EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

An Goethe

Nun hab' ich dich gesehen,
Du hohes Heldenhaupt,
In fernen, sel'gen Höhen,
Von frischem Kranz umlaubt.

Apollo's goldner Bogen
Der Stirne lichter Bau,
Ein Firmament, umzogen
Von ewig klarem Blau.

Das milde, weise Lächeln,
Das um die Lippe wallt,
Wie linder Weste Fächeln
Zu mildern die Gewalt.

Wie traten aus dem Dunkeln
Die Formen klar und rein,
Die Blicke sah ich funkeln
Wie goldner Sterne Schein.

Mit Worten dich zu grüßen,
Hat Stolz mich nie verführt,
Die Hand nur möcht' ich küssen,
Die so die Saiten rührt.

Du Herzog sonder Gleichen,
Du sel'ger Dichterfürst,
Der du in deinen Reichen
Doch ewig herrschen wirst!

O laß dir's noch gefallen
Hienieden gern und lang;
Auch in des Aethers Hallen,
Tönt ja nur dein Gesang.

Letzte Änderung der Seite: 27. 03. 2017 - 22:03