EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Flore und Blanscheflur

Ein episches Gedicht in zwölf Gesängen.

Zehnter Gesang.

Es schwieg die Frau: anblickte sie die Schaar,
Es war zu bald der Kinder Heil entflogen.
So Frau'n als Ritter jeglicher da war
Der zarten Minne holdem Bund gewogen.
Gern hätten muthig kämpfend der Gefahr
Die ihnen droht, die Ritter sie entzogen;
Doch die der Ameral ließ grausam binden,
Sind leider nicht auf Erden mehr zu finden.

Entfloh'nes Glück, entschwund'ne Liebesträume,
So sprach der Ritter, regen auf den Schmerz
In unsrer Brust; drum gütig nicht versäume,
O holde Frau, zu trösten unser Herz,
Denn sieh', die langen Schatten dieser Bäume,
Sie zeigen an, bald flieht des Tages Scherz,
Und bald wird uns der lichten Sonne Funkeln
Der schwarze Mantel düstrer Nacht umdunkeln.

Noch, sprach sie, ist der Himmel lieblich blau,
Ihn müssen goldne Wolken erst umziehen,
Und niederregnen Perlenschmuck als Thau,
Im Tagesglanz dann hoch erleuchtet glühen,
Sanft angeblasen von den Winden lau,
Der Sonne zu, wie gold'ne Schifflein, ziehen,
Und glorreich dann in ihrem Glanz versinken,
Um mit der Sonn' ins dunkle Meer zu sinken.

Der Ritter antwort't: da in Nacht gewandelt
Der seel'gen Minne hellster Tagesschein,
Da Haß und Zorn so grimmig wild nun handelt,
Die jungen Herzen überhäuft mit Pein,
Schien mir die Welt in Trauer auch verwandelt.
Es floh' das Licht, dünkt mich, und bräch' herein
Da sie verloren ihre Sonne hatten,
Schon mit Gewalt der abendliche Schatten.

Ach! armer Flore, der aus süßem Schlaf
Erweckt, nun schaut in seines Feindes Auge,
Das ihn wie Blick des wilden Drachen traf,
Auf daß er Tod aus dessen Anschaun sauge.
Wie anders wandelt sich der Todes-Schlaf,
So daß er ihm zu Heil und Leben tauge,
Des kranken Wilhelm, den so Minn' auch zwang,
Daß er gleich Flor' als Kind um Liebe rang.

Der junge Prinz war kommen von Brabant,
Daß Ritterschaft er an dem Hofe lerne
Des ruhmvoll reichen Herrn von Engelland.
Und als der Knabe ankam aus der Ferne,
Nahm ihn der König freundlich bei der Hand,
Führt' ihn zur Königinn; empfang ihn gerne,
Sprach er, geliebte Frau, und führe du
Der Tochter ihn als Spielgesellen zu.

Das kleine Fräulein sprach: sei mir willkommen,
Und spiele freundlich mit mir meine Spiele
Was konnt' in ihre Kindes-Sinne kommen?
Sie fragt ob ihm der Decken Schmuck gefiele,
Dann ward er freundlich bei der Hand genommen,
Sie zeigt ihm Vögel, bunte Blumen viele,
Und fragt dann lieblich: freut dich wohl der Klang,
Liebst du die Blumen, holder Vögel Sang?

Aus dem Geschwätz sog süßes Gift er ein,
Hört Nachtigall'n aus ihrem Munde flöten;
Lobt sie der Rosen lichten Purpurschein,
Sieht schön're Glut er ihren Mund noch röthen,
Und fühlt der Minne wundersüße Pein;
Er klagt sein Weh'; mit schüchternem Erröthen
Wird er von ihr was Minne ist gefragt,
Und sie entflieht als er kaum Antwort sagt.

Es fleht der Prinz, doch sie will nicht mehr hören,
Er folgt ihr traurend einst zu der Kapelle,
Und sprach: »Willst du mein Leiden nicht erhören,
»Daß sich durch Trost des Herzens Nacht erhelle,
»So sieh mich feierlich zum Himmel schwören:
»Verschmachten soll dein trauter Spielgeselle;
»Versagst du Trost, verschmäh' ich Speis' und Trank,«
Er hielt den Schwur und ward zum Tode krank.

Vier Tage hat er peinlich hingeschmachtet,
Er fühlt sich wie in schwarzer Dämm'rung schweben,
Es hat der Tod ihn schon beinah' umnachtet,
Schon will entfliehn aus seiner Brust das Leben,
Verloren ward der Knabe schon geachtet,
Da fühlt ihr Herz das Fräulein schmerzlich beben.
Sie naht dem Lager, wo des Umhangs Falten
Den kranken Prinzen still verborgen halten.

Die Mutter führt sie, und sprach so mit Thränen:
Mein liebend Wort erreicht nicht mehr sein Herz;
Ich muß, Amalie, ihn verloren wähnen,
Der dein Genoß war, hold bei Spiel und Scherz.
Des Fräuleins Busen hebt ein zärtlich Sehnen,
Sie theilt sein Leid, den bittren Todes-Schmerz,
Und beugt sich liebend zu dem Jüngling nieder,
Ruft so zurück die flieh'nde Seele wieder.

Und zärtlich sprach sie: »Laß dich mir versöhnen,
»Nicht trotz' ich mehr mit wildem Sinn der Minne,
»Will ihre Macht in dir nicht mehr verhöhnen.
Er lag in Todesschlummer, doch die Sinne
Durchdrang der Stimme lieblich süßes Tönen,
Ihm dünkt, daß er der finstern Nacht entrinne,
Aus Glanz und Licht ein holdes Bild sich webt,
Die Freundin zärtlich ihm entgegen schwebt.

Durch dies Gesicht gewann er Kraft zum Leben,
Er fühlt den Schmerz in seiner Brust versüßen,
Und wagt es nun die Augen aufzuheben.
Wie ihre Blick' ihn liebevoll begrüßen,
Und er entzückt mit wonnevollem Beben,
Den Mund sich fühlt von ros'gen Lippen küssen,
Sie weinend sprach: »Ach, theurer Freund, gesunde,
Wie bald genaß er von der Todeswunde.

Ein dumpfer Schlaf beendigt Wilhelms Noth,
So sprach die Frau: doch Flore ist vom Haß
Und Blanscheflur um süßen Schlaf bedroht.
Zum Ameral der schon im Hofe saß
Führt man sie beide, er will ihren Tod;
Es macht die Furcht nun ihre Wangen blaß,
Als deutlich sie an seinem Blick erkannten,
Wie wild in ihm des Grimmes Flammen brannten.

Und als sein Wort mit rauhem Ton erschallt,
Gab Blanscheflur sich und den Freund verloren;
Es sprach der Ameral: »Ihr sterbt alsbald,
»Gerechter Zorn hat euch den Tod geschworen,
»Doch will ich wissen wer sich mit Gewalt
»Dem Weib' genaht, die ich mir auserkohren;
»Sobald ich weiß wer sich die That erlaubt,
»Schlägt man auch ab dir das Verräther-Haupt.«

Und Flore sprach: »Wollt ihr noch wer ich bin
»Erfahren eh' ich hier verderben soll;
»So stellt mich vor des Landes Richter hin,
»Und Stand und Nahmen sag' ich denen wohl;
»Dann handelt ihr nach ächter Fürsten Sinn.
»Es bleibt mein Tod für euch sonst schandenvoll,
»Wollt ihr nicht deutlich mein Verbrechen sagen,
»Und darf ich nicht mich zu vertheid'gen wagen.«

Es sprach der Fürst in Wuth: »Bist du so keck
»Und foderst du zum Leben dir noch Frist,
»So hör' es denn, und stirb an diesem Schreck,
»Daß morgen hier mein Hof versammelt ist;
»Es rafft sein Spruch dich aus dem Leben weg,
»Bis morgen nur dient kärglich dir die List;
Dann sollst du sehn, daß alle meine Fürsten,
»Gleich ihrem Herrn nach deinem Blute dürsten.

Man führt sie weg, und legt sie eng gefangen,
Umsonst würd' es versucht sie zu befrein,
Trüg' auch ein Mensch so menschliches Verlangen,
Es dringt kein Sonnenstrahl zu ihnen ein;
Wie sie sich still im Finstern nun umfangen,
Ihr junges Herz durchzuckt wird von der Pein,
Und sie in Todesangst auch schmerzlich beben
Zagt doch nur jeder für des Andern Leben.

Nun zogen ein aus nah und fernem Lande
Die Fürsten reich geschmückt in Babilon,
Und als der Hof versammelt sich befande,
Verkündigt laut es der Trompetenton.
Der Ameral will knüpfen neue Bande,
Begraben ist die vor'ge Gattin schon,
Auch will der Fürst, daß seine Schmach sie rächen,
Und beider Kinder Todesurtheil sprechen.

Und schnell des Herrn eilfert'ge Boten liefen
Von ihm gesandt durch seine weite Stadt,
Damit die Bürger sie zusammenriefen,
Die sollen hören, daß gekränkt man hat
Den Ameral recht in des Herzens Tiefen,
Und um zu strafen diese Missethat,
Mit Fürst und Adel öffentlich im Garten
Am andern Morgen des Gerichtes warten.

Da Flor' und Blanscheflur nun glauben müssen,
Daß sie in kurzer Frist den Tod gewinnen,
So soll die letzten Stunden noch versüßen
Ein hold Gespräch. Wie sie so treu sich minnen,
Wenn sie umschlungen brünstiglich sich küssen,
So dünkt es liebend den getäuschten Sinnen,
Da sie mitsammen nun den Tod erwerben
Es sei nicht hart, zärtlich vereint zu sterben.

Und Flore sagt: »Darf ich nur dich umschlingen,
»Die Worte hören aus dem süßen Munde,
»Ist mirs als ob die Nachtigallen singen,
»Es bringt der Laut vom Paradies mir Kunde.
»So fühl' ich Liebe meine Brust durchdringen;
»Nicht Cephalus empfand so süß die Wunde
»Obgleich sein Nahm' im herrlichen Gesang
»Der großen Dichter oftmals schon erklang.

»Nein, sprach sie, denn sein zärtliches Bewerben
»Hat Mißtrau'n doch in schönster Blüt' umdunkelt
»Da er verstellt um Procris wollte werben
»Als fremder König; wunderbar umfunkelt
»Die gold'ne Krone bietet. Leicht erwerben
»Konnt' er die Frau, weil ihr sein Auge funkelt,
»Und Cephalus sie immer zu sich zwingt,
»Ob fremd Gewand ihn täuschend auch umschlingt.

»Wie wild entbrannt' er um unschuldig Lieben
»Sie mußte fliehn, sich fremde Heimath finden,
»Von seiner Brust in Wuth hinweg getrieben.
»Du könntest nie dich meinem Arm entwinden,
»Weil inn'ger du als Cephalus mußt lieben.
»Könnt' ich in Nacht der Eifersucht erblinden,
Sagt Flore drauf: »du würdest doch nicht scheiden
»Und nicht wie Procris meinen Anblick meiden.

»Als nun die Arme hin nach Creta flieht
»Um einsam traurend dorten zu verweilen,
Sprach Blanscheflur: »sie krank den König sieht
»Und ihr gelingt den langen Schmerz zu heilen.
»Wie lieber Dienst vom Fürsten ihr geschieht,
»Zwang Sehnsucht doch sie zum Gemahl zu eilen,
»Der sie im Wald' als Jägerin sieht prangen
»Mit Hund und Speer, von Minos erst empfangen.

»Ach! seufzte Flore, zärtlich muß ich's denken,
»Als er die Arm' um ihren Leib geschlungen
»So innig fleht: vergib mein rauhes Kränken,
»Wie himmlisch ihm die Stimme ist erklungen,
»Die weinend sprach: nicht will ichs mehr gedenken.
»Doch kaum hat er sein süßes Glück errungen,
»Kaum fühlt sein Herz getröstet Cephalus
»Fällt Procris schon durch seinen raschen Schuß.

»Zu schwer gebüßt wird eifersücht'ge Schuld,
»Sie hört den Gatten zärtlich einsam klagen,
»Und wähnt er werbe um Auroras Huld;
»Sie schleicht ihm nach, er meint ein Wild zu jagen
»Und wirft den Speer, sie tödtend ohne Schuld.
»Hör' auf den Tod der Procris zu beklagen,
Sprach Blanscheflur: »glückseelig wär' mein Sterben
»Könnt' ich den Tod von deiner Hand erwerben.

»Doch morgen ach! sind beide wir verloren,
»Zugleich droht uns des bittren Todes Pein,
»Wie uns, die wir zu gleicher Zeit geboren
»Zugleich auch küßt' des Tages milder Schein.
»Doch sind wir nun zum Tod auch auserkohren,
»So woll'n wir dennoch treu der Minn' uns weihn,
»Und süßen Trost in dem Gedanken finden,
»Daß uns zugleich das Leben wird entschwinden.

Der Morgen kam, weg drängten von den Straßen,
Die vom Pallast zum Garten niederführen,
Trabanten alles Volk; Bahn ward gelassen,
Trompeten schmettern, Trommeln hört man rühren;
Es naht dem Ort, wo schon die Fürsten saßen
Der Ameral, um streng Gericht zu führen.
So wie er naht, muß Ehr' ihm zu erzeigen.
Der Fürsten Knie sich vor dem Herren beugen.

Er grüßt sie, und besteigt dann seinen Thron.
Die tiefste Stille herrscht da er nicht spricht;
Sie sehn den Zorn aus seinen Augen drohn,
Und als er nun zuletzt das Schweigen bricht,
Wankt seine Stimme im gedämpften Ton,
Und glüh'nde Röthe deckt sein Angesicht;
So sehr bewältigt ihn die inn're Wuth
Womit er dürstet nach der Kinder Blut.

Er sprach: »Ihr, die als Richter ich beschieden,
»Vernehmt nun eures Herrn gerechte Klagen,
»Und wenn ihr hört wer meines Busens Frieden
»So sträflich durfte zu vernichten wagen,
»So wird auch bald ihr Loos durch euch entschieden;
»Es wird mir euer treuer Rathschluß sagen,
»Durch welchen Tod die jungen Frevler beide
»Ich mir zum Trost, vom Glück und Leben scheide.

»Ein Weib, fernher von fremder Flur gesandt
»Für die ich gab so edle Stein' als Gold,
»Weil ich für Sie der Liebe Glut empfand,
»So daß ich heute krönen sie gewollt:
»Vernehmt wie ich die dreiste Sclavin fand,
»Die ihr zum Tode jetzt verdammen sollt.
»Süß schlummernd ward die Magd von mir gefunden,
»Und zärtlich hielt ein Jüngling sie umwunden.

»Wie er hinauf zum Thurme mocht' gelangen,
»Ich weiß es nicht, doch reizt es meine Wuth,
»Und weckt in mir das brünstige Verlangen
»Gleich zu verströmen des Verräthers Blut.
»Ich selber nahm die Frevler erst gefangen;
»So sprecht, und kühlt nun meines Herzens Glut,
»Laßt Lindrung mich in meiner Qual erwerben:
»Wie soll die Magd samt ihrem Buhlen sterben?«

Ein König der als Lehn die Krone trug,
Wagt es empor zum Ameral zu sehn
Und sprach mit Würde: »Herr! nicht ist genug
»Dem strengen Recht, so wie mich dünkt, geschehn,
»Das ungehört nie den Verbrecher schlug;
»Laßt beide drum vor unser Antlitz stehn,
»Daß wir sie hören, dann erst Strafe fügen,
»Sie so dem Recht, nicht der Gewalt erliegen.«

Gassier der Nubier Fürst nahm nun das Wort,
Sein harter Stolz war allem Volk bekannt:
»Habt ihr vergessen denn, an welchem Ort,
Sprach er: »der Ameral sie beide fand?
»War nicht der Jüngling in dem Thurme dort?
»Drum wird der Tod mit Recht ihm zuerkannt.
»Und wer wagt wohl die Magd noch zu vertheid'gen
»Die sich erfrecht den Herren zu beleid'gen.

»Da sie so sträflich heiß in Lieb' entflammen,
»Daß die Begier durch alle Dämme bricht,
»Wird ihnen auch dafür der Tod in Flammen,
»Wenn Weisheit hier gerechtes Urtheil spricht.
»Führt sie herbei, so rath ich selbst, zusammen
»Und stellt sie nun vor unser Angesicht;
»Nicht um mit list'gem Wort' uns zu bethören,
»Nein, um ihr Todesurtheil anzuhören.

Es schaute Gassier um sich in die Runde.
Der Ameral winkt stolz ihm Beifall zu,
Und nun erscholl der Ruf aus jedem Munde:
»Recht dünkt es uns strafst so den Frevel du!«
Jetzt naht herbei die herbste Lebensstunde
Wo schwer gebüßt soll werden süße Ruh,
Die Flor' und Blanscheflur mitsammen pflagen
Als sie vereint in holden Träumen lagen.

Zwei Herren hat der Ameral gesendet,
Die führten beide Kinder vor Gericht.
»Ach! seufzte Flore, daß mein Leben endet
»Beklag' ich also schmerzlich weinend nicht;
»Doch daß sich Blanscheflur zum Grabe wendet,
»Ihr bald erlischt das milde Tageslicht,
»Und nirgends dämmert ferner Hoffnung Strahl
»Ist schlimm're Pein als eigne Todesqual.«

Als sie nun beide traurig auf dem Wege,
Sprach er in Thränen: »Holdes Mägdelein,
»Weil ich im Herzen liebend dich stets hege,
»Muß ich nun Ursach deines Todes seyn.
»O! träfen mich allein des Schicksals Schläge,
»Wie gerne duld't ich die schwerste Pein,
»Und freudig ging ich in den bitt'ren Tod,
»Wär' nicht zugleich dein theures Haupt bedroht.

Sanft weinend sprach drauf also Blanscheflur:
»Du weißt ich kann um mich nur mäßig trauern,
»Die Schmerzensklagen müssen einzig nur
»Dein frühes Scheiden, süßer Freund, bedauern,
»Ja litt' ein zweifach Sterben die Natur
»Ich wollte nicht vor dem Gedanken schauern,
»Mit Freuden wollt' ich für mich einmal sterben,
»Den zweiten Tod dann für dein Heil erwerben.«

So klagten beide, zwar dem Tod ergeben,
Will jeder gerne sich als Opfer weih'n
Zagt drum nur ängstlich für des Andern Leben
Und Flore will in dieser Herzens Pein
Die Hände faltend zum Gebet erheben,
Da fühlt er plötzlich seines Ringes Stein,
Und ruft entzückt: »Ich rette deine Jugend,
»Dich schirmt, Geliebte, dieses Kleinods Tugend.

»Wie konnte nur dem inn'ren Sinn entschweben
»Der Ring, den mir der lieben Mutter Hand
»Zum Schutz in jeder Todesnoth gegeben,
»Als ich mich ihrer Zärtlichkeit entwand;
»Nun braucht mein Herz vor keiner Qual zu beben
»Da ich ein Mittel dich zu retten fand.
»Leicht duld' ich nun was mir auch mag geschehen,
»Brauch' ich doch nicht dein Todesloos zu sehn.

»Nun wolle Gott nicht, sprach darauf die Frau,
»Daß, stürbest du mein lieber süßer Freund,
»Je mehr auf mich vom reinen Himmelsblau
»Herab der gold'ne Strahl des Tages scheint.
»Wenn mir genetzt der Thränen heißer Thau
»Die Wangen, schmerzlich hab' ich dann geweint,
»Weil mir das Herz so thörigt durfte zagen,
»Mein armes Leben trauernd zu beklagen?

»Die traur'ge Gabe die mein Leben schirmt,
»Wie möcht' ich sie, mein trauter Freund, erwerben,
»Und dich, vom Grimm des Amerals bestürmt,
»Dann kläglich sehn vor meinen Augen sterben?
»Doch Dank dem Himmel der in dir beschirmt
»Geliebter Eltern theuren Sohn und Erben.
»Nun scheid ich froh; mit diesem letzten Kuß
»Empfang der inn'gen Liebe letzten Gruß.

»Auf, nimm den Ring nun, bitt' ich willig hin,
»Und gönne mir zu folgen meiner Wahl,
»Da ich zum Tode fest entschlossen bin,
»Erregt dein Weigern mir die herbste Qual.«
Und Flore will bemeistern ihren Sinn
Beschwört sie, bittet flehend tausendmal,
So hub sich an der wunderbarste Streit,
Der inn'gen Lieb' und höchster Zärtlichkeit.

Mit Worten konnten sie es nicht entscheiden
In wessen Hand das Kleinod schützend bliebe.
Er sprach: »Als Mann will ich den Tod erleiden
»So fodert es die Ehre und die Liebe.
»O! hab' Erbarmen doch mit meinen Leiden.
Sprach sie: »und handle nicht nach wildem Triebe,
»Laß dich erflehn die bange Qual zu enden,
»Und nimm den Ring zurück aus meinen Händen.«

Doch was sie that, er ließ sich nicht erbitten.
»So sei dann, sprach sie, unser Streit geschlichtet,
»Gemeinsam sei die Todesqual erlitten,
»Und jedes Zaubers Wunderkraft vernichtet.
»Sieh' hier den Ring um den wir erst gestritten,
»Da Liebe nun zu sterben mich verpflichtet,
»Und du nicht willst, daß er dir Schutz soll geben,
»Werf' ich ihn von mir, wie ohn' dich mein Leben.«

Als Blanscheflur das Kleinod von sich warf,
Bückt sich ein Herzog, nach dem edlen Stein,
Der hin sie leitet, wo die Richter scharf
Bestrafen wollen süße Liebespein,
Und Flore nicht sein Recht vertheid'gen darf.
Er sieht erschreckt das zarte Mägdelein,
Umringt von Kriegern, rauher Waffen Schall,
Und Feindes Blicke drohend überall.

Sie beben zwar nun vor des Todes Streichen,
Doch weinen sie so hold in den Gefahren,
Daß sie im Schmerz betrübten. Engeln gleichen.
Wie feindlich auch die Richter ihnen waren,
Doch fühlt manch Herz zur Milde sich erweichen,
Und möcht' ihr Leben schützend gern bewahren;
So wirkt ihr holder Anblick zaubernd, daß
In mancher Brust vertilgt schon war der Haß.

Kein reich Gewand erhob der Schönheit Pracht,
Mit Farb' und Glanz den Gliedern liebzukosen,
Zwar schmückte sonst als adlich reiche Tracht,
Wohl Flor' ein Kleid wie leuchtend junge Rosen,
Und weißer Sammt war Blanscheflurens Pracht;
Doch hatte man den armen Hoffnungslosen,
Als sie zum Todesurtheil sollten kommen,
Die schönen Mäntel höhnend abgenommen.

Doch mangelt nicht ein prächtiges Gewand,
Da ihre Schönheit selbst sie leuchtend schmückt.
Als Flor' in Mitten seiner Feinde stand,
Wie sehr der Schmerz auch seine Seele drückt,
Den zärtlich er um Blanscheflur empfand,
Doch schaut verwundert, ja beinah entzückt,
Auf ihn die Schaar, die hart nun soll verdammen,
Den schönen Jüngling zu dem Tod' in Flammen.

Sein edles Haupt mit weich gelockten Haaren
Die reich anmuthig ihm die Stirn' umspielen,
Mehr glänzend Gold als dunkelbraun noch waren,
Und seine Augen deren Blick' erzielen,
Daß vor der Macht sich niemand kann bewahren,
Wenn sie gleich Pfeilen nach dem Herzen zielen,
Die abgeschnellt sind von den schmalen Bogen,
Die auf der Stirne Elfenbein gezogen,

Beklagen all', die hart ihn sehn gefangen;
Es regt der Schmerz in mancher Brust sich heiß.
Ach! wie er steht, die ros'ge Glut der Wangen
Gemildert durch der Lilien zartes Weiß,
Spricht mancher: wer nach Rosen trug Verlangen,
Heißt seinen Mund wohl aller Rosen Preis,
Und sicher würde nicht der Knab' erschlagen,
Wenn dieser Mund zu bitten dürfte wagen.

Sein Hals trägt edel hoch das schöne Haupt,
Daß ob zwar jung er Ehrfurcht sich erzwingt,
Und ist er jetzt der Freiheit auch beraubt,
Sieht man, daß Uebermacht ihn nur bezwingt;
Kühn steht er da, und jeder Richter glaubt,
Daß edles Blut die Adern ihm durchdringt,
Und sich unwillig nun im Herzen regt,
Das heftig schwellend seine Brust bewegt.

Und sieht man sie: das schöne Mägdelein,
Wie sehr den Sinn die Sorge auch beschwert,
Steht sie so lieblich in der großen Pein,
Daß ihre Schönheit ihren Schmerz verklärt,
Und sie umleuchtet wie mit Himmelsschein,
So große Huld ihr in der Noth gewährt,
Daß sie da steht wie eine spiel'nde Sonne
Zu aller Augen, aller Herzen Wonne.

Wie herrlich leuchtet glänzend goldnes Haar,
Daß es den milden Sonnenstrahlen glich,
Die ihre Stirn umspielten, die so klar,
Daß selbst die Lilie ihr an Reinheit wich,
Wenn in der Näh' der weißen Stirn sie war.
Und wer erwehrt des süßen Zaubers sich
Womit deß Seele fesselnd sie umstrickt
Auf den ihr Auge lieblich flehend blickt?

Wen rühren nicht die zart gefärbten Wangen,
Die, weil das Herz in manchen Leiden wund,
Ein leichter Rosenschimmer nur umfangen,
Nur Thränen geben ihre Schmerzen kund;
Kein Lächeln sieht man auf dem Antlitz prangen,
Und doch ist also mild ihr süßer Mund,
Daß, scheint es, Tön' ihm lieblich nur entblühn,
Die wie Musik durch laue Lüfte ziehn.

Ihr Hals und Nacken ist so sanft gebogen,
Daß er dem Schwan gleicht der 'ne Blüte trägt,
Die Himmelsthau als Nahrung eingesogen,
Und sich nun stolz mit seiner Last bewegt,
Wenn er durchschwimmt die silberglatten Wogen.
Wie sanft ihr Busen liebevoll sich regt,
Verschweig' ich, denn ganz würdig dieser Schönen
Kann doch kein Leid zu ihrem Preis' ertönen.

So standen fromm nun beid' in der Gefahr,
Wie Engel beide lieblich von Gestalt,
In Kindesjugend; denn erst funfzehn Jahr,
Sind beide voll in diesen Tagen alt.
Und als ihr Sinn dem Tod ergeben war,
Besiegten sie die Herzen mit Gewalt,
Daß jedes Aug' um ihre Schmerzen weint,
Und nur der Ameral sich hart versteint.

So gierig dürstet der nach ihrem Blut,
Er will sich weiden an der Kinder Noth,
Und glaubt ihm kühlt des Zornes heiße Glut
Auf Erden nichts, als nur ihr schneller Tod;
Drum reizt ihn wild des Herzens grimm'ge Wuth,
Daß er mit lauter Stimme rufend es gebot:
»Laßt sie nun sterben eilig in den Flammen,
»Wie Rechtes Spruch sie strafend muß verdammen.«

Jetzt wurde manches Richters Wange blaß,
Da unabwendbar schien der Armen Loos,
Von Thränen wurden manche Wimpern naß,
Die ungehemmt der inn're Schmerz vergoß,
Und mancher der so Mild' als Recht vergaß
Fühlt nun im Inn'ren wie die Schuld so groß,
Wenn Recht sich beugt nach strenger Herrschaft Willen,
Um Haß und Wuth der Mächtigen zu stillen.

Wie hart das Urtheil, doch beginnt ohn' Klagen
Den Schmerzensweg so Flor' als Blanscheflur,
Wie sehr sie vor dem Tod' in Flammen zagen
Verräth kein Wort, ein leiser Seufzer nur.
Es darf kein Laut sie zu betrauren wagen,
Nur Thränen sind des stummen Schmerzes Spur;
Doch endlich sieht man, daß der Herzog naht
Dem Thron des Herrn, der Florens Kleinod hat.

Er beugt seine Knie, bricht dann das dumpfe Schweigen
Und fleht: »O, Herr! versag' uns Gnade nicht,
»Und wolle dich uns göttlich mild erzeigen,
»Vernimm mit Huld von mir nun den Bericht;
»Und will dein Ohr sich meiner Rede neigen,
»Willst du erwägen was die Treue spricht;
»So meidest du der späten Reue Kummer,
»Strafst nicht so hart der Kinder süßen Schlummer.

»Dein Wort hieß mich sie vor dein Antlitz bringen,
»Drum naht' ich mich dem Ort, wo sie gefangen,
»Den Sonnenstrahlen wärmend nie durchdringen;
»Im feuchten Kerker hielt sie ihn umfangen,
»Und nun hört' ich so süß und lieblich singen,
»Daß himmlisch mir die Melodien erklangen;
»Und sah den Knaben ihr am Busen liegen
»Und sie bemüht in Schlummer ihn zu wiegen.

»Beim Lampenschein sah' ich des Schmerzes Zähren,
»Des Knaben Haupt ruht sanft in ihrem Schooße.
»Ach! wenn die Menschen nicht so grausam wären
»Sprach sie, so schonten sie dich süße Rose,
»Bald wird nun Gott zum Engel dich verklären.
»Mir schien's als ob auf feuchtem grünem Moose
»Ich Venus säh' sich an Adonis schmiegen,
»Verwundet ihn, in ihren Armen liegen.

»Und da gedacht' ich, — gönn' es mir zu sagen,
»Und strafe nicht die Treue, weil sie kühn,
»Es wollte dich mein Herz zu tadeln wagen.
»Ich sah' dich, Herr, in Eifersucht erglühn;
»Und dachte, wie um Mavors Wuth erschlagen
»Adonis ward, so soll nun auch verblühn
»Des holden Knaben jugendliches Leben,
»Um Eifersucht muß ihm die Seel' entschweben.

»Zwar färbt' Adonis Blut die grünen Moose,
»Der Liebe Göttin klagt im Schmerzenstone,
»Als er dahin, der zarten Liebe Loose;
»Doch ruft ihr Wort hervor die Anemone
»Aus seinem Blut. Hast du geknickt die Rose,
»Giebst du den Tod für selt'ne Treu zum Lohne,
»So muß der höchsten Liebe Spur verschwinden,
»Die jemals noch auf Erden war zu finden.

»Als ich mein Traumgesicht nun ließ entschweben,
»Mit lautem Ruf sie fodernd vor Gericht,
»Da sah' ich ihn der Frau dies Kleinod geben;
»Durch diesen Ring, sprach er, verdirbst du nicht.
»Sie fleht: er möge durch den Zauber leben;
»Bis sie, da er ihr zärtlich widerspricht,
»Und sie für ihn nicht liebend sterben darf,
»Das Kleinod weit, verächtlich von sich warf.

»So ward es mein; und nun fleh' ich in Treuen:
»Verschone sie, die du hinweggesandt
»Um sie dem bittern Flammentod zu weihen.«
So war der Ameral in Wuth entbrannt,
Daß nicht die zarte Liebe der Getreuen
Den wilden Grimm im Herzen überwand,
Obgleich er sie zurück nun führen hieß
Und wieder vor sein Antlitz stellen ließ.

Er sprach zu Flore: »Nur will ich dich fragen,
»Wie heißt dein Nahme, und dein Mutterland,
»Deß Schooß dich hat zu meiner Qual getragen?
Und Flore sprach: »Wenn ich mich dir genannt,
»Wird dir das Herz im eignen Busen sagen,
»Daheim wär' ich so leicht nicht übermannt;
»Du müßtest erst bekämpfen mein Geschlecht
»Und Sieger blieben wir wohl im Gefecht.

»Denn Flore heiß' ich, bin ein Königssohn,
»Weit hin erstreckt am Meer sich das Gebiet
»Des Vaters, er schmückt glänzend Spaniens Thron;
»Hätt' ich gethan wie er mir liebend rieth,
»So litt' ich hier nicht meiner Feinde Hohn;
»Mich zwang die Minne, daß ich von ihm schied,
»Und lehrte mich das holde Mägdlein finden,
»An die mich tausend Liebesketten binden.

»Auch ist mein Loos hier wen'ger zu beklagen,
»Als wenn ich noch in meinem Lande wäre,
»Und müßte ohne sie die Krone tragen;
»So glaub' auch nicht, daß ich mich drum beschwere,
»Wenn du in mir den Schuld'gen willst erschlagen;
»Nur mahn' ich dich an ritterliche Ehre,
»Für ihre Unschuld biet' ich tausend Eide,
»Gebiete denn, daß sie nicht schuldlos leide.

»Nein, Herr, rief nun in Sorgen die Getreue,
»Fügt meinem Freund' auch nicht das kleinste Leid,
»Damit es euch in Zukunft nicht gereue.
»Ach, hört mein Wort! O glaubt doch meinem Eid!
»Er redet falsch damit er mich befreie,
»Was führt ihn her aus seiner Heimath weit,
»Weshalb durchglitt er kühn die Meereswogen?
»Ich nur allein, ich hab' ihn hergezogen.

»Und ich, die Schuld'ge bin in eurer Hand,
»Drum handelt nun nach aller Kön'ge Recht,
»Und kränkt nicht mit der Fesseln eisern Band
»In ihm mehr hart sein fürstliches Geschlecht.
»Wenn eig'ne Würde je das Herz empfand,
»Wenn ihr als Richter und als König sprecht,
»So dürft ihr nicht sein edles Blut vergießen
»Nur meines mög' euch zu versöhnen fließen.

»Ach! seht in ihm die ros'ge Jugend blühn,
»Laßt eure Huld ihn, hoher Herr, erwerben,
»Und fühlt ihr Zorn euch heiß im Busen glühn,
»So tödtet nicht des reichen Spaniens Erben.
»Ich wiedersetzte eurem Wort mich kühn,
»Mich eure Sclavin laßt mit Recht ihr sterben;
»Gern will ich mich dem frühen Grabe weihn,
»Kann nur den Freund mein schneller Tod befrein.«

Im Grimm faßt nun sein Schwerdt der Ameral,
Die Wange deckt des Zornes glüh'ndes Roth,
Er sprach in Wuth: »Du meines Herzens Wahl,
»Die heut zu krönen erst mein Wort gebot,
»Du sollst nun stillen meines Busens Qual,
»Dein Frevel sei gebüßt durch deinen Tod.
»Kein Urtheil will ich, keine Meinung fragen,
»Mit eigner Hand dich kühnes Weib erschlagen.

Wie zeigt sich Lieb' in Blanscheflur nun groß,
Anmuthig sinkt auf ihre Knie die Schöne,
Und beut ihr Haupt dem Tode sorgenlos,
Daß höchste Treu' die höchste Lieb' auch kröne.
Für Florens Herz war's mehr als Todesstoß,
Verzweifelnd rief zum Himmel er: »versöhne
Dich endlich uns, zeig' endlich uns Erbarmen«
Und riß die Frau empor mit beiden Armen.

Sprach heftig nun: »Ich bin ja doch ein Mann
»Und hab' auch drum ein größ'res Recht zu sterben;
»Den Tod schaut kühn ein männlich Herz stets an,
»Doch sollen Frau'n um unsern Beistand werben;
»Drum wenn ich jemals deine Huld gewann,
»So lebe du, laß mich den Tod erwerben;«
Und mit dem Wort fiel nieder er und bot
Sein schönes Haupt hin gegen Schwerdt und Tod.

In Wuth erblindet will der Fürst ihn schlagen,
Verzweiflungsvoll verdrängt ihn Blanscheflur:
»Laß mich die Bitt' an deine Gnade wagen,
»Rief sie, und tödte mich die Schuld'ge nur.
»Du würdest stets die rasche That beklagen,
»Sprach Flore, die holdseel'ge Kreatur,
»Die von dem Herrn zur Freude ward erschaffen,
»Wie darfst du sie um meine Schuld bestrafen?

Weil jeder nur den Tod für sich begehrt,
So rangen beid' im wunderbarsten Streit,
Und drängten sich wetteifernd hin zum Schwerdt.
Da jeder sich dem Tode freudig weiht,
Und nur das Leben ängstlich von sich wehrt,
Erregt ihr Kampf der Wehmuth süßes Leid
In jeder Brust, kein Herz kann sich versteinen,
Es muß zuletzt ihr strengster Richter weinen.

Es fühlt der Ameral befremdet, daß
Er selbst bewältigt ward durch sanfte Güte,
Es wurden endlich seine Wimpern naß,
Und mild erweicht sein felsenhart Gemüthe,
Als nun das Volk in seinem Blick schon las,
Daß mild'res Feuer ihm im Busen glühte,
Daß seine Härte schmelzen nun beginnt,
Wie Eis am warmen Sonnenstrahl zerrinnt;

Da riefen All': »Es ist der Gnade Zeit,
»Schenkt Gnade, Herr, so oft an euch begehrt.
»O schaut sie an in holder Lieblichkeit!
»Was nützt doch eurer Hand das breite Schwerdt?
»Die ihr dem Tode zürnend habt geweiht,
»Sie sind der Liebe und des Lebens werth.
»Könnt ihr noch grausam diese Blüten brechen,
»Vermögt ihr es an Kindern euch zu rächen?

Stumm saß der Ameral, vertieft im Sinnen,
Wie sie ihm kürzlich noch so wohl gefiel,
Daß er sie zärtlich mußt' im Herzen minnen,
Und sie ihm war der liebsten Wünsche Ziel.
Durch dieses Träumen weicht der Zorn von hinnen,
So daß der Hand das breite Schwerdt entfiel.
Nun sank, so Volk als Fürsten, knieend nieder,
Und Gnade, hallt ein vielfach Echo wieder.

Letzte Änderung der Seite: 27. 03. 2017 - 22:03