EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Beym Jahreswehsel.

Tage sendet um Tage herab der goldene Wagen
Phöbus; jeder versinkt wieder allnächtlich im Meer.
Horen tanzen mit ihnen vorüber. Dem Sohne des Staubes
Führen die Kindheit sie zu, lieblich mit Knospen geschmückt:
Glücklich spielt er mit ihr; doch bald entflieht sie dem Schauplatz,
Und die Jugend erscheint, schöner mit Rosen gekrönt.
Es umschweben sie hold phantastische Zaubergestalten,
Bilder der Freude; du nahst, himmlische Liebe, mit ihr.
Aber kurz wie ein Traum — und es scheucht der ernste Saturnus
Jugend und Liebe hinweg, Lächeln und Rosen hinweg.
Ach! — so raubet die Zeit denn alles, was sie gegeben ?
Läßt, wie beym Ausgang, arm, trostlos den Pilger am Ziel?
Nein! ich bin nicht allein. Die Freundschaft und die Erfahrung
Stehen zur Seite mir treu, bleiben im Wechsel zurück.
Sey auch alles entflohn! Wenn diese mir Weisheit gebieret,
Jene mich edel beglückt — Chronos verschlinge den Rest!

Letzte Änderung der Seite: 27. 03. 2017 - 22:03