß er auf die Gefahren der zu freien Rede an den Universiäten, dem Gefahrenpotential der Turnbewegung und forderte eine Einschränkung der Pressefreiheit.

Nach Angaben Grentz strömten etwa 5.000 Besucher anlässlich des Kongresses nach Aachen, so das es eine kleinere Auflage des Wiener Kongresses aus dem Jahre 1814 war. Jedoch fehlte eine gewisse Frivolität der Wiener Verhältnisse. Man begnügte sich manchmal auch nur mit einer Runde Whist.

Am 12.11.1818 kam es noch zu einem Abendessen zwischen Clemens Fürst Metternich und Karl und Salomon Rothschild. Bei dieser Gelegenheit zeigte sich Metternich den Gebrüdern Rothschild gegenüber freundlich und erklärte sich bereit, für die Bürgerrechte der Juden in Deutschland stärker einzutreten. Die Rothschilds waren gleichzeitig bemüht, den Einfluss ihres Bankhauses zu erweitern. Interessant ist vielleicht noch am Aachener Kongress, das der Zar aller Russen nach einigen Tagen in den Ansichten radikaler Abweichler eine Gefahr für seine Herrshaft sah, so das er gegen alle liberalen Ideen wachsam wurde.