EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Der gestrige Abend

Selig! selig! die, so ganz versunken
Im Gefühl der Liebe, dir im Arme lag:
Ach, sie lauschte hoher Wonne trunken
Auf des Herzens stärkern Schlag.

Der dir, - Holder, den ein Gott mir wählte -
Mit der reinsten Liebe sanft die Brust durchbebt,
Und mich mehr, als Amors Neuvermählte,
Zu Elysium erhebt.

Frey von jedem sinnlichen Verlangen,
In dem süssen Einklang reiner Harmonie,
Fühlt ich Trauter! ach, von dir umpfangen
Unsrer Seelen Sympathie.

Nein, nie fühlt' ich, was ich dort empfunden!
Unaussprechlicher hat Liebe nie beglückt!
O, in dieser seligsten der Stunden,
Ward mein Geist der Welt entrückt.

Und durchdrungen von dem reinsten Feuer
Hob die Sterbliche zur Göttin sich empor:
Du allein beseltest meine Leyer
Mehr, als der Kamönen Chor.

Dir erthönen diese Silbersaiten,
Und mit einer nahmenlosen Lust
Fühlen wir, der Liebe Eingeweihten,
Schon den Himmel in der Brust.

Letzte Änderung der Seite: 27. 03. 2017 - 22:03